Projekte
C.2 Mehrfachbehindert-sehgeschädigte Menschen in der Schweiz (2004-2005)
Team
Adler JudithHättich Achim
Ausgangslage
Eine gute Betreuung und Förderung von Menschen mit einer geistigen Behinderung und einer Sehschädigung ist nicht immer einfach zu erreichen. Fehlende Informationen und Unterschätzung des Förderbedarfs bei diesen komplexen Behinderungsbildern können dazu führen, dass Betroffene und Eltern nicht die notwendige Information, Unterstützung und spezifische Förderung erhalten. Es wird vermutet, dass in der Schweiz eine grössere Zahl geistigbehinderter sehgeschädigter Menschen keinen adäquaten Zugang zu sehgeschädigtengerechter Förderung hat. Dies kann zu nicht erkannten Auswirkungen auf das Lernen, die Erweiterung des stimulierenden Raumes, die soziale Teilhabe und weitere Entwicklungsbereiche führen.
In der Schweiz liegen wenige Angaben zur spezifischen Förderung dieser Kinder vor. In vielen Institutionen in der Schweiz, so wird vermutet, steht bei diesen Personen die Mehrfachbehinderung im Vordergrund. Die Sehschädigung und die Möglichkeiten spezieller Förderung und Beratung sind noch wenig bekannt. Es besteht zur Zeit keine systematische Übersicht über diese Angebote in der Schweiz.
Im Auftrag der Dachorganisation im Blinden- und Sehbehindertenwesen der Schweiz (SZB Zentralverein für das Blindenwesen) führt die Hochschule für Heilpädagogik eine Studie zur Situation von geistig behinderten Menschen mit einer Sehschädigung in der Schweiz durch.
Die Untersuchung soll eine Übersicht über die Situation der geistigbehindert-sehgeschädigten Menschen in der Schweiz geben, damit in einer nächsten Etappe die Versorgung im Bereich der Sehschädigung optimiert werden kann. Insbesondere werden die Anzahl dieser Menschen in der Schweiz, ihre Lebenssituation und ihre Versorgungslage beschrieben.
Vorgehen
Es wird ein Überblick über bestehende Literatur und vorhandene Untersuchungen im Gebiet der Mehrfachbehinderung mit Sehschädigung in der Schweiz, Deutschland und Österreich erstellt.
Um einen Einblick in dieses Fachgebiet zu bekommen und um mögliche Versorgungslücken und Schwierigkeiten zu identifizieren, werden 4-5 explorative Experteninterviews durchgeführt.
Schriftliche Befragung: Geklärt werden soll mit einem kurzen Fragebogen, wie viele Personen mit dieser Behinderung in den Institutionen leben und lernen und welche Versorgung im Bereich der Sehschädigung diese Personen bekommen. Folgende Institutionen werden miteinbezogen: Heilpädagogische Frühförderstellen
Heilpädagogische Kindergärten
Heilpädagogische Schulen
Wohnheime für geistig behinderte Erwachsene (und im Alter)
Geschütze Werkstätten für geistig behinderte Erwachsene
Beschäftigungsstätten für geistig behinderte Erwachsene
Abteilungen für geistig behinderte Erwachsene in der Psychiatrie.
Projektdauer: September 2004 bis Mai 2005
Auftraggeber: Schweiz. Zentralverein für das Blindenwesen (SZB)
Kontaktperson: Judith Adler, lic. phil.; Hochschule für Heilpädagogik; e-mail:
Projektmitarbeiter: Achim Hättich, Dr. phil., Hochschule für Heilpädagogik; e-mail:
Institution: Interkantonale Hochschule für Heilpädagogik, Zürich




