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Empirische Annäherung und Validierung des Konstrukts Gebärdenfluss in der DSGS

Ausgangslage und Ziele

Im Bereich des Gebärdensprachlernens gibt es eine anhaltende Diskussion darüber, was es bedeutet, eine Gebärdensprache "zu beherrschen" oder sie "fliessend" benutzen zu können. Während der Kenntnisstand über den Redefluss gesprochener Sprachen wissenschaftlich gut abgesichert ist, ist der Forschungsstand zum Gebärdenfluss eher spärlich (z.B. Notarrigo, 2017). Redefluss ist ein zentrales Kriterium für die Kompetenz in einer Fremdsprache und beschäftigt sich mit den zeitlichen Aspekten des Sprechens, wie Geschwindigkeit, Pausen oder Zögern (Derwing et al., 2004). Ziel des vorliegenden Projekts ist es, das Konstrukt des Gebärdenflusses in der Deutschschweizerischen Gebärdensprache (DSGS) zu untersuchen.

Fragestellung

Die zentralen Fragestellungen des Projektes sind, (1) was sind mögliche Merkmale, die Gebärdenfluss beschreiben können? (2) Lassen sich diese Merkmale durch Experimente überprüfen?

Methodisches Vorgehen

Für dieses Projekt wurden drei Arbeitspakete (AP) definiert. In AP1 werden wir ein Fokusgruppen-Interview mit gehörlosen Gebärdensprachlehrpersonen durchführen mit dem Ziel, mögliche Merkmale herausfinde, die Gebärdenfluss beschreiben können. Für AP2 werden wir zwei Experimente konstruieren, in denen (1) beginnende hörende erwachsene Lernende der DSGS (GER-Niveaustufen A1/A2), (2) fortgeschrittene hörende Benutzer/-innen der DSGS (GER-Niveaustufen B2/C1) und (3) gehörlose muttersprachliche L1-Benutzer/-innen der DSGS eine Reihe von Aufgaben in DSGS lösen sollen. Beim ersten Experiment wird die Aufgabenkomplexität (einfach, mittelschwierig, schwierig) verändert - wobei die Vorbereitungszeit konstant gehalten wird. Beim zweiten Experiment wird die Vorbereitungszeit (mit und ohne Vorbereitungszeit) verändert - während die Komplexität konstant gehalten wird. Alle Studienteilnehmenden werden für die späteren Auswertung auf Video aufgenommen. Das Ziel ist hier zu sehen, ob die verschiedenen Gruppen erwachsener L2-Benutzer/-innen im Vergleich zu den L1-Benutzer/-innen der DSGS unterschiedliche Ergebnisse bei Aufgaben mit unterschiedlichem Komplexitätsgrad und bei Aufgaben mit und ohne Vorbereitungszeit erzielen. In AP3 werden wir auf der Grundlage der Ergebnisse der Fokusgruppe (AP1), kombiniert mit den Ergebnissen aus AP2, eine Bewertungsskala für den Gebärdenfluss entwickeln. Ziel von AP3 ist es, herauszufinden, inwieweit die auf AP1 basierenden Kriterien von Gebärdenfluss an den Gebärdensprachproduktionen erwachsener Lernender der DSGS validiert werden können.

Ergebnisse

Wir erwarten von unserer Studie, dass wir Kriterien identifizieren und validieren können, die das Konstrukt des Gebärdenfluss in der DSGS beschreiben.

Literatur

Derwing, T. M., Rossiter, M. J., Munro, M. J., & Thomson, R. I. (2004). Second language fluency: Judgments on different tasks. Language Learning, 54(4), 655–679. https://doi.org/10.1111/j.1467-9922.2004.00282.x

Notarrigo, I. (2017). Marqueurs de (dis)fluence en langue des signes de Belgique francophone. [PhD Dissertation]. University of Namur.

Fakten

Laufzeit
11/2020-10/2021
Nr.
4_48

Projektleitung

Prof. Dr.  Haug

Leiter Bachelorstudiengang Gebärdensprachdolmetschen

Projektteam

Finanzielle Unterstützung

Kontakt

Zentrum Forschung und Entwicklung
Tel: +41 44 317 11 46

zfe[at]hfh.ch zfe