Projekte

A.14.1 Frühe Förderung ab Geburt: ZEPPELIN 0-3 (2011-2014)

Team

Lanfranchi Andrea
Neuhauser Alex
Sempert-Niederegger Waltraud
Templer Franziska

Ausgangslage und Absicht

Angesichts der nach wie vor sehr engen Verknüpfung von familialer Herkunft und Bildungslaufbahn in der Schweiz soll das Grundproblem der ungleich verteilten Bildungschancen von Beginn an, das heisst ab Geburt des Kindes bei der Familie als Bildungsort angegangen werden. Zu diesem Zweck wird in der longitudinal angelegten Interventionsstudie ZEPPELIN die Frage untersucht, ob Massnahmen der selektiven Prävention ab Geburt die Bildungschancen von Kindern aus Familien in psychosozialen Risikokonstellationen erhöhen.

Ziele

ZEPPELIN ist ein Interventionsprojekt der Hochschule für Heilpädagogik Zürich (HfH) in Zusammenarbeit mit der Bildungsdirektion des Kantons Zürich (Amt für Jugend und Berufsberatung, AJB). Erstes Ziel im Rahmen der Intervention ist die interdisziplinäre Früherkennung von Kindern, die aus psychosozialen Gründen in ihrer Entwicklung gefährdet und insofern von Behinderung bedroht sind. Das zweite Ziel ist die frühe Förderung dieser Kinder, um ihre Bildungschancen langfristig zu erhöhen.

Fragestellung

In Anlehnung an das PPCT-Design nach Bronfenbrenner und Morris (2006) – in welchem Entwicklung als Interaktion zwischen Person und Umwelt im Kontext sozialräumlicher und zeitlicher Bedingungen aufgefasst wird – steht bei ZEPPELIN 0-3 folgende Frage im Zentrum: Welche Effekte haben Massnahmen der frühen Förderung auf die Entwicklung von 0 bis 3-jährigen Kindern aus Familien in psychosozialen Risikokonstellationen und über welche Wirkmechanismen im Bildungsort Familie kommen allfällige Effekte zum Tragen?

Intervention

Aufbauend auf den Erfahrungen aus der Machbarkeitsstudie ZEPPELIN/M (siehe A.14) soll in der Hauptstudie ZEPPELIN 0-3 zur Früherkennung von Familien in psychosozialen Risikokonstellationen ein interdisziplinäres Netzwerk implementiert werden, das sich aus Akteuren aus dem medizinischen und psychosozialen Versorgungsfeld zusammensetzt. Zur frühen Förderung dieser Familien haben wir das Programm „PAT –Mit Eltern lernen“ gewählt, das die wichtigsten Kriterien wirksamer FBBE-Programme erfüllt: a) frühzeitiger Beginn, b) Kontinuität, c) Individualisierungsmöglichkeiten, d) Professionalität des Personals, e) Berücksichtigung der Sprachförderung und f) niederschwelliger Zugang mittels Hausbesuchen.

Forschung

Um obige Fragestellung zu beantworten und die Zielerreichung zu überprüfen, ist ZEPPELIN längsschnittlich angelegt. In einer randomisiert kontrollierten Versuchsanordnung (RCT) werden mittels Vergleichen zwischen Interventions- (N=132) und Kontrollgruppe (N=120) Effekte auf die Entwicklung der Kinder und die Wirkmechanismen im Bildungsort Familie evaluiert. Folgende Instrumente sind bei ZEPPELIN 0-3 geplant: Im 4. Lebensmonat eine Einschätzung der Belastungs- und Schutzfaktoren und – mit wiederholten Messungen rund um die ersten drei Geburtstage der Kinder – Videoanalysen zur Ermittlung der Qualität der Eltern-Kind-Interaktionen (CARE-Index), Entwicklungstests, Skalen zur Einschätzung der elterlichen Versorgungskompetenz, der Erziehungseinstellung und des Anregungsgehalts im häuslichen Umfeld. Es ist vorgesehen, die Studie longitudinal weiterzuführen und Messungen bis in die SEK I vorzunehmen (ZEPPELIN 6-7; 12-13).

Erwartete Effekte

Kinder aus der Interventionsgruppe zeigen im 3. Lebensjahr signifikant höhere Entwicklungswerte in den Bereichen Sprache, Kognition, Motorik und Soziale Kompetenz (ZEPPELIN 0-3). Drei Jahre später gelingt ihnen ein altersgemässer Schulübertritt häufiger als Kindern aus der Kontrollgruppe (follow-up: ZEPPELIN 6-7). Sechs Jahre später kommen sie häufiger in die Sekundarschule A (follow-up: ZEPPELIN 12-13).

Finanzierung

Intervention:Bildungsdirektion Zürich (AJB), Lotteriefonds des Kantons Zürich, Bundesamt für Migration, Jacobs Foundation, Stiftung Mercator Schweiz, Ernst Göhner Stiftung, Paul Schiller Stiftung.
Forschung:
Schweizerischer Nationalfonds und HfH.
Unter dem Patronat der Schweizerischer UNESCO-Kommission.

Forschungsbeirat

Prof. Dr. Ute Ziegenhain, Universitätsklinikum Ulm
Prof. Dr. Margrit Stamm, Universität Fribourg
Dr. Heidi Simoni, Marie-Meierhofer-Instituts für das Kind Zürich
Prof. Dr. Ulrich Trautwein, Universität Tübingen
PD Dr. med. Oskar Jenni, Kinderspital Zürich, Entwicklungspädiatrie.

Team

Lanfranchi Andrea
Neuhauser Alex
Sempert Waltraud
Templer Franziska
Ramseier Erich

Projektdauer der Hauptstudie ZEPPELIN 0-3:

9/2011-12/2015

Projektleitung und Kontakt

Prof. Dr. Andrea Lanfranchi,

Projektwebseite

www.zeppelin-hfh.ch



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