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Gebärdensprachforschung in der Schweiz

Die universitäre Anbindung der Gebärdensprachforschung hat grosse Bedeutung für die Minoritätssprache. Die Interkantonale Hochschule für Heilpädagogik Zürich (HfH) und das Forschungszentrum für Gebärdensprache (FZG) erwarten von der Kooperation mit dem Zürcher Kompetenzzentrum Linguistik der Universität Zürich (ZüKL) neue Möglichkeiten für die langfristige, universitäre Gebärdensprachforschung.

11. September 2012

Während Gebärdensprachen in vielen Ländern schon seit den 70er Jahren zu Forschungsgebieten an Universitäten zählen, ist dies in der Schweiz bisher noch nicht der Fall. Die Uni Zürich hat nun zwei wichtige Akteure im Feld der Deutschschweizerischen Gebärdensprache (DSGS) als assoziierte Mitglieder aufgenommen. Die Interkantonale Hochschule für Heilpädagogik Zürich (HfH) und das Forschungszentrum für Gebärdensprache (FZG) erwarten von der Kooperation mit dem Zürcher Kompetenzzentrum Linguistik der Universität Zürich (ZüKL) neue Möglichkeiten für die langfristige, universitäre Gebärdensprachforschung. Prof. Dr. phil. Tobias Haug, Co-Leiter des Studienganges Gebärdensprachdolmetschen an der HfH, meint dazu: „Die Zusammenarbeit mit der Uni Zürich ist eine wichtige Anerkennung für eine schweizerische Minoritätssprache. Auch für Forschung und Lehre an der HfH sehen wir neue Chancen.“ Eine gemeinsame Tagung zum Thema „Lautsprache und Gebärden-sprache“ im September 2013 an der Uni Zürich und ein Gebärdensprach-Korpuslinguistik-Projekt gemeinsam mit dem Institut für Computerlinguistik der Uni Zürich werden die ersten gemeinsamen Projekte sein. Aktuelle Forschungsergebnisse werden in den Bachelorstudiengang Gebärden-sprachdolmetschen an der HfH einfliessen.  

Bedeutung der Gebärdensprachforschung

Gebärdensprachen sind weltweit als Forschungsgegenstand anerkannt und in den gleichen Disziplinen vertreten wie gesprochene Sprachen, beispielsweise in der Psycho-, Neuro- und Korpuslinguistik. Im Gegensatz zur Lautsprache verwendet die Gebärdensprache eine visuell-gestische Modalität, ein besonders interessantes Forschungsgebiet. Weiterhin ergeben sich aus der Einbeziehung von Gebärdensprachen neue Herausforderungen methodischer Natur. Grundlegende Konzepte der Sprachwissenschaften stehen auf dem Prüfstand bezüglich der Übertragbarkeit. Wird Gebärden-sprache gleichermassen im Gehirn verarbeitet wie gesprochene Sprachen? Lernen gehörlose Kinder Gebärdensprache im gleichen Alter und in der gleichen Weise wie hörende Kinder Lautsprachen erwerben? In der Gebärdensprache gibt es Unterschiede auf nationaler Ebene, gibt es sie auch in Bezug auf regionale Dialekte oder das Alter der Sprachbenutzer? Gibt es besondere Heraus-forderungen beim Dolmetschen von und in Laut- und Gebärdensprache aufgrund von Modalitäts-unterschieden? Welche methodischen Aspekte ergeben sich bei der Erstellung von Korpora für Laut- und Gebärdensprachen? Oder wie lassen sich Laut- und Gebärdensprachen aus typologischer Sicht vergleichen? 

Forschungszentrum für Gebärdensprache (FZG) in Basel

 In der deutschen Schweiz begann die Erforschung der Deutschschweizerischen Gebärdensprache (DSGS) mit der Gründung des privaten Forschungszentrums für Gebärdensprache (FZG) 1982 in Basel. Es folgten Projekte, die an der Interkantonalen Hochschule für Heilpädagogik Zürich angesiedelt waren. Die zum Teil vom Schweizerischen Nationalfond geförderten Projekte waren zeitlich begrenzt und führten bisher nicht zu einer dauerhaften Präsenz der Schweizer Gebärdensprachforschung.

 Zürcher Kompetenzzentrum für Linguistik (ZüKL)

 Das Zürcher Kompetenzzentrum für Linguistik (ZüKL) der Universität Zürich wurde 2010 gegründet. Es handelt sich um ein Netzwerk zur Stärkung der wissenschaftlichen Lehre und Forschung auf dem Gebiet der Linguistik.

Fakten

Gründung 1924 als Heilpädagogisches Seminar, 2001 als Interkantonale Hochschule für Heilpädagogik
Rektorin Prof. Dr. Barbara Fäh
Personalbestand rund 170 Mitarbeitende
Träger 13 Kantone und das Fürstentum Liechtenstein
Präsidentin des Hochschulrates Prof. Dr. Dorothea Christ, Chefin Hochschulamt des Kantons Zürich
Kernbereiche Fünf Master- und Bachelorstudiengänge, Weiterbildung, Forschung und Dienstleistungen 

Kontakt

Hochschulkommunikation
Sabine Hüttche
Tel: +41 44 317 12 02
Mobil: +41 79 2365 396
sabine.huettche[at]hfh.ch E-Mail schreiben an Sabine Hüttche
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