Projekte
D.22 iLex-Korpus-Lexikon (2011)
Team
Boyes Bräm PennyHaug Tobias
Tissi Katja
Vorprojekt für ein iLex-Korpus-Lexikon für die Deutschschweizerische Gebärdensprache (DSGS) (2011)
Ziel
Seit 1995 gibt es eine lexikalische Datenbank für die Deutschschweizerische Gebärdensprache. Mit der Software ‚iLex', die an der Universität Hamburg entwickelt wurde, kann diese Datenbank nun ausgebaut werden: So wird es möglich, auch Gebärdensprach-Videos von längeren gebärdeten Texten mit dieser Datenbank zu verlinken, damit ein ‚Korpus-Lexikon' entstehen kann. Ziel ist es, bereits existierende und zukünftige Gebärdensprach-Videoarchive, die aus unterschiedlichen Quellen stammen, nicht nur zu sammeln, sondern auch viel effizienter durchsuchbar und für verschiedene Lehr- und Forschungszwecke zugänglich zu machen. In diesem Vorprojekt, das von Mai bis Dezember 2011 dauerte, wurden die Grundlagen für ein iLex-Korpus-Lexikon für die Deutschschweizerische Gebärdensprache (DSGS) geschaffen.
Methode
Die Realisierung des Korpus-Lexikons erfordert technische und inhaltliche Massnahmen:
- Während die Software iLex von allen Mitarbeitern lokal auf ihren Computern benutzt werden kann, muss das iLex-Korpus-Lexikon auf einem externen Server gesichert werden. Dank einer Vereinbarung zwischen der HfH, dem Institut für Computerlinguistik (ICL) der Universität Zürich und dem Forschungszentrum für Gebärdensprache (FZG) in Basel, wird nun iLex auf den Servern des ICL gehostet.
- Um den Export der Filemaker-Datenbank in iLex zu gewährleisten, mussten viele Anpassungen der aktuellen Datenbank gemacht werden. Im Vorprojekt konnte die Hälfte der ca. 8'000 Einträge angepasst werden. Die restliche Arbeit wird bis Juni 2012 vom Forschungszentrum für Gebärdensprache in Basel geleistet.
Das iLex-Projekt stützt sich damit auf die Zusammenarbeit mit der Universität Hamburg, wo die iLex-Software entwickelt wird, dem Institut für Computerlinguistik an der Universität Zürich, das einen Server für die Datenbank bietet, sowie mit dem Forschungszentrum für Gebärdensprache Basel.
Ergebnisse
Eine zentrale Arbeit betraf die Notation, also die Verschriftung der Gebärdensprache. Diese wird es ermöglichen, im Lexikon nicht nur nach Glossen, sondern auch nach Formen zu suchen. Als Grundlage dafür diente das Hamburger Notationssystem für Gebärdensprachen (HamNoSys), ein "phonetisches" Transkriptionssystem für Gebärden. Insgesamt wurden über tausend Gebärden annotiert. Um diese wichtige Arbeit weiterzuführen und die restlichen Gebärden in der Datenbank zu bearbeiten, ist es notwendig, dass auch weitere Personen in dieses computergestützte Notationssystem eingeführt werden.
Darüber hinaus wurden erste praktische Erfahrungen gemacht. So fand ein zweitägiger Workshop statt, der zum Ziel hatte, die iLex-Datenbank kennenzulernen. Geleitet wurde er von einem gehörlosen Mitarbeiter der Universität Hamburg. Später fand noch einmal ein intensiver Trainingstag statt, an welchem alle Projektmitarbeiter zusammen die grundlegenden Schritte der Software übten und Fragen klärten. Damit ist die Grundlage dafür geschaffen, dass die Mitarbeiter in den kommenden Monaten die Funktionen von iLex weiter individuell üben und vertiefen können.
Ausblick
Während des Vorprojektes wurde ein SNF-Forschungsprojekt ausgearbeitet, welches die neue Korpus-Lexikon-Technologie speziell nützen soll. Das Hauptziel des Projektes besteht darin, ein geschlossenes Korpus zu erstellen, in welchem produktive Gebärden sowie produktive Verwendungen konventioneller Gebärden in verschiedenen Gesprächstypen (Erzählung, Konversation, gedolmetscht) und Teilnehmerkonstellationen (Muttersprachler, Hörhilfen-Benutzer, Dolmetscher) analysiert werden. Das SNF-Gesuch wird im Oktober 2012 eingegeben.
Projektdauer
05/2011 – 12/2011Finanzierung des Projektes:
HfHMax-Bircher Stiftung
Forschungszentrum für Gebärdensprache Basel
Team
- Dr. phil. Penny Boyes Braem ist Leiterin dieses sowie früherer SNF-DORE-Gebärdensprach- Forschungsprojekte an der HfH und Leiterin des Forschungszentrums für Gebärdensprache Basel.
- Katja Tissi hat DSGS als Erstsprache gelernt und ist eine erfahrene Forscherin und Dozentin in der Dolmetscherausbildung (GSD) an der Hochschule für Heilpädagogik Zürich.
- Naomi Sonetto gebärdet DSGS als Erstsprache und ist Studentin in der Ausbildung zur Gebärdensprachausbildnerin (AGSA) an der HfH.
- Simone Groeber ist Doktorierende am Zentrum für Angewandte Linguistik, Universität Neuchâtel, und Mitarbeiterin in früheren HfH-DORE Gebärdensprachforschungsprojekten.
- Prof. Dr. phil. Tobias Haug ist Co-Leiter und Dozent im Studiengang Gebärdensprachdolmetschen (GSD) an der HfH.




