Projekte
A.5 Prävention von Sprachentwicklungsverzögerungen in pädagogischen Institutionen (2006-2010)
Team
Braun WolfgangSteiner Jürgen
Ausgangslage / Inhalt und Vorgehen
Unter dem Titel „PSI – Prävention von Sprachentwicklungsverzögerungen in pädagogischen Institution" wird mit dem Projekt eine sinnvolle Verknüpfung von Frühdiagnose, Prävention / Gesundheitsförderung, Behandlung und Evaluation angestrebt.Ein erster Schritt lag in der klaren Definition von Risiko, Risikogruppe und Prävalenz. Dies war unter der Berücksichtigung der Dynamik und der Variabilität der (normalen) Entwicklung des Kindes zu bewerkstelligen. Die grosse Bandbreite der Einschätzung von z.B. Sprachauffälligkeiten bei Schuleintritt– es kursieren Zahlen von 5% bis 40% - verunsichern, zeigen jedoch auch die Schwierigkeiten der Prävalenzbestimmung.
Ein zweiter Schritt befasste sich mit der Früherfassung des Sprachstandes. Im Artikel ‚Früherfassung als Arbeitsteilung' (logos 2009) wird die Zusammenarbeit in der Triage Eltern – pädagogische Fachperson – Logopädin betont und ein Überblick über Sprachstandserfassungsinstrumente gegeben. Ein dritter Schritt bestand in der Definition von Massnahmen, die unterschiedliche Settings berücksichtigen:
- Massnahmen für das pädagogisch-institutionelle Netzwerk, in dem sich Kind und Eltern bewegen.
- Massnahmen für das entwicklungsgefährdete Kind
- Massnahmen für die betroffene Familie
- Risikoeinschätzung (Indikationsklärung für eine Sprachstandserfassung),
- Sprachstandserfassung (Indikationsklärung für Förderung und/oder Beratung),
- Fördern und Beraten
vgl. die Homepage : www.sprachpraevention.ch
Ergebnisse
- Ermittlung des State oft the Art zum Themenkreis Prävention von Spracherwerbsstörungen, besonderer Fokus: Prävalenz (Datenübersicht) und institutionelle Verankerung präventiver Massnahmen in der Deutschschweiz (Befragung)
- Auf- und Ausbau eines virtuellen Kompetenzzentrums: www.logopaedieundpraevention-hfh.ch
- Erstellung von praktischen Tools zur Beobachtung der Sprache / Kommunikation für nicht-logopädische Fachpersonen
- Redeflusskompass: Entscheidungshilfe für Kinderärzte in der Differenzierung von Entwicklungsunflüssigkeiten und beginnenden Stottern (Evaluation in einem weiteren Forschungsprojekt von J. Kohler)
- Spracherwerbskompass Entscheidungshilfe für Fachpersonen im Frühbereich bezüglich Beratungs- und Abklärungsindikation bei Sprachentwicklungsverzögerungen
- Sprachlupe Beobachtungsbogen für Kindergartenlehrpersonen (in Kooperation mit der PH TG)
- Lautspracherwerbskompass (in Bearbeitung, Fertigstellung Frühjahr 2011)
- Lesekompetenz-Kompass (in Bearbeitung, Fertigstellung Frühjahr 2011)
- Erstellung von praktischen Tools zur Beratung von Familien mit Migrationshintergrund
- Audiofiles „Was ist Logopädie" in 16 Sprachen
- Audiofiles „Informationen über Zweitspracherwerb" in 16 Sprachen
- Erstellung von praktischen Tools zur Beratung von Familien bezüglich Sprachlernstrategien: Sprachförderfilm ‚Sprache kitzeln'
Publikationen
Veröffentlichungen 2006-2010 sind unter www.logopaedieundpraevention-hfh.ch einsehbar.Projektdauer:
Mai 2006 bis Sommer 2010Kooperationspartner:
LMU München, M. Grohnfeldt Interregionale Arbeitsgruppe Sprachprävention, Kontakt M. Zunftmeister Logopädischer Dienst Mittelrheintal , Heerbrugg (CH)Kontakt:
Prof. Dr. Jürgen Steiner, Studiengangsleiter Logopädie Departement II HfH,Wolfgang G. Braun, Dozent Studiengang Logopädie HfH




