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APPEAR - Aphasie-Praxis. Pilotstudie zur Evaluation als assoziative Recherche

Ausgangslage und Ziele

Die Einführung der Internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF ) wurde von der schweizerischen Sanitätsdirektorenkonferenz im Jahr 2001 empfohlen und betrifft auch die Logopädie. Praktisch tätige Logopäden und Logopädinnen kennen und befürworten diese Standardklassifikation. Die Initiatoren der Pilotstudie APPEAR vermuten, dass die Umsetzung aufgrund von ideellen, organisatorischen und professionellen Hemmnissen jedoch noch nicht in ausreichendem Masse auf dem Weg ist. Wichtig wäre es, zu erfahren, welche Hemmnisse es in der Schweiz, Deutschland und Österreich gibt, um Gelingensvisionen abzuleiten.

Fragestellung

Die zentralen Forschungsfragen von APPEAR lauten:

  • Gibt es in der Praxis bezüglich ICF und Aphasie im Kontext Rehabilitation eine Differenz zwischen dem Ist- und dem Soll-Zustand (gemessen an Standards, Aphasie-Guidelines und ICF als Forderung der Sanitätsdirektorenkonferenz)?
  • Was muss geschehen, um gedanklich und praktisch mehr in Richtung Realisierung des ICF in der tatsächlichen Praxis zu kommen?
  • Sind länderspezifische Konzepte und Prämissen zu ICF zu berücksichtigen?

Methodisches Vorgehen

Für die Studie werden Leiter und Leiterinnen von Logopädie-Abteilungen in Rehabilitationskliniken in der Schweiz, Deutschland und Österreich befragt. Die Forscher konzentrieren sich auf Kliniken mit Aphasie im Vordergrund der Rehabilitation, Patienten in der stabilen, post-akuten Phase sowie mit dem Rehabilitationsziel der beruflichen Eingliederung und der Aufrechterhaltung der Wohnselbständigkeit. Ausgeschlossen werden Kliniken mit den Schwerpunkten Dysphagie, Akut-Patienten und geriatrische Rehabilitation.

Ergebnisse

Die Studie zeigt, dass die Idee der ICF im logopädischen Alltag in allen drei Ländern (Deutschland, Österreich und Schweiz) Einzug gehalten hat. Für eine Ausrichtung auf den Kontext bedarf es noch weiterer Entwicklungen:

  • Eine interprofessionelle Zielfindung und Dokumentation wird in Institutionen der Rehabilitation in allen Ländern umgesetzt; eine weitere Diskussion über konkrete Rahmenbedingungen der Zusammenarbeit und der Bedeutung einer Ausrichtung auf den Kontext ist allerdings notwendig.
  • Im engeren logopädischen Arbeitsfeld fehlt es an Konzepten der kontextorientierten Diagnostik und der kontextorientierten Therapie. Diese konzeptuelle Lücke gilt es zu schliessen.
  • Zuweiser (Ärzte) beziehen sich zur Einschätzung des Erfolges der Sprachrehabilitation auf Testergebnisse. Testergebnisse sind aber nur bedingt geeignet die Passung für den Kontext zu messen; hier bedarf es der Kommunikation für ein Commitment und für eine erweiterten Perspektive.
  • Das engagierte Arbeiten im stationären Setting wird unterlaufen, wenn die Überweisung der Patientinnen und Patienten in die ambulante Versorgung nicht oder nicht mit der notwendigen Anzahl Therapiestunden gelingt. Das Stagnieren in dieser Schnittstelle ist unbefriedigend für alle Beteiligten und ruft zur Bearbeitung auf.
  • Künftige Forschung in der Aphasie sollte sich mehr auf Partizipation unter Einbezug der Betroffenen ausrichten.

Publikationen

  • Venetz, M. (2016). Wirksame Aphasietherapie – Ansätze zu einer praxisbasierten Evidenz. In J. Steiner (Hrsg.), Aphasie im Kontext. Einführung in die Praxis des alltagsorientierten Empowerments (S. 171 – 181). Bern: Edition SZH/CSPS.
  • Brunner, M., Haid, A., Rother, A., & Steiner, J. (2014). ICF-Konzept und Aphasie-Praxis in postakuten Rehaeinrichtungen. Ergebnisse einer Befragung von Logopädinnen und Logopäden in Österreich. LogoTHEMA 2, 14–17.
  • Steiner, J. (2014). Teilhabeorientierte, dialogische Aphasiediagnostik – ein Update. LogoTHEMA 1, 10-14.

Fakten

Laufzeit
08/2012-03/2016
Nr.
4_21

Kontakt

Forschung und Entwicklung
Tel: +41 44 317 11 81

zfe[at]hfh.ch zfe