Jugendliche zwischen Traumberuf und Realität

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Gesprächsituation, Kameramann hält die Situation bildlich fest.

«Die Arbeitswelt fordert immer mehr»

Für Jugendliche mit Behinderungen ist der Einstieg ins Erwerbsleben ein besonders schwieriger Schritt. Wo genau die Probleme liegen und welche neuen Ansätze es in der Berufswahlvorbereitung gibt, zeigte die HfH-Online-Tagung vom 7. November 2020.

Insgesamt ist die Berufsbildung in der Schweiz ein Erfolgsmodell: Neun von zehn Jugendlichen eines Jahrgangs gelingt es, eine schulische oder berufliche Anschlusslösung zu finden. Doch zehn Prozent bleiben auf der Strecke. «Diese Jugendlichen, die es zu keinem anerkannten Abschluss auf der Sekundarstufe II bringen, machen uns grosse Sorgen», sagte Claudia Schellenberg, Professorin an der Interkantonalen Hochschule für Heilpädagogik (HfH) und Co-Leiterin der Tagung «Jugendliche zwischen Traumberuf und Realität», die in Folge der Corona-Pandemie vollständig online durchgeführt wurde. Schellenberg erforscht seit vielen Jahren, wo auf Seiten der Jugendlichen die Stolpersteine liegen: «Ein unklarer Berufswunsch, eine tiefe Motivation, eine ungenügende Unterstützung oder auch psychische Probleme können den Berufswahlprozess deutlich erschweren», fasste sie einige der aktuellen Erkenntnisse zusammen. Ihre Kollegin Claudia Hofmann, Co-Leiterin der Tagung, fügte diese Puzzleteile in einem Erklärungsmodell zusammen. «Das Problem ist eine mangelnde Passung zwischen den Jugendlichen und dem Berufsfeld», sagte sie. Ziel des Berufswahlprozesses sei es, dass die Fähigkeiten und Interessen des Jugendlichen möglichst gut mit den Anforderungen des gewählten Berufs übereinstimmen würden. Dabei hat sie in den letzten Jahren vor allem auf Seiten der Betriebe Veränderungen festgestellt: «Die Jugendlichen selber haben sich nicht gross verändert – aber die Arbeitswelt fordert immer mehr.»

Die Tagung machte deutlich, an welchen Stellschrauben auf Seiten der Jugendlichen wie auch der Betriebe gedreht werden muss, um die Berufswahlvorbereitung zu optimieren. «Die Beziehung ist wichtig», sagte Christian Meier, der als Studien- und Laufbahnberater arbeitet. «So können wir den Jugendlichen dabei unterstützen, mit Unsicherheiten umzugehen, das Interesse an den eigenen Stärken zu wecken und besser mit Misserfolgen umzugehen.» Doch auch die Betriebe müssen ihren Teil dazu beitragen, den Übertritt für diese gefährdete Gruppe von Jugendlichen erfolgreicher zu gestalten. «Wir müssen die Zugänglichkeit zur Berufsbildung noch weiter verbessern», sagte Bruno Weber-Gobet, Leiter Bildungspolitik der Travail.Suisse, der im Rahmen der «Berufsbildung 2030» die strategischen Weichen für die nächsten zehn Jahre stellt: «Dies gilt für Menschen mit Behinderungen, aber auch für Personen aus dem Migrationsbereich.» Ziel all dieser Bestrebungen ist es, dass die Jugendlichen einen für sie realistischen Berufswunsch verwirklichen können. Welche Rolle dabei die sogenannte Aspirationsabkühlung bei Jugendlichen spielt, erfahren Sie im folgenden Video-Interview.

Die Online-Tagung «Jugendliche zwischen Traumberuf und Realität: Erfolgreiche neue Ansätze in der Berufswahlvorbereitung» fand am 7. November 2020 statt. Sie wurde geleitet von Prof. Claudia Schellenberg (HfH) und Dr. Claudia Hofmann (HfH) und war ein gemeinsamer Anlass des Instituts für Lernen unter erschwerten Bedingungen (ILEB) und des Instituts für Verhalten, sozio-emotionale und psychomotorische Entwicklungsförderung (IVE).

Autoren: Steff Aellig, Dr. Link Who-is-Who Steff Aellig und Dominik Gyseler, Dr. Link Who-is-Who Dominik Gyseler, Wissenschaftskommunikation HfH

Angebote zur Vertiefung

Hier haben wir Video-Angebote für Sie zusammengestellt, mit denen Sie Ihr Fachwissen weiter vertiefen können:

Tagungen

Zu aktuellen Themen finden regelmässig Tagungen an der HfH statt. Sie ermöglichen Ihnen, sich innert kürzester Zeit auf den neusten Stand der Fachdiskussion zu bringen und bietet Ihnen die Gelegenheit, mit den Referenten und Referentinnen sowie anderen Fachleuten ins Gespräch zu kommen.

Fakten Weiterbildung

Kurse
Rund 100 Kurse jährlich
Programm
Erscheinungstermin Mitte Oktober
Kursformate
Kurzkurse, Tagungen, CAS, MAS, E-Learning, Abrufangebote und Studienreisen

Kontakt

Prof. Priska Elmiger

Leiterin Zentrum Weiterbildung, Leiterin Zentrum Dienstleistungen