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Einsatz von Lehrplänen im Unterricht bei Schülerinnen und Schüler mit einer geistigen Behinderung

Ausgangslage und Ziele

Für den Unterricht bei Schülerinnen und Schülern mit geistiger Behinderung existiert in der deutschsprachigen Schweiz kein verbindlicher Lehrplan. Mit dieser Situation gehen heilpädagogische Schulen, an denen Schülerinnen und Schüler mit geistiger Behinderung unterrichtet werden, unterschiedlich um. Es gibt Schulen, die für sich einen mehr oder weniger ausdifferenzierten Rahmenlehrplan erarbeitet haben. Andere Schulen orientieren sich an Lehrplänen aus Deutschland oder setzen ausgewählte offizielle Lehrmittel und teilweise auch Lehrpläne der Regelschule ein. An manchen Schulen jedoch scheint es keine systematische Orientierung an einem Lehrplan zu geben. Diese Situation wirft Fragen auf:

  • Wie wird der Bildungsanspruch von Schülerinnen und Schülern mit geistiger Behinderung zielorientiert gewährleistet sowie der Gefahr der Beliebigkeit und Zufälligkeit begegnet?
  • Wie werden Bildungsangebote bezüglich Zielen und Inhalten längerfristig geplant und gesteuert?
  • Wie wird die Anschlussfähigkeit für einzelne Schülerinnen und Schüler bei einem Wechsel der Schule oder der Schulungsform (separativ/integrativ) gewährleistet? Diese Frage stellt sich angesichts der grossen Zunahme integrativer Schulung in den letzten Jahren mit besonderer Dringlichkeit.

Ziel des Projektes ist eine Bestandesaufnahme der Verwendung von und der Einstellungen gegenüber Lehrplänen für Schülerinnen und Schüler mit einer geistigen Behinderung in der Deutschschweiz sowie die Identifizierung von Entwicklungsnotwendigkeiten im Bereich von Lehrplänen. Damit sollen einerseits Grundlagen für die Konzeption und Weiterentwicklung von Lehrplänen, andererseits aber auch Hinweise zur Implementierung von Lehrplänen gewonnen werden.

Fragestellung

Um passende und sinnvolle Massnahmen für den Aufbau, die Weiterentwicklung und Festigung der Lehrplanorientierung in der Bildung von Schülerinnen und Schülern mit einer geistigen Behinderung vorschlagen zu können, muss die aktuelle Situation des Einsatzes von Lehrplänen in diesem schulischen Bereich bekannt sein. Aus diesem Grund wird im Projekt nach der Verwendung von Lehrplänen sowie ihrer Verknüpfung mit förderdiagnostischen Vorgehensweisen und Prozessen des Qualitätsmanagements gefragt. Weiter interessieren die Einstellungen, die den Umgang mit Lehrplänen prägen, sowie Entwicklungsnotwendigkeiten, welche Heilpädagoginnen, Heilpädagogen und Schulleitungspersonen im Hinblick auf einen Lehrplan für Lernende mit einer geistigen Behinderung als wichtig erachten.

Methodisches Vorgehen

Für die Bestandesaufnahme wird eine repräsentative Fragebogenerhebung an allen heilpädagogischen Schulen der Deutschschweiz durchgeführt, an denen Schülerinnen und Schüler mit einer geistigen Behinderung unterrichtet werden. In einem zweiten Schritt werden die Orientierungen in der Bildungsplanung vertiefend erforscht. Dazu werden schriftlich vorliegende Bildungsplanungen für einzelne Schülerinnen und Schüler inhaltlich analysiert.

Ergebnisse

Die Auswertungen der Fragebogenerhebung liegen vor. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse finden Sie hier. Im Verlaufe des Frühjahres/Sommers 2020 wird in der Schweizerischen Zeitschrift für Heilpädagogik ein wissenschaftlicher Artikel zu den Ergebnissen erscheinen.

Fakten

Laufzeit
08/2017-07/2020
Nr.
3_22

Projektleitung

Kontakt

Zentrum Forschung und Entwicklung
Tel: +41 44 317 11 46

zfe[at]hfh.ch zfe

Wichtige Dokumente