Projekte

D.8 Entwicklungsgefährdete Kinder (2008-2011)

Team

Burgener Woeffray Andrea
Meier Simon

Erfassungsinstrument für entwicklungsgefährdete Kinder von 0-6 Jahren und Ermittlung ihres Förderbedarfs

Ausgangslage / Inhalt

Die Heilpädagogische Früherziehung nimmt sich immer mehr Kindern mit unklarer Diagnose an. Es sind Kinder, die in ihrer Umwelt psychische, soziale und ökonomische Bedingungen vorfinden, die ihre Entwicklung beeinträchtigen, hemmen oder stören und / oder die sich negativ auf ihr Verhalten auswirken. In der Literatur sind diese Kinder als entwicklungsgefährdete resp. als Risikokinder bekannt. Die Ressourcen im Erziehungsumfeld wirken nicht genügend stark, um diese Kinder in ihrer schwierigen Situation vor einer drohenden Fehlentwicklung zu schützen.
Im Sinne einer primär indizierten Prävention können durch eine frühe Diagnostik gezielt Massnahmen eingeleitet werden und damit schwerwiegenden Folgen in Form eines Kosten treibenden, erhöhten Förderbedarfs Vorschub geleistet werden.
Das Forschungsprojekt hat zwei Ziele:
  • die Entwicklung eines Erfassungsinstrumentes auf der Grundlage der Risiko-Resilienz-Forschung (insb. Mannheimer Risikokinderstudie von Esser, Laucht & Schmidt, 1995), mit welchem entwicklungsgefährdete Kinder diagnostiziert werden sollen
  • die Entwicklung eines Zuweisungsverfahrens, welches Grundlagen dafür bereitstellt zu entscheiden, ob ein Kind einer sonderpädagogischen Massnahme bedarf, wie diese auszusehen hat und ob allenfalls eine andere Massnahme der Problemlage des Kindes besser entsprechen würde.
Für beide Verfahrensteile wurden entsprechende Instrumente realisiert. Sie werden bei Kindern zwischen 3-6 Jahren in Zusammenarbeit mit Praktikern und Praktikerinnen von Heilpädagogischen Diensten in der deutschen Schweiz mit Hilfe von standardisierten Tests und anamnestischem Gesprächsbogen erprobt und validiert.

Hierfür sieht das Projekt 3 Phasen vor:
Erste Erhebungsphase (Erprobung und Optimierung): Prüfung und Anpassung der Praktikabilität der beiden Verfahrensteile – abgeschlossen Juni 2009.
Zweite Erhebungsphase (Haupterhebung, breite Überprüfung): Durchführung der überarbeiteten Verfahrensteile bei 150-200 Kindern, die bei Heilpädagogischen Diensten in der deutschen Schweiz angemeldet werden; Beginn Herbst 2010
Dritte Erhebungsphase (Validierung): Prüfung der Validität der Verfahrensteile sowie der Zuweisung nach 6-9 Monaten bei Kindern mit und ohne Massnahme, die als "entwicklungsgefährdet" eingeschätzt wurden.

Projektdauer

9/08 – 9/11 (erste und zweite Phase)

Erste Phase: September 08 – Februar 09
Zweite Phase: September 2010 bis Dezember 2011
Dritte Phase: Start unbestimmt
Die Arbeiten an der Entwicklung des Verfahrens ermöglichen gleichzeitig, den Begriff „entwicklungsgefährdete Kinder“ näher zu definieren und ihn von entwicklungsverzögerten Kindern resp. von Kindern, die von der Entwicklung abweichen /Kinder mit einer Behinderung abzugrenzen.

Kooperationspartner

38 Heilpädagogische Dienste der deutschen und rätoromanischen Schweiz

Finanzierungspartner

Berufsverband der Früherzieherinnen und Früherzieher der deutschen, rätoromanischen und italienischen Schweiz (BVF); Vereinigung der Absolventen des Heilpädagogischen Instituts der Universität Freiburg (VAF). Weitere wurden angefragt.

Projektteam

Dr. Andrea Burgener Woeffray, Projektleitung, Planche Supérieure 30, 1700 Fribourg,
lic. phil. Renate Bortis, Projektmitarbeiterin, Hochschule für Heilpädagogik, bis Sept. 2009
lic. phil. Simon Meier, Projektmitarbeiter (2. Phase), Hochschule für Heilpädagogik, seit Jan. 2010

Publikationen

Burgener Woeffray A. & Bortis, R. (2009). Erfassung des Förderbedarfs von Kindern mit Entwicklungsgefährdung in früher Kindheit. Schweiz. Zeitschrift für Heilpädagogik, 5, 32-38.
Burgener Woeffray, A. & Bortis, R. (2009). Entwicklungsgefährdete Kinder0-6: wer sind sie? – was brauchen sie? Schweiz. Zeitschrift für Heilpädagogik, 10, 22-29.
Burgener Woeffray, A. & Meier, S. (2011). Entwicklungsgefährdete Kinder – frühe Erfassung – geeignetes Verfahren zur Diskussion. Schweiz. Zeitschrift für Heilpädagogik, 10, 39-45.

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