Umsetzung ISF
Sonderpädagogischer Bereich SH
https://www.sh.ch/schule/index.php?id=10898
Die vom Regierungsrat am 3. Juli 2007 genehmigten Richtlinien für den sonderpädagogischen Bereich des Kantons Schaffhausen sehen im Bereich ISF neben der Unterstützung der ganzen Schulteams (SCHILW) spezifische Weiterbildungsangebote für die Schulischen Heilpädagoginnen und Heilpädagogen vor. Mit den vorliegenden Angeboten wird dem Weiterbildungsauftrag, der sich aus der Umsetzung der Richtlinien ergibt Rechnung getragen.
Auszug aus den Richtlinien zum Thema Weiterbildungsangebote:
„Spezifische Weiterbildung und Unterstützung für Lehrpersonen, welche im sonderpädagogischen Bereich arbeiten
- Spezifische Module zu Themen der integrativen Methodik und Didaktik für Lehrpersonen, bei welchen diese Themen noch nicht explizite Ausbildungsschwerpunkte waren, und die von der separativen zur integrativen Schulform wechseln.
- Eine obligatorische spezifische Weiterbildung für Lehrkräfte, die über 55 Jahre alt sind und schon über längere Zeit im sonderpädagogischen Bereich arbeiten. Die Weiterbildung erlaubt es dieser Gruppe von Lehrkräften im heilpädagogischen Feld in unserem Kanton unbefristet weiterbeschäftigt zu werden, ist aber nicht mit einer EDK-anerkannten Ausbildung gleichzusetzen.
- Standortbestimmung zur Frage „Wo stehe ich auf dem Weg zum Diplom in Schulischer Heilpädagogik?" für alle interessierten Lehrpersonen (insbesondere auch für Personen, die bisher als Stützlehrkräfte oder ohne adäquate Ausbildung als SHP arbeiten und in Weiterbildungen schon viel Wissen erworben haben). Ziel sind verbindliche Aussagen über die nächsten Schritte zu einem von der EDK anerkannten Abschluss. Diese Standortbestimmung (aufgrund eines vorgängig erstellten Dossiers) wird in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Heilpädagogik über die kantonale Lehrerweiterbildung angeboten.
Weiterbildung für Schulteams als Unterstützung bei der Umsetzung der integrativen Schulform
Für die Schulteams sind im Kanton sechs Weiterbildungsmodule (je ein Tag plus ein halber Tag Vertiefung) als Teamveranstaltungen (SchiLW-Veranstaltungen) abrufbar.Erste Schritte in Richtung integrative Schule – Wie kommt man dahin?
Der Weg zu einer integrativen Schule ist eine Aufgabe aller Beteiligten (des ganzen Schulteams, der Behörden, der Eltern, der Fachpersonen etc.). Dazu sind Prozesse auf verschiedenen Ebenen einzuleiten. Dieser Kurs zeigt auf, welche Massnahmen im Bereich der Schul- und Konzeptentwicklung/ Qualitätsentwicklung und der Kooperation auf dem Weg zu einer integrativen Schule einzuleiten sind.
Ziele:
- Schulhausbezogene Standortbestimmungen zur Integration durchführen (Wo stehen wir?) und Entwicklungsperspektiven formulieren (Wohin wollen wir?)
- Kennen lernen von wesentlichen Aspekten der schulhausbezogenen Konzeptentwicklung im heilpädagogischen Bereich (Was ist noch wie zu tun?)
- Planungsinstrumente für die Entwicklung in Richtung integrative Schule kennenlernen
- Qualitätskriterien für die integrative Arbeit kennenlernen, Transfer auf die eigene Situation
Individualisierung im Unterricht – stufenspezifische Anpassungen
Die Situation an Klassen mit Schülerinnen und Schülern mit besonderen Lernvoraussetzungen wird als Chance für den Unterricht verstanden. Es werden didaktisch-methodische und interaktive Grundlagen für die Gestaltung eines integrativ - individualisierenden Unterrichts vermittelt. Diese werden auf die einzelnen Stufen hin reflektiert.Ziele:
- Prinzipien einer integrativen Didaktik kennen lernen (Handlungsorientierung, genetisch-entdeckender Unterricht etc.)
- Formen und Methoden eines binnendifferenzierten und individualisierenden Unterrichts kennenlernen (Differenzierung der Uebungsangebote, Aufgabenschwierigkeit, Rückmeldungen, Beurteil ung etc.)
- Methoden und Formen von Lernstandserfassungen auf unterschiedlichen Stufen in Sprache und Mathematik kennen lernen; Umsetzung in den individualisierenden Unterricht
Zusammenarbeit – Teamteaching (SHP, LP, TherapeutInnen)
Die Kooperation im Schulhausteam und zwischen den einzelnen Lehrpersonen und der Schulischen Heilpädagogin, dem Schulischen Heilpädagogen ist zentral für das Gelingen der Integration. Dieser Kurs möchte Ziele und Wege für eine Kooperation im Schulhausteam und zwischen den im Unterstützungsprozess von Schülerinnen und Schülern mit besonderen Lernbedürfnissen involvierten Beteiligten aufzeigen. Ein besonderer Fokus wird dabei auf das Teamteaching geworfen.Ziele:
- Die Bedeutung und Ziele von Kooperation aller Beteiligten als Grundlage für die Förderung von Schülerinnen und Schülern mit Schulschwierigkeiten erkennen
- Chancen und Schwierigkeiten teaminterner (Regelklassenlehrpersonen – SHP) und interdisziplinärer (Regelklassenlehrpersonen – SHP- TherapeutInnen- SPD) Kooperation kennenlernen
- Grundlegende Formen der Zusammenarbeit zwischen den Beteiligten kennenlernen
- Das Teamteaching als spezifische und bedeutsame Kooperationsform kennenlernen
Runder Tisch - Standortgespräche
Der Runde Tisch/das Standortgespräch ist im Rahmen einer gezielten Unterstützung von Schülerinnen und Schülern mit Schulschwierigkeiten ein zentrales Verfahren. Es soll (unter Anwendung der Rahmenrichtlinien und Instrumente des Kantons) aufgezeigt werden, wie der Ablauf einer Förderung von der Feststellung eines Problems bis hin zur Zielvereinbarung gemeinsam mit allen Beteiligten geplant werden kann. Dadurch wird eine Orientierungshilfe geboten bei der Entwicklung einer gemeinsamen Sprache zur Beschreibung von Schwierigkeiten, die beim Lernen und Zusammenleben in der Schule auftreten können.Ziele:
- Prinzipien der kooperativen Förderdiagnostik kennen lernen
- Die ICF als Denk- und Handlungsmodell im Rahmen der FD kennen lernen
- Schulisches Standortgespräch als kooperatives und interdisziplinäres Verfahren kennen lernen
- Förderplanung erstellen lernen
Schwierige Schulsituationen/ Verhaltensauffällige Schülerinnen und Schüler
Die Teilnehmenden können Unterrichtsstörungen erkennen, analysieren und mit ihnen situativ und adäquat umgehen. Sie führen sogenannt schwierige Schülerinnen und Schüler empathisch, konsequent und erzieherisch wirksam.Sie eignen sich Modelle und Strategien zur Konfliktbewältigung für verschiedene Konfliktphänomene (Gewalt, Disziplinprobleme, Verwahrlosung) an.
Ziele:
- Präventions- und Interventionsmodelle bei Unterrichtsstörungen kennen lernen
- Einsicht in Strategien zur Konfliktbewältigung
- Ansätze für den Umgang mit verschiedenen Konfliktphänomenen (Gewalt, Mobbing, Disziplinprobleme, Verwahrlosung) auf der Klassen- und auf der Schulhausebene
Modellschulen im Umgang mit Integration
Schulteams erhalten die Möglichkeit, in Schulen Einblick zu erhalten, die schon über längere Zeit die Integration erfolgreich praktizieren. Die Schulbesuche werden mit dem Team gemeinsam vor- und nachbereitet. Dabei sollen die Bedingungen für ein Gelingen von Integration analysiert und auf die eigene Situation hin transferiert werden.Ziele:
- Gemeinsames Festlegen von Beobachtungs- und Gesprächspunkten für Schulbesuche
- Gelegenheit für einen Austausch mit VertreterInnen der besuchten Schule
- Anschliessende Auswertung des Schulbesuchs mit Transfer auf die eigene Schulsituation


