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BerAb – Berufslaufbahnen von HfH-Abgängerinnen/Abgängern und die Bedeutung aufgabenbezogener Qualifikationen in heilpädagogischen Berufsfeldern

Ausgangslage und Ziele

Weil heilpädagogisch-therapeutische Fachleute in der Praxis sehr gesucht sind, sind Informationen zu den Berufslaufbahnen der Absolvierenden von grossem Interesse. Der bestehende Mangel an heilpädagogischen-therapeutischen Fachkräften wird in der öffentlichen Wahrnehmung beispielsweise darauf zurückgeführt, dass Fachkräfte in andere Berufsfelder abwandern oder niedrigprozentig arbeiten. Das Ziel dieser Studie war es, diese Vermutungen empirisch zu beantworten. Neben den Berufslaufbahnen interessieren besonders die Bedeutung, welche einzelne Aufgabenfelder für die HfH-Absolvierenden der Schulischen Heilpädagogik in der Praxis haben, und wie sie ihre eigene Qualifikation in Bezug auf diese Aufgabenfelder einschätzen.

Methodisches Vorgehen

Es wurde ein Fragebogen entwickelt, der sich an der Befragung ehemaliger Studierender des Heilpädagogischen Seminars / der HfH von Vogel und Strasser (2005) orientiert und eine Vergleichbarkeit der Daten gewährleistet. Es wurden insgesamt 2859 Absolvierende aller Studiengänge der HfH mit Abschlussjahr zwischen 2008 und 2018 über die E-Mail-Adresse der Studierendenadministration zur einer Online-Befragung eingeladen. Von insgesamt 2676 gültigen Adressen resultierten 1411 Antworten (53% Rücklauf). Bezüglich der Verteilung der Befragten auf die Studiengänge ist die Stichprobe repräsentativ. Zur Datenauswertung wurden deskriptive und inferenzstatistische Analysen durchgeführt.

Ergebnisse

Die Ergebnisse zeigen, dass die meisten Absolvierenden der HfH im Beruf bleiben und mit einem eher hohen Arbeitspensum (durchschnittlich 75%) angestellt sind. Die Hälfte der Befragten hat ein Arbeitspensum von 80% und mehr inne. Somit kann die Vermutung, dass der Mangel an pädagogisch-therapeutischen Fachkräften in der Praxis durch Abwanderung in andere Berufe sowie durch niedrigprozentige Arbeit verursacht wird, nicht bestätigt werden.

Die ehemaligen Masterstudierenden (Schulische Heilpädagogik (SHP) / Heilpädagogische Früherziehung (HFE)) äussern durchschnittlich eine hohe Zufriedenheit mit dem Studium an der HfH, wobei die Möglichkeiten bezüglich persönlicher Entwicklung und Karrieremöglichkeiten (Erwartungen erfüllt) hoch, und die Zufriedenheit mit dem Studium hinsichtlich des Zuwachses an Handlungs- und Erkenntniskompetenz etwas weniger hoch eingeschätzt wird (Erwartungen eher erfüllt). Bachelor-Absolvierende (Logopädie / Psychomotoriktherapie) bewerten das Studium grundsätzlich als zufriedenstellend (Erwartungen eher erfüllt).

Der Vergleich der Aufgabenbereiche aus Sicht der SHP-Absolvierenden mit der Studie von Vogel und Strasser (2005) zeigt, dass sich sowohl die Einschätzungen der Bedeutung als auch der Qualifikation in einigen Bereichen signifikant verändert haben. Die SHP-Absolvierenden mit Abschlussjahrgang 2008 bis 2018 (SHP-BerAb) fühlen sich beispielsweise in den Bereichen "Elementares Lernen", "Allgemeine Didaktik", "Zusammenarbeit mit weiteren Fachpersonen", "Einzelförderung" und "Diagnostik" nicht nur besser qualifiziert als die Absolvierenden mit den Abschlussjahrgängen 1992-2004 (SHP-Vogel), sie schreiben den Bereichen zudem eine höhere Bedeutung in ihrem beruflichen Alltag zu. Dagegen hat in den Bereichen "Therapie", "Öffentlichkeitsarbeit", "Pflege", "Evaluationen durchführen", "Schul- und Organisationsentwicklung" sowie "Qualitätsentwicklung und -sicherung" neben der Bedeutung auch die Einschätzung der Qualifikation durch die SHP-BerAb im Vergleich mit den SHP-Vogel abgenommen. Mögliche Gründe dafür können insbesondere in der Veränderung des Schweizerischen Schulsystems in den letzten Jahren liegen: Mit dem Perspektivenwechsel hin zu einer vermehrt systemischen Sichtweise auf die Schulische Heilpädagogik (WHO, 2001) und der gesetzlichen Verankerung der integrativen Schule (Sonderpädagogik-Konkordat; EDK, 2007) hat sich die Rolle der SHP in der Praxis und auch das Curriculum in der Ausbildung gewandelt. Zudem werden die Bereiche "Qualitätssicherung" sowie "Schul- und Organisationsentwicklung" vermehrt von Schulleitenden verantwortet, was eine mögliche Erklärung für die tieferen Einschätzungen in diesen Aufgabenbereichen sein kann. Die aktuell an der HfH laufende Reform des SHP-Masterstudiengangs wird wieder ein Wahlpflichtmodul zur Schul- und Organisationsentwicklung in die zukünftige Ausbildung in Schulischer Heilpädagogik aufnehmen.

Fakten

Laufzeit
11/2018-12/2019
Nr.
5_58

Projektleitung

Projektteam

Kontakt

Zentrum Forschung und Entwicklung
Tel: +41 44 317 11 46

zfe[at]hfh.ch zfe