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Partizipative ethische Entscheidungsfindung: Menschen mit und ohne Behinderungen klären Fragen der Selbstbestimmung gemeinsam

Ausgangslage und Ziele

Selbstbestimmung und unabhängige Lebensführung haben einen zentralen Stellenwert für alle Menschen. Das gilt auch für Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen. Die Betroffenen haben Rechte und Pflichten wie alle anderen auch – das ist spätestens seit Inkrafttreten des UNO-Übereinkommens über die Rechte von Menschen mit Behinderungen eine unumstössliche Tatsache. Diese veränderte Sichtweise stellt ganz besondere Herausforderungen an Institutionen sowie Fach- und Unterstützungspersonen von Menschen mit Behinderungen. Das zeigt sich insbesondere dann, wenn es darum geht, dass alle gemeinsam moralische Fragen besprechen können, welche aus dem Spannungsfeld zwischen dem Recht auf Selbstbestimmung und der Fürsorgepflicht erwachsen können. Das Projekt «Partizipative ethische Entscheidungsfindung – Menschen mit und ohne Behinderungen klären Fragen der Selbstbestimmung gemeinsam» nimmt diese Herausforderungen an. Es wird ein Instrument zur Bearbeitung von ethischen Fragen entwickelt, welche sich im Spannungsfeld zwischen Selbst- und Fremdbestimmung befinden. Das Instrument ermöglicht es, dass Menschen mit und ohne kognitive Beeinträchtigungen gemeinsam konkrete Fragen besprechen können. Im Rahmen des Projektes werden zudem grundlegende inhaltliche Fragen der Bedeutung von Selbstbestimmung für Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung geklärt.

Das Projekt besteht aus einem Entwicklungs- und einem Forschungsteil und ist partizipativ angelegt. Das bedeutet, dass alle Arbeitsschritte zusammen mit Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung durchgeführt werden. Im Entwicklungsteil steht die Erarbeitung eines Instrumentes im Vordergrund. Der Forschungsteil verfolgt folgende Ziele: Einerseits die Analyse von Normen und Werten, welche in ethische Entscheidungen im Behinderungsbereich involviert sind und andererseits die Klärung der Bedeutung des Selbstbestimmungsbegriffes für und mit den Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung selbst. Zudem wird das Instrument zur Entscheidung ethischer Fragen erprobt und die partizipative Zugangsweise des Projektes reflektiert.

Methodisches Vorgehen

Die Projektanlage des Forschungs- und Entwicklungsprojekts ist genauso partizipativ wie die Projektgruppe selbst. Ziel der Entwicklung ist ein partizipatives Instrument zur Entscheidungsfindung, welches in der Praxis der Betroffenen Anwendung findet. Gleichzeitig ist das forschungsmethodische Vorgehen partizipativ angelegt. Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen sind also nicht nur Forschungsgegenstand, sondern Teil der Projektgruppe und damit (angehende) Lehrende und Forschende.

BREF - Brückenschläge mit Erfolg

Das Projekt ist einer der sechs Gewinner der Jahresausschreibung 2017 BREF – Brückenschläge mit Erfolg – ein Kooperationsprogramm von Gebert Rüf Stiftung und swissuniversities.

Fakten

Laufzeit
02/2018-01/2020
Nr.
3_24

Projektleitung

  • lic. phil.  Adler

    Dozentin

  • Zentrum für Ethik und Nachhaltigkeit Fachhochschule St. Gallen

Projektteam

Finanzielle Unterstützung

Kontakt

Zentrum Forschung und Entwicklung
Tel: +41 44 317 11 46

zfe[at]hfh.ch zfe