Übergang Schule–Beruf

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Jugendliche mit fragendem Ausdruck und Fragezeichen über ihrem Kopf

Übergang Schule–Beruf

Der Übergang von der Schule in die Berufswelt ist für Jugendliche mit besonderem Förderbedarf oft mit Schwierigkeiten und Enttäuschungen verbunden. Gerade in dieser Phase benötigen sie deshalb besondere Begleitung und Unterstützung. Rechtlich gesehen liegt die Verantwortung für die Berufsfindung bei den Jugendlichen und den Eltern. Trotzdem übernimmt die Schule seit langem die Aufgabe, ihre Schülerinnen und Schüler zu begleiten. Eine gute Berufswahlvorbereitung kann für den gelungenen Übergang von der Volksschule in die Sekundarstufe II entscheidend sein. Die HfH möchte dazu einen Beitrag leisten.

Angebote

1. Fachstelle berufliche Inklusion (FABI)

Das Angebot der Fachstelle richtet sich an Personen aus (heil-) pädagogischen und therapeutischen Arbeitskontexten, sowie Eltern. Unsere Fachstelle berät Sie bei Schwierigkeiten in der Berufswahl von Jugendlichen mit besonderem Förderbedarf, bei der Entwicklung von Schulkonzepten im Fachbereich berufliche Orientierung und anderen anstehenden Fragen, wie z.B. Nachteilsausgleich. Wichtig ist uns, dass Sie Klarheit über die nächsten Schritte gewinnen und wissen, welche weiteren Möglichkeiten Sie haben. Das Angebot der Fachstelle FABI umfasst kostenfreie Kurzberatungen in Form eines telefonischen, persönlichen oder schriftlichen Austausches. Bei weiterem Beratungs- oder Informationsbedarf wird gemeinsam nach Möglichkeiten gesucht. Wenn Sie ein Anliegen haben, das Sie gerne mit uns besprechen würden, melden Sie sich bitte unter fabi[at]hfh.ch fabi.

2. Unterstützungsangebote und Links

Nebst niederschwelligen Ausbildungsangeboten (eidgenössischem Berufsattest EBA oder Praktische Ausbildung PrA nach Insos) spielen für Jugendliche mit Unterstützungsbedarf Begleitangebote eine wichtige Rolle. Damit sind Angebote gemeint, welche die Jugendlichen während ihrer Schulzeit, Ausbildung oder beim Schritt in die Erwerbstätigkeit nach einer Ausbildung unterstützen. Auf der Website www.schuleberuf.hfh.ch sind rund 70 erfolgsversprechende Unterstützungsangebote aus verschiedenen Deutschschweizer Kantonen zu finden. Darunter sind Mentoringprogramme, Brückenangebote, begleitete Ausbildungsplätze, Lehrbetriebsverbunde und viele weitere Informationen. Die Zusammenstellung richtet sich an Lehr- und Fachpersonen sowie an Eltern von Jugendlichen mit speziellem Förderbedarf. Die Angebote können nach Phasen (Berufsfindung, Berufseinstieg und Arbeitsleben), Zielgruppen (verschiedene Arten von Beeinträchtigungen) und nach Kantonen sortiert abgefragt werden.

3. Neues Berufswahl-Arbeitsmittel

Die Interkantonale Hochschule für Heilpädagogik und der Schulverlag haben zusammen ein Berufswahl-Arbeitsmittel herausgegeben, welches sich an den Bedürfnissen von Jugendlichen mit besonderem Förderbedarf ausrichtet. Das Arbeitsmittel «Meine Berufswahl und ich» orientiert sich am Fünf-Phasen-Modell der Berufswahl (Jungo & Egloff, 2009). Es nimmt speziell Themen auf, welche bei Jugendlichen mit Beeinträchtigungen eine Rolle spielen; z.B. Informationen zu Ausbildungsgängen, welche nur mit Unterstützung der IV absolviert werden können (PrA-Ausbildung) oder durch einen Job Coach begleitet werden. Verschiedene Kapitel des Lehrmittels richten sich jedoch grundsätzlich an alle Jugendlichen mit Unterstützungsbedarf: Arbeitsblätter können im Sinne von «Tests» ausgefüllt werden, um Interessen und Fähigkeiten bei den Jugendlichen zu eruieren, Schnuppereinsätze zu reflektieren oder ein persönliches Berufsprofil mit Stärken und Schwächen zu erstellen; diese Auseinandersetzungen sollen die Reflexionsfähigkeit und das Selbstvertrauen stärken. Neben Selbstbeurteilungen durch die Jugendlichen gibt es auch Arbeitsblätter, welche von Begleitpersonen (Eltern, Berufsbildende) ausgefüllt werden können. Das Arbeitsmittel ist im Herbst 2018 beim Schulverlag auf den Markt gekommen und kann im HfH-Shop oder beim Schulverlag bezogen werden.

4. Studien und Projekte

An der HfH befassen wir uns seit mehr als zehn Jahren auch in der Forschung als Forscherinnen mit dem Thema Übergang Schule–Beruf. Wir erforschen oder evaluieren dabei aus eigener Initiative oder im Auftrag von Bund oder Kantonen Entwicklungen sowohl auf Sekundarstufe I wie auch auf Sekundarstufe II. Dabei steht immer die Frage im Fokus, wie Jugendliche und junge Erwachsene mit besonderen Bildungsbedürfnissen am besten auf ihrem Weg von der Schule in die Arbeitswelt unterstützt werden können. Beispielhaft im Folgenden einige Projekte, die wir in den letzten Jahren bearbeitet haben:

  • In einer Längsschnittstudie «Lernende in Übergängen im niederschwelligen Ausbildungsbereich» (LUNA) befragten wir Lernende in zweijährigen beruflichen Grundbildungen mit Berufsattest (EBA) und in der praktischen Ausbildung nach INSOS (PrA) zu ihrer beruflichen Situation.
  • In der Studie «Enhanced inclusive Learning» (EIL) wird die Situation bezüglich integrativer Massnahmen in den Berufsfachschulen und Gymnasien untersucht, mit Fokus auf den Nachteilsausgleich.
  • Die Frage, wie Jugendliche bei der Berufswahl am besten begleitet werden können, untersuchten wir in einem früheren Forschungsprojekt (Berufswahlvorbereitung an der Schule). Aktuell sind Interventionsprojekte in Planung, die sich mit den Möglichkeiten von «peer support» und dem Einbezug der Eltern in dieser Phase befassen.
  • Wie sich die berufliche Situation über einen sehr viel längeren Zeitraum entwickelt, wurde in der «Zürcher Längsschnittstudie» (ZLSE) unter dem Titel «Kontinuität und Wandel: Zusammenspiel von Persönlichkeit und Berufstätigkeit bis zum 52. Lebensjahr» untersucht.

Fachstelle Berufliche Inklusion (FABI)

Bitte schreiben Sie uns Ihren Namen, Ihre Kontaktdaten und Ihr Anliegen per E-Mail an: fabi[at]hfh.ch fabi

Wir melden uns so bald als möglich bei Ihnen!

Tagung: Jugendliche zwischen Traumberuf und Realität: Erfolgreiche neue Ansätze in der Berufswahlvorbereitung (7. November 2020)

Ansprechpartner

Claudia Rusert