Projekte

A.15 Beitrag der Psychomotorik zur Förderung sozio-emotionaler Kompetenzen (2009-2011)

Team

Amft Susanne
Hensler Häberlin Kathrin
Uehli Stauffer Beatrice

Ausgangslage

Während Kinder mit Verhaltensschwierigkeiten und emotionalen Auffälligkeiten bis anhin vorwiegend in separaten therapeutischen Settings in ihrer Entwicklung unterstützt wurden, sollen diese nun aufgrund der Neuorganisation der sonderpädagogischen Fördermassnahmen vermehrt im Rahmen der Regelklasse gefördert werden.

Diese Veränderung der Schullandschaft hat Auswirkungen auf die Praxis der Psychomotoriktherapie: Nicht mehr allein das therapeutische Arbeiten in einem separaten Setting steht im Vordergrund, sondern das präventive, integrative Arbeiten im regulären Schulalltag gewinnt zunehmend an Bedeutung. Die Entwicklung sozioemotionaler Kompetenzen als Voraussetzung für erfolgreiches schulisches Lernen spielt hierbei eine zentrale Rolle. Das Forschungsprojekt soll einerseits den Beitrag der Psychomotorik zur Förderung dieser Kompetenzen klären. Andererseits gibt es den Psychomotoriktherapeutinnen/-therapeuten ein erprobtes und evaluiertes Programm zur gezielten Förderung sozioemotionaler Kompetenzen in die Hand, welches in ein einem inklusiven schulischen Alltag zum Einsatz kommen kann.

 

Ziel

Das Forschungsprojekt ist ein längerfristiges und in Phasen gegliedertes Forschungsvorhaben. Es verfolgt das Ziel, ein psychomotorisch orientiertes Programm zur Förderung der sozioemotionalen Kompetenzen für Vorschul- und Schulkinder im Alter von 4-8 Jahren zu entwickeln, welches im regulären Schulalltag zur Anwendung kommen soll. Das Programm basiert auf theoretischen Kenntnissen und Forschungsergebnissen wie auf praktischem Erfahrungswissen aus dem Therapiealltag der Psychomotorik. Das entwickelte Programm wird in einer Pilotstudie erprobt und in einer anschliessenden Wirksamkeitsstudie geprüft und evaluiert.

 

Studiendesign für Phase 1

Theoretischer Zugang

Die Literaturrecherche und -analyse erarbeitet den aktuellen Wissensstand bezüglich der Entwicklung und Förderung sozioemotionaler Kompetenzen bei Kindern. Neben den relevanten Handbüchern wird dazu in Datenbanken nach entsprechenden Arbeiten recherchiert sowie im Verzeichnis des Huber-Verlags nach Testverfahren ermittelt.


Praktischer Zugang

Der praktische Zugang besteht aus der Erhebung der sozioemotionalen Kompetenzen von 60 Kindern im Alter von 5;0-8;11 Jahren, die eine Psychomotoriktherapie besuchen, zum Messzeitpunkt t1 und zum Messzeitpunkt t2 (fünf Monate später). Messinstrument ist die Subskala „Sozialemotionale Kompetenzen“ des Intelligence and Development Scales (vgl. Grob, Meyer & Hagmann-von Arx, 2009).

Neben der direkten Erhebung der sozioemotionalen Kompetenzen protokollieren die Psychomotoriktherapeutinnen/-therapeuten nach jeder Therapiestunde ihre Arbeitsweise anhand eines von uns entwickelten Protokollbogens. Psychomotoriktherapeutinnen/-therapeuten, bei denen die Testergebnisse eine Verbesserung der sozioemotionalen Kompetenzen ergeben haben, werden anschliessend ausführlich zu ihren Arbeitsweisen befragt. Damit erhofft sich das Forschungsteam, konkrete praktische Inputs zur Förderung sozioemotionaler Kompetenzen in der Psychomotorik zu klären.

Zudem schätzt die Kindergärtnerin bzw. Lehrperson das sozioemotionale Verhalten des Therapiekindes und eines Mitschülerkindes, das noch nie eine Psychomotoriktherapie besucht hat, mittels des Kurzfragebogens „The Strengths and Difficulties Questionnaire“ ein (vgl. Goodman, 1999). Analog zu der direkten Erhebung der sozioemotionalen Kompetenzen mit IDS-SEK gibt es auch hier den Messzeitpunkt t1 und den Messzeitpunkt t2 (fünf Monate später). Beim Verfahren SDQ-Deu für Lehrpersonen handelt es sich um ein weit verbreitetes Instrument zur Beschreibung sozioemotionalen Verhaltens bei Kindern. Die Einschätzung des sozioemotionalen Verhaltens des Mitschülerkindes des Therapiekindes dient als Kontrollvariable und die Einschätzung des Therapiekindes ist eine ergänzende Fremdeinschätzung zum IDS-SEK.

Die theoretischen Erkenntnisse aus der Literaturanalyse sowie die praktischen aus der Erhebung der sozioemotionalen Kompetenzen im Laufe einer Therapiesequenz und den Interviews mit den Psychomotoriktherapeutinnen / -therapeuten bilden die Grundlage für die Entwicklung eines psychomotorisch orientierten Programms zur Förderung sozioemotionaler Kompetenzen.

 

Projektdauer

Phase 1: 8/2009 - 9/2011

 

Kontakt

Beatrice Uehli Stauffer, Dr. phil., Studiengangsleiterin Psychomotoriktherapie, HfH,

Kathrin Hensler, M.Sc., Wissenschaftlicher Mitarbeiterin, HfH,

Brigitte Boveland



zurück zur Übersicht