Institut für Verhalten, sozio-emotionale und psychomotorische Entwicklungsförderung (IVE)

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Institut für Verhalten, sozio-emotionale und psychomotorische Entwicklungsförderung (IVE)

Inhalt

Verhaltensauffälligkeiten verstehen und bewältigen

Das Institut für Verhalten, sozio-emotionale und psychomotorische Entwicklungsförderung (IVE) fokussiert aus heilpädagogischer Perspektive auf Verhaltensauffälligkeiten und auf Interventionen im Rahmen sozial-emotionaler und psychomotorischer Entwicklungsförderung.

Es eröffnet der pädagogischen Praxis einen wissenschaftlich fundierten Zugang zum Erkennen und Verstehen von Verhaltensauffälligkeiten. Grundlegend ist ein Verständnis von auffälligen Verhaltensweisen als Subjektäusserungen und – systemisch – als Bewältigungsversuche im Rahmen einer überfordernden bzw. nicht kind- und entwicklungsgerechten Lebensumwelt. Aus den Erkenntnissen werden Konzepte und Methoden abgeleitet, die eine potentialgerechte Persönlichkeitsentwicklung, schulischen Erfolg und gesellschaftliche Integration von Menschen mit Verhaltensauffälligkeiten unterstützen.

Im Zentrum der Ausbildung, Weiterbildung, Dienstleistung und Forschung des Instituts für Verhalten, sozio-emotionale und psychomotorische Entwicklungsförderung stehen drei Themenfelder und fünf strategische Schwerpunkte.

Themenfelder

  • Bedingungsfaktoren von Verhaltensauffälligkeiten
    Im Fokus dieses Themenfelds steht der Zusammenhang biologischer, psychischer und sozialer Faktoren bei der Entstehung von Verhaltensauffälligkeiten, um daraus wirksame Konzepte für unterschiedliche Kontexte abzuleiten.
  • Sozio-emotionale Entwicklungsförderung
     Ausgehend von entwicklungstheoretischen Ansätzen werden in diesem Themenfeld wirksame Konzepte zur Förderung sozialer und emotionaler Kompetenzen erforscht sowie für Prävention und Intervention in heilpädagogischen Arbeitsfeldern nutzbar gemacht.
  • Psychomotorische Entwicklungsförderung
    In diesem Feld wird der Zusammenhang von psychischen und motorischen Prozessen thematisiert. Insbesondere soll der Beitrag der psychomotorischen Förderung mit ihren kreativtherapeutischen Zugängen, wie Bewegung, Musik, Malen und Gestalten, zur Förderung sozial-emotionaler Kompetenzen bei Kindern und Jugendlichen in unterschiedlichen Kontexten geklärt werden.

Strategische Schwerpunkte

  • Verhaltensauffälligkeiten in der Schule 
    Die Schule ist für viele Kinder und Jugendliche der einzige Ort, wo sie erwünschte emotionale und soziale Kompetenz erleben und lernen können. Schwierigkeiten in diesem Bereich zeigen sich in Verhaltensauffälligkeiten; für Lehrpersonen stellen sie eine grosse Herausforderung dar. Die Förderung emotionaler und sozialer Kompetenzen sowie die Unterstützung der Lehrpersonen bei Kindern und Jugendlichen mit Verhaltensauffälligkeiten ist eine zentrale Aufgabe für Fachpersonen der Heilpädagogik. In diesem Schwerpunkt sollen Bedingungsfaktoren und Ansätze zur Förderung von Schülerinnen und Schülern mit herausforderndem Verhalten in integrativen und separativen Settings erforscht werden.
  • Verhaltensauffälligkeiten in der Berufsbildung 
    Vielen Jugendlichen mit Lernhemmungen, Motivationsdefiziten, mangelndem Selbstvertrauen oder aggressivem Verhalten fehlen angemessene Bewältigungs- und Problemlösestrategien. Solche Kompetenzen sind im Übergang von Schule und Beruf sowie in der Berufsbildung besonders wichtig. In diesem Schwerpunkt sollen Bedingungsfaktoren für effektive Unterstützungsmöglichkeiten, wie Beratungs- und Coaching-Methoden, Konzepte für Nachteilsausgleich, Supported Education, erforscht und erprobt werden.
  • Prävention und Intervention bei emotionalen und sozialen Entwicklungsstörungen 
    Im Fokus dieses Schwerpunkts steht das Individuum: Erforscht werden Möglichkeiten der Prävention und Intervention bei emotionalen und sozialen Entwicklungsstörungen. Ausgehend von aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen zu Entstehungszusammenhängen, Präventions- und Interventionsmethoden werden praktikable Konzepte für die Praxis von heilpädagogischen und pädagogisch-therapeutischen Fachpersonen entwickelt und erprobt. Ziel der Konzepte ist es, durch Förderung sozialer und emotionaler Kompetenzen Kindern und Jugendlichen eine produktive Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen.
  • Kreativtherapeutische Interventionen 
    Forschungsergebnisse lassen vermuten, dass sich kreativtherapeutische/bewegungstherapeutische Interventionen zur Förderung emotionaler und sozialer Kompetenzen sehr gut eignen. In diesem Schwerpunkt wird diese Vermutung näher überprüft: Wie wirksam sind sogenannt kreativtherapeutische Interventionen tatsächlich? Ziel ist es, solche Methoden sowohl für den heilpädagogischen Kontext der Schule, wie auch für das Setting pädagogisch-therapeutischer Massnahmen zu entwickeln und zu erproben.
  • Embodiment-Konzept in der Psychomotorik 
    Das Embodiment-Konzept stammt aus den neueren Kognitionswissenschaften. In der Embodiment Forschung wird die Verankerung von Kognitionen und Emotionen in sensomotorischen Prozessen untersucht. Sie liefert eine Evidenz für die Auffassung, dass Kognitionen, Emotionen, körperliche Empfindungen, Haltungen, Bewegungen und motorische Impulse untrennbar miteinander verbunden sind. In diesem Schwerpunkt soll der Stellenwert dieses Konzepts für die Psychomotorik erforscht und, sofern wissenschaftlich begründbar, für die Praxis nutzbar gemacht werden.

Fakten HfH

Gründung 1924 als Heilpädagogisches Seminar, 2001 als Interkantonale Hochschule für Heilpädagogik
Rektorin Barbara Fäh, Prof. Dr.
Stellvertreterin Prof. Claudia Ziehbrunner
Personalbestand Rund 160 Mitarbeitende
Trägerkantone 13 CH-Kantone und Fürstentum Liechtenstein
Präsident des Hochschulrats Dr. Sebastian Brändli, Chef Hochschulamt des Kantons Zürich
Leistungsauftrag Bachelor- und Masterstudiengänge, CAS und MAS, Weiterbildung, Forschung und Entwicklung sowie Dienstleistungen

Leiterin

Prof. Susanne Amft

Leiterin Institut für Verhalten, sozio-emotionale und psychomotorische Entwicklungsförderung

Kontakt

Institut für Verhalten, sozio-emotionale und psychomotorische Entwicklungsförderung (IVE)
Leitung: Susanne Amft, Prof.
Tel: +41 44 317 11 60
susanne.amft@hfh.ch susanne.amft