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Asperger-Syndrom und hochfunktionaler Autismus im Schulalter: zwischen schulischen Herausforderungen, komorbiden Erkrankungen und dem „Anderssein als Superkraft“ – Analyse des Unterstützungsbedarfs aus einer ressourcenorientierten Perspektive

Ausgangslage und Ziele

Kognitiv durchschnittlich bis hoch begabte Personen mit einer Autismus-Spektrum-Störung – diagnostisch vielfach mit den Begriffen ‘Asperger-Syndrom’ (AS) oder ‘Hochfunktionaler Autismus’ (HFA) beschrieben – stehen in den letzten Jahren vermehrt im Fokus öffentlicher Berichterstattung.

In einer durchaus ressourcenorientierten öffentlichen Darstellung stehen dabei in der Regel zum einen besondere kognitive Fähigkeiten dieser Personen, zum anderen die Beharrlichkeit der Auseinandersetzung mit spezifischen Fachthemen und des Verfolgens selbstgesetzter Ziele im Vordergrund.

Einem gleichzeitig bei vielen Menschen mit Asperger-Syndrom oder hochfunktionalem Autismus und ihren Angehörigen bestehenden Leidensdruck und daraus abgeleiteten Handlungsbedarf wird in der aktuell breiten Berichterstattung wenig Raum gegeben. Teilweise wird die Diagnose vielmehr durch die Wahl von Begrifflichkeiten wie «Modediagnose», «en vogue» oder «chic» in ihrer Komplexität und Ernsthaftigkeit relativiert.

Das Forschungsprojekt widmet sich diesem Spannungsfeld zwischen Ressourcenorientierung und Problemwahrnehmung anhand einer differenzierten Analyse von Unterstützungsbedarfen und -angeboten, ohne die individuellen Ressourcen und Kompetenzen aus dem Blick zu verlieren.

Fragestellung

Auf die für den heilpädagogischen Kontext besonders relevante Personengruppe der Kinder und Jugendlichen mit einem Asperger-Syndrom bzw. hochfunktionalen Autismus übertragen steht dabei die folgende Fragestellung im Vordergrund:

Wie lässt sich dieser Unterstützungsbedarf von Kindern und Jugendlichen mit AS/HFA in den verschiedenen Lebensbereichen (u.a. Alltag, Familie, Schule, Freizeit) im Einzelfall bestmöglich analysieren und beschreiben?

Methodisches Vorgehen

Das Forschungsprojekt ist partizipativ ausgerichtet und umfasst die folgenden Schritte:

  1. Diskussion der Forschungsschritte und -inhalte mit Expertinnen in eigener Sache (Gespräche mit Fachpersonen mit dem Asperger-Syndrom): In einem ersten Schritt ist die Vorstellung und Diskussion der Projektplanung mit ausgewählten Fachpersonen, die zudem eigene Erfahrungen aufgrund ihres persönlichen Lebens mit dem Asperger-Syndrom mit einbringen können, geplant. Die Innensicht bietet die Chance einer inhaltlichen und methodischen Adaption des Vorgehens aus einer partizipativen Perspektive.
  2. Theorieunterstützte Konzipierung einer Systematik der Analyse von Unterstützungsbedarfen und -angeboten in verschiedenen Lebensbereichen: Ein differenzierter Blick in die internationale Fachdiskussion bildet in Kombination mit den vorab durchgeführten Gesprächen die zentrale Basis für die Entwicklung einer ersten Systematik der Analyse von Unterstützungsbedarfen und -angeboten.
  3. Durchführung und Auswertung von ExpertInneninterviews zur Systematik der Analyse von Unterstützungsbedarfen und -angeboten: In einer dritten Etappe soll die vorab entwickelte Systematik der Analyse von Unterstützungsbedarfen und -angeboten einer Überprüfung und Diskussion mit Fachpersonen unterzogen werden. Befragt werden in mehreren Interviews zum einen erneut Fachpersonen mit einem Asperger-Syndrom, zum anderen neurotypische Fachpersonen, die in der pädagogischen oder therapeutischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen mit Asperger-Syndrom bzw. hochfunktionalem Autismus tätig sind.

Ergebnisse

Zusammenfassend steht der Gewinn von wissenschaftlich fundierten Erkenntnissen zum individuellen Unterstützungsbedarf sowie der Bereitstellung adäquater Unterstützungsangebote für Kinder und Jugendliche mit einem Asperger-Syndrom bzw. hochfunktionalen Autismus und ihre Angehörigen im Vordergrund dieses Forschungsvorhabens.

Mit der Konzipierung einer Systematik zur Analyse von Unterstützungsbedarfen und -angeboten in verschiedenen Lebensbereichen mit Blick auf die Perspektiven verschiedener Akteure (u.a. Selbstbetroffene, Fachpersonen) soll die Basis für eine erweiterte empirische Analyse geschaffen werden, die Formulierung von Indikatoren für das Vorliegen spezifischer Unterstützungsbedarfe sowie eines Zielkatalogs für Unterstützungsangebote in den Bereichen Schule, Therapie, Freizeit und Familie zum Ziel hat.

Fakten

Laufzeit
12/2019-12/2020
Nr.
4_43

Projektleitung

Prof. Dr.   Eckert

Professor

Kontakt

Zentrum Forschung und Entwicklung
Tel: +41 44 317 11 46

zfe[at]hfh.ch zfe