Projekte

B.6 Ausbildungswege von Lernenden mit besonderen Bedürfnissen im Kanton Zürich (2006-2010)

Team

Gyseler Dominik

Ausgangslage und Zielstellung

Ziel des vorliegenden Forschungsprojekts ist es, die Ausbildungswege von Lernenden mit besonderen pädagogischen Bedürfnissen vom Kindergarten bis in die Berufsausbildung zu untersuchen und mit jener der Lernenden aus der Regelklasse zu vergleichen. Von besonderem Interesse sind dabei mögliche kritische Übergänge im Verlauf der Schulkarriere (Primarunterstufe; Primarunterstufe – Primarmittelstufe; Primarmittelstufe – Sekundarstufe I; Sekundarstufe I – Sekundarstufe II). Zudem sollen mögliche Risikofaktoren (z.B. Migrationshintergrund) berücksichtigt werden.

Fragestellungen

Im Einzelnen sollen folgende zentrale Fragestellungen untersucht werden:
  1. Welche Ausbildungswege werden gewählt über die Etappen Kindergarten8208;Primarstufe8208;SekundarstufeI I8208;Sekundarstufe II? Lassen sich unterschiedliche Verlaufsmuster identifizieren? Wie häufig kommen diskontiniuierliche Verläufe vor?
  2. Wie sehen die Ausbildungswege von Lernenden mit besonderen Bedürfnissen aus? Wie durchlässig sind separierende Angebote (Rückschulungsrate von Sonderklassen in Regelklassen)?
  3. Welche Bedeutung haben kritische Laufbahnereignisse bzw. Sondermassnahmen – z. B. Zäsuren (Repetiton, Wechsel Schultyp), – für den weiteren Verlauf der Ausbildungswege?
  4. Zeigen sich regionale Unterschiede (Bezirke, Stadt8208;Land) in den Ausbildungswegen?

Methodisches Vorgehen

Diese Fragen werden im Rahmen der amtlichen Bildungsstatistik des Kantons Zürich (BISTA) untersucht werden. Die Bildungsstatistik wird seit 1999 als Individualdatensatz geführt und erlaubt somit die Analyse von individuellen Schullaufbahnen.
Um den Informationsgehalt der BISTA8208;Daten möglichst optimal auszuschöpfen, lohnt sich eine
Kombination verschiedener Analyseperspektiven:
  • Voller Längsschnitt: Verlaufsanalysen über 6 konsekutive Ausbildungsjahre;
  • Mini8208;Längsschnitt: Analyse kritischer Übergänge (z. B. Sekundarstufe I–Sekundarstufe II) über 2 Ausbildungsjahre;
  • Trend: Analyse bestimmter Etappen der Bildungslaufbahn (z. B. Sek.I/Sek.II) im Vergleich mehrerer Jahre (bzw. 19998208;2004).

Ergebnisse

Die Auswertungen zeigen u.a., dass Lernende mit besonderen pädagogischen Bedürfnissen einen erschwerten Einstieg in die Berufsausbildung haben und dies in besonderem Mass Lernende aus Sonderschulen und Sonderklassen betrifft. Am wenigsten gelingt dabei Lernenden aus Sonderschulen der Einstieg in eine qualifizierende Berufsausbildung.
Ganz zentral für eine erfolgreiche berufliche Integration von Lernenden mit besonderen pädagogischen Bedürfnissen ist dabei das Angebot der Anlehre bzw. der Attest8208;Ausbildung. Weiter zeigt sich, dass es keine expliziten kritischen Übertritte im engeren Sinne, dafür aber kritische Phasen während der Bildungslaufbahn von Lernenden mit besonderen pädagogischen Bedürfnissen gibt.

Projektorganisation

Es handelt sich um ein gemeinsames Projekt der HfH und der Abteilung Bildungsstatistik der Bildungsdirektion (BID) des Kantons Zürich. Die Analysen erfolgen im Austausch mit einer Begleitgruppe von Vertetenden beider Institutionen
  • HfH: Prof. Kurt Häfeli
  • BID: Beda Imhof, Ruth Brammertz, Pius Bischofberger

Projektdauer

2006-2010

Projektleitung, Kontakt

Dr. phil. Dominik Gyseler


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