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Projekte

A.11 Prävention von Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten (2007-2010)

Team

Kern Maja
Sodogé Anke

Ausgangslage

In der ersten Phase des Forschungsprojekts wurden die subjektiven Theorien und das Wissen von schulischen Heilpädagoginnen und Heilpädagogen über Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten anhand von Leitfadeninterviews und einer Fragebogenerhebung erfasst. Die zentralen Untersuchungsergebnisse können der unten angehängten Powerpoint Präsentation über das Forschungsprojekt entnommen werden, ausführliche Darstellungen der Forschungsergebnisse werden im Jahr 2010 in heilpädagogischen Fachzeitschriften veröffentlicht. Zielsetzung des weiterführenden Projekts ist die Aufarbeitung des aktuellen theoretischen und empirischen Wissenstands über LRS in der Sonder- und Heilpädagogik mit den Mitteln der Diskursanalyse. Ausgangspunkt hierfür ist die Diversifikation und Komplexität der wissenschaftlichen Erkenntnislage zum Thema. Diese kommt unter anderem darin zum Ausdruck, dass es innerhalb diesbezüglicher sonderpädagogischer Veröffentlichungen keine einheitliche Begriffsverwendung geschweige denn Konzeptualisierung des Phänomens gibt. Die Unklarheit und Uneinheitlichkeit auf Seiten der Wissenschaft haben, wie die Ergebnisse des ersten Teils des Forschungsprojekts zeigen, Auswirkungen auf die Praxis: Es lässt sich eine generelle Verunsicherung bezogen auf das Verständnis des Phänomens LRS, seine Verursachung und die Wirksamkeit von Förderung erkennen. Eine strukturierte Aufarbeitung des aktuellen sonder- und heilpädagogischen Diskurses erscheint als Unterstützung für die Praktikerinnen und Praktiker dringend notwendig, gewinnt aber darüber hinaus an Bedeutung, weil er in engem Zusammenhang mit einigen zentralen sonder- und heilpädagogischen Themen steht. Hierzu gehört die Frage des Behinderungsbegriffs, des Etikettierungsressourcendilemmas, des Spannungsfeldes von Integration und Separation, des Spezialisten- oder Generalistentums der heilpädagogischen Professionen sowie ihrer Zuständigkeitsbereiche und die Abgrenzung zur allgemeinen Pädagogik.

 

Fragestellung

  • Welche Themen/Fragestellungen werden im Zusammenhang mit Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten diskutiert?
  • Welche Fachdisziplinen/Autoren und Autorinnen sind am Diskurs in sonderpädagogischen Fachpublikationen über Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten wie häufig beteiligt?
  • Mit welchen theoretischen, empirischen, sprachlichen, symbolischen Mitteln wird der Gegenstand Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten konstituiert?
  • Welche Bezüge enthält der Diskurs zu andern Diskursen in der Sonder- und Heilpädagogik?

 

Vorgehen

Das Forschungsvorhaben soll der Diskursforschung zugeordnet werden (Weisser, 2004) und mit den Methoden der Diskursanalyse bearbeitet werden. Analysiert werden textförmige Daten (Zeitschriftenbeiträge) aus sonder- und heilpädagogischen Fachzeitschriften im deutschsprachigen Raum ab dem Jahr 2000. Als zum Datenkorpus gehörig sollen Artikel gelten, die im Titel oder im Abstract, die für die Fragestellung relevanten Schlüsselbegriffe (LRS, Legasthenie, Störung des Schriftspracherwerbs etc.) enthalten. Die Datenanalyse folgt den Prinzipien der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring (2002) mit dem Ziel der nach Themen geordneten Zusammenfassung des Materials.

 

Projektdauer:

2007-2010

 

Projektbearbeitung/Kontakt

Anke Sodogé, Prof. Dr. päd., Dozentin HfH Zürich, anke.sodoge@hfh.ch

Maja Kern, lic.phil. I, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, HfH Zürich, maja.kern@hfh.ch

 

Literatur:

Klicpera, C., Schabmann A., Gasteiger-Klicpera B (2007). Legasthenie. Modelle, Diagnose, Therapie und Förderung. München: Reinhardt.

Mayring, P. (2002). Qualitative Inhaltsanalyse (7. Auflage). Weinheim: Beltz.

Weisser, Jan (2004): Was leistet die Diskursforschung in der Sonderpädagogik? In: Heilpädagogik online, 4, 23-45


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