Damit es in der Mathe «Klick» macht!

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Institutsmitarbeitende im Gespräch. Foto: HfH

Damit es in der Mathe «Klick» macht!

Ergänzung zum Sek-Mathebuch

 

In den Schweizer Sekundarschulen erreicht ein Fünftel der Lernenden im Fach Mathematik die Grundanforderungen nicht. Der Befund aus der PISA Studie hat Bildungsfachleute alarmiert. «Je höher die Schulstufe, desto weiter geht die Leistungsschere auf», sagt Elisabeth Moser Opitz, Bildungsforscherin an der Uni Zürich.

Im Kanton Zürich wird dieser Fünftel auch durch das Lehrmittel nicht angesprochen. Das stellen jene Zürcher Sekundarlehrpersonen fest, welche das Mathebuch auf seine Praxistauglichkeit hin begutachtet haben. Als Folge davon hat die Bildungsdirektion den Auftrag erteilt, ergänzende Materialien zum Lehrmittel zu erarbeiten. Marianne Walt, Dozentin an der HfH, arbeitet an dieser Entwicklung mit. «Klick» soll der Ergänzungsteil für leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler heissen.

Im Video-Interview (03:40 min.) erklärt Marianne Walt, wie es zu diesem Auftrag gekommen ist und was er bedeutet.

Für die Bildungsforscherin Elisabeth Moser Opitz ist «Klick» die richtige Antwort auf die Heterogenität der Schülerschaft. «Kinder und Jugendliche mit Problemen im Rechnen haben meist ganz bestimmte Lerninhalte nicht verstanden, so zum Beispiel das Dezimalstellensystem oder das Zählen in Schritten. Und die gute Nachricht ist: Durch spezifische Förderung lassen sich diese Lücken aufarbeiten», fasst Moser die Erkenntnisse der Forschung zusammen. Für Marianne Walt, welche «Klick» mitentwickelt heisst das in erster Linie Reduktion des Stoffumfangs auf die zentralen Inhalte. Moser findet das passend: «Wichtig ist, dass die Lernzeit genutzt wird, um intensiv am sogenannten «Basisstoff» zu arbeiten.»

Mit ihrer Arbeit am Ergänzungslehrmittel «Klick» beginnt Marianne Walt nicht bei null. Zum «Mathbuch», einem Lehrmittel, das in zahlreichen anderen Kantonen eingesetzt wird, hat Walt das «mathbuch IF» entwickelt. Dieses Lehrmittel wurde im Juni 2018 mit dem «Worlddidac Award» prämiert, der höchsten Auszeichnung in der Schweizer Bildungslandschaft.

Im Video-Interview (04:00 min.) zeigt Marianne Walt ganz konkret, wie sie vorgeht, um die ergänzenden Materialien zusammenzustellen.

«Klick» als Ergänzung zum regulären Mathe-Lehrmittel ist nur die eine Seite der Medaille. «Hauptziel ist die Weiterentwicklung der Unterrichtsqualität», betont Madeleine Wolf von der Bildungsdirektion Zürich. Wolf ist ehemalige Sekundarlehrerin und studierte Sonderpädagogin. «Schülerinnen und Schüler müssen passende Aufgaben erhalten, mit denen sie ein mathematisches Verständnis aufbauen können», fordert Wolf, «die kompetenzorientierte Förderung braucht ein Umdenken bei den Sekundarlehrkräften.»

Im Video-Interview (03:11 min.) erklärt Marianne Walt, dass ein Lehrmittel nur so gut sein kann wie der Unterricht, in welchem es eingesetzt wird.

Fakten HfH

Gründung 1924 als Heilpädagogisches Seminar, 2001 als Interkantonale Hochschule für Heilpädagogik
Rektorin Barbara Fäh, Prof. Dr.
Stellvertreterin Prof. Claudia Ziehbrunner
Personalbestand Rund 170 Mitarbeitende
Trägerkantone 13 CH-Kantone und Fürstentum Liechtenstein
Präsident des Hochschulrats Dr. Sebastian Brändli, Chef Hochschulamt des Kantons Zürich
Leistungsauftrag Bachelor- und Masterstudiengänge, CAS und MAS, Weiterbildung, Forschung und Entwicklung sowie Dienstleistungen

Leiterin

Prof. Claudia Ziehbrunner

Leiterin Institut für Lernen unter erschwerten Bedingungen