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Intervention Bewegung und Stimme: Auswirkungen auf das subjektive Wohlbefinden von Menschen mit Parkinson (ParBEST)

Ausgangslage und Ziele

Morbus Parkinson ist eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen. Ausgelöst werden die Symptome durch einen Dopaminmangel im Gehirn, dessen genaue Ursache noch nicht bekannt ist. Daher wird von idiopathischem Parkinson-Syndrom (IPS) gesprochen. Die Erkrankung zeigt sich auf motorischer und sprachlicher Ebene: Menschen mit dem IPS haben Probleme, willkürliche Bewegungen zu starten, ihr Gehen ist kleinschrittig und die Mitbewegung der Arme reduziert. Die Gestik ist vermindert und wirkt starr. Im Bereich der sprachlichen Kommunikation fällt eine leise, monotone oder auch raue Stimme auf. Die Artikulation ist verwaschen und die Betonung sowie Sprechmelodie sind flach. Das Sprechtempo ist instabil und häufig beschleunigt, was die Verständlichkeit zusätzlich reduziert (vgl. Manor, Posen, Amir, Nechama, & Giladi, 2005). Die Auswirkungen von IPS im Alltag sind vielfältig: Einschränkungen der Beweglichkeit und die Instabilität führen zu einer allgemeinen Verunsicherung der Personen. Veränderungen der Stimme und der Artikulation führen zu Missverständnissen und zu einer reduzierten Kommunikationsbereitschaft. Folge davon ist eine Rückzugstendenz. Die Symptomatik, die Folgen im Alltag und Reaktionen der Umwelt belasten die Betroffenen stark. Es ist anzunehmen, dass die Symptome das subjektive Wohlbefinden von Menschen mit Parkinson einschränken. Ausgehend vom Wissen, dass unterstützende therapeutische Massnahmen stabilisierend auf den progressiven Verlauf wirken, wurde 2013 von Erika Hunziker und Ursina Degen, beide sind Dozentinnen an der HfH, ein interdisziplinäres Kurskonzept ausgearbeitet. Es handelt sich um eine Gruppenintervention, die Stimme und Bewegung kombiniert. Das Ziel des Kurses ist es, die Stimme durch Bewegungsunterstützung zu kräftigen und dadurch das Grundvertrauen in die eigene Kommunikation zu festigen. Mitbeteiligt sind Studierende der Logopädie und der Psychomotorik. In den Kursen geht es um das Experimentieren in den beiden Bereichen und das Gewinnen neuer Erfahrungen. Dabei stehen die Stärken der Kursteilnehmenden im Vordergrund. Bisherige Rückmeldungen von Partizipierenden zeigen, dass diese Kombination von Motorik und Stimme das Vertrauen in die beiden Bereiche erhöht sowie das subjektive Wohlbefinden steigert.

Fragestellung

Das vorliegende Projekt untersucht, inwieweit der Kurs (8 Kursabende) Einfluss auf das subjektive Wohlbefinden der Teilnehmenden hat. Dabei wird ein Vergleich zu einer Kontrollgruppe gemacht, die keinen Kurs zu Stimme und Bewegung besucht. Es steht folgende Fragestellung im Vordergrund:

Inwieweit hat die Verbindung von Bewegung und Stimme in einem zeitlich begrenzten Gruppenangebot Einfluss auf das subjektive Wohlbefinden bei Menschen mit Parkinson?

Methodisches Vorgehen

In der Studie (ParBEST) wird das subjektive Wohlbefinden der Kursteilnehmenden erfasst. Im Rahmen einer qualitativen und quantitativen Untersuchung werden die Kursteilnehmenden zu verschiedenen Zeitpunkten – zu Beginn, während und nach dem Kurs – befragt. Die Befragung beinhaltet den WHO-5-Fragebogen zum Wohlbefinden (vgl. Schneider & Niebling, 2008), den Kurzfragebogen zum allgemeinen habituellen Wohlbefinden FAHW-12 von Wydra (2014) und relevante Fragen aus der validierten deutschen Version des Parkinson’s Disease Quality of Life Questionnaire PDQ-39 (vgl. Berger, Broll, Winkelmann, Heberlein, & al, 1999). Ergänzt wird die Befragung durch ein kurzes Leitfadeninterview am Ende des Kurses. Um Störvariablen zu kontrollieren, werden neben Gruppenauswertungen auch Einzelfallanalysen durchgeführt. Die Stichprobe setzt sich aus acht bis zwölf Kursteilnehmenden zusammen und es wird ein Vergleich mit einer entsprechenden Kontrollgruppe gemacht, die ebenfalls an Morbus Parkinson leidet.

Ergebnisse

Es wird erwartet, dass die Kombination von Bewegung und Stimme im Rahmen eines Gruppensettings das subjektive Wohlbefinden der Kursteilnehmenden steigert. Falls dies eintrifft, weist die gewählte Vorgehensweise auf eine neue Behandlungsart von Morbus Parkinson hin.

Fakten

Laufzeit
08/2017-03/2019
Nr.
2_9

Projektleitung

Kontakt

Zentrum Forschung und Entwicklung
Tel: +41 44 317 11 46

zfe[at]hfh.ch zfe