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Pilotstudie SURE – Steigerung der Qualität in integrativen Regelklassen zur Erhöhung der Bildungschancen

Ausgangslage und Ziele

Das «Teaching through Interactions Framework» (Hamre et al., 2013) postuliert, dass die Qualität von Unterrichtsinteraktionen (emotionale Unterstützung, Klassenmanagement, spezifische Lernunterstützung, schulische Motivation) einen bedeutsamen Einfluss auf die schulische und psychosoziale Entwicklung insbesondere von Kindern mit Risikofaktoren (besondere Bildungsbedürfnisse, Migrationshintergrund) hat. Forschung zeigt, dass hochqualitative Unterrichtsinteraktionen zwischen Lehrpersonen und Schulkindern Risikofaktoren auszugleichen vermögen (Hamre & Pianta, 2001; Hamre & Pianta, 2005; Ladd & Burgess, 2001; Meehan, Hughes, & Cavell, 2003). Deshalb ist die Steigerung der Qualität von Unterrichtsinteraktionen erstrebenswert. Sie könnte insbesondere in integrativen Regelklassen von zentraler Bedeutung sein, da diese durch genannte Risikofaktoren geprägt sind. Jedoch stellt gerade die Kooperation von Klassenlehrpersonen (KLP) und Schulischen Heilpädagoginnen und Heilpädagogen (SHP) im integrativen Unterricht eine Herausforderung hinsichtlich hochqualitativer Unterrichtsinteraktionen dar (Pool Maag & Moser Opitz, 2014; Reusser, Stebler, Mandel, & Eckstein, 2013). Deshalb ist das Ziel dieser Pilotstudie, Unterrichtsteams von KLP und SHP durch die videobasierte «Kooperative Unterrichtsgestaltung» bei der Qualitätssteigerung der Unterrichtsinteraktionen zu unterstützen.

Fragestellung

Zeigen sich während der videobasierten «Kooperativen Unterrichtsgestaltung» mehr und vielfältigere Indikatoren für hochqualitative Unterrichtsinteraktionen durch Unterrichtsteams integrativer Regelklassen?

Methodisches Vorgehen

Für die Qualitätssteigerung von Unterrichtsinteraktionen in Unterrichtsteams sind reliable Beobachtungsinstrumente zur Erfassung der Qualität von Unterrichtsinteraktionen zentral, da diese für die KLP und SHP eine gemeinsame konzeptuelle und methodische Perspektive bereitstellen, um Veränderungen zu bewirken (Jones & Brownell, 2014). Dieses Projekt setzt das evidenzbasierte Beobachtungsinstrument Classroom Assessment Scoring System (CLASS; Pianta, Hamre & Mintz, 2012) zur Messung der Qualität von Unterrichtsinteraktionen und in der videobasierten «Kooperativen Unterrichtsgestaltung» ein. Insgesamt nehmen 7 Unterrichtsteams von KLP und SHP integrativer Regelklassen der 4.-6. Klassen teil. Die «Kooperative Unterrichtsgestaltung beinhaltet, dass KLP und SHP zusammen sechs Mal, anhand von qualitativen CLASS-Bewertungen des gemeinsamen videografierten Unterrichts, Handlungsstrategien erarbeiten, um Unterrichtsinteraktionen zu verbessern. Die Qualitätsveränderung wird ebenfalls anhand von CLASS erfasst und ausgewertet. Dabei verwendet dieses Projekt die qualitativen Indikatoren der von CLASS definierten Unterrichtsinteraktionen in einem qualitativ inhaltsanalytischen Verfahren. Zusätzlich nehmen die Unterrichtsteams nach der Intervention an einem Evaluationsinterview teil.

Ergebnisse

Wir erwarten, dass die Qualität der Unterrichtsinteraktionen über die Zeit zunimmt, d.h. dass sich mehr und vielfältigere Indikatoren hochqualitativer Unterrichtsinteraktionen nach CLASS zeigen.

Fakten

Laufzeit
12/2019-11/2020
Nr.
5_60

Projektleitung

Dr. phil.  Altmeyer-Müller

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Finanzielle Unterstützung

Kontakt

Zentrum Forschung und Entwicklung
Tel: +41 44 317 11 46

zfe[at]hfh.ch zfe