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Kind mit Fachperson

Früherkennung

Die Bestimmung und die frühe Erkennung von Risikofaktoren sind eine zentrale Aufgabe der logopädischen Präventionsarbeit. Ziel muss es sein, dass das Umfeld des Kindes Entwicklungsauffälligkeiten zuverlässig und frühzeitig erkennt und entsprechende Handlungsschritte eingeleitet werden. Um nicht-logopädischen Fachpersonen diese Aufgabe zu erleichtern, entwickelten wir in den letzten Jahren Instrumente der Früherkennung, die «Kompasse».

Es handelt sich bei diesen Entscheidungshilfen um Beobachtungsbögen, die sich nicht als Diagnoseverfahren verstehen, sondern Hilfestellungen für die Entscheidung des weiteren Vorgehens für Fachpersonen und Eltern geben. Weist das Kind aufgrund der Ergebnisse ein Entwicklungsrisiko auf, werden eine Beratung und eine Abklärung bei einer Logopädin empfohlen. Risiko und damit Ansatzpunkte der Früherkennung und Beratung definieren sich über interagierende bio-psycho-soziale Merkmale. Diese Merkmale spiegeln sich in den Items der Entscheidungshilfen wider.

Die Kompasse wurden auf der Basis von Literaturrecherchen und Experteninterviews entwickelt und sind einheitlich strukturiert. So erhalten z. B. die Leser bei jedem Kompass auf der Innenseite der Mappe kompakte spracherwerbstheoretische Informationen in tabellarischer Form.

Kompasse als Hardcopy-Version im HfH-Shop bestellbar

Die Kompasse inklusive Screeningbögen können als hochwertige Hardcopy-Version im Zehner-Paket für CHF 10 exkl. Porto und Versand im HfH-Shop Shop bestellt werden:

Stottern erkennen

Je früher eine Behandlung von Stottern initiiert wird, desto höher sind die Chancen auf eine erfolgreiche Therapie und normalen Redefluss. Voraussetzung hierfür ist eine frühe Erkennung des Stotterns.

Die beiden Online-Tools – «RedeflussKompass online» für Eltern und Bezugspersonen sowie «StotterKompass online» für Fachpersonen – bieten ein ökonomisches und wissenschaftlich erprobtes Verfahren zur Früherkennung respektive zur Ersterfassung oder Erstberatung bei Redeunflüssigkeiten an.

Beispielhafte Filmclips erleichtern die Beantwortung der Fragen. Die Kompasse stellen eine zeitgemässe sowie fachlich fundierte digitale Lösung in der Erkennung von Redeunflüssigkeiten dar.

Expertenwissen online

Mehr Informationen finden Sie auf der Expertenwissen online Website «Stottern erkennen»: www.hfh.ch/stotternerkennen Link Expertenwissen online Stottern erkennen 

Publikationen

  • Braun, W.G. & Steiner, J. (2012a): Prävention und Gesundheitsförderung in der Sprachentwicklung. Eine Einführung mit Materialien. 1. Auflage Ernst Reinhardt Verlag, München.
  • Braun, W.G. & Steiner, J. (2012b). Kooperativ früh Stärken nutzen und Risiken begegnen. Forum Logopädie 5 (26), 24 - 29
  • Braun, W.G. (2012). Früherkennung von Sprachauffälligkeiten darf kein Zufall sein. Kita aktuell spezial 02.2012, 11-13
  • Kohler, J. (2014). Normale Sprechunflüssigkeiten oder beginnendes Stottern? Empirische Überprüfung des Redeflusskompasses. Tagungsband des 41. Kongress Stottern und Selbsthilfe, 53-58.
  • Kohler, J. & Braun, W.G. (2015): Die Früherkennung und die Früherfassung des beginnenden Stotterns. In: Forum Logopädie 2 (29), 6 -12
  • Kohler, J. (2015a): Die Früherfassung des beginnenden Stotterns. Frühförderung interdisziplinär 1 (34), 32 – 45.
  • Kohler, J. (2015b). Empirische Überprüfung des Redeflusskompasses. Idstein: Schulz-Kirchner-Verlag 

Kompasse im Überblick

SprachverständnisKompass

Der SprachverständnisKompass ist eine Entscheidungshilfe für Fachpersonen im Frühbereich, die bei der Entscheidung über die Notwendigkeit einer logopädischen Beratung oder Abklärung unterstützen soll. Kinder im Alter von 3;0 bis 4;6 Jahren mit Auffälligkeiten beim Verstehen von Sprache sollen frühzeitig erkannt werden. Der Kompass kann ein Hilfsmittel für eine Einleitung einer eventuellen logopädischen Intervention sein. Er stellt in der Zusammenarbeit Eltern – Fachpersonen im Frühbereich – Logopädie eine Gesprächsgrundlage in der Förderplanung dar. Der SprachverständnisKompass, der für Kinder mit Erstsprache Deutsch konzipiert ist, ist eine informelle Entscheidungshilfe und kein evaluiertes diagnostisches Instrument.

SpracherwerbsKompass

Die Früherfassung von Kindern mit Sprachauffälligkeiten hat präventiven Charakter. Der SpracherwerbsKompass ist eine Entscheidungshilfe, die im Frühbereich tätigen Fachpersonen wie beispielsweise Kleinkinderzieher- Innen oder KinderärztInnen die Entscheidung erleichtern soll, ob eine logopädische Beratung oder Abklärung zu empfehlen oder einzuleiten ist. Dabei soll es im Sinne sekundärer Prävention Ziel sein, Kinder im Alter von 2;6 bis 4;0 Jahren mit einem Risiko für spezifische Spracherwerbsstörungen und Sprachauffälligkeiten zu erkennen, um allenfalls logopädische Interventionen einleiten zu können. Der SpracherwerbsKompass ist für Kinder mit Erstsprache Deutsch konzipiert, die keine sensorischen, schwerwiegend neurologischen, emotionalen oder kognitiven Schädigungen aufweisen.

Er enthält Beobachtungskriterien zu Sprachproduktion, Kommunikation, Spiel- und Sozialverhalten. Es muss betont werden, dass es sich beim SpracherwerbsKompass nicht um ein evaluiertes diagnostisches Instrument, sondern um eine informelle Entscheidungshilfe handelt.

 

LautspracherwerbsKompass

Der LautspracherwerbsKompass ist eine Entscheidungshilfe für Kindergartenlehrpersonen, die bei der Entscheidung über die Notwendigkeit einer logopädischen Beratung oder Abklärung unterstützen soll. Kinder im Alter von 4;0 bis 6;0 Jahren mit lautsprachlichen Auffälligkeiten sollen frühzeitig erkannt werden.

Der Kompass kann ein Hilfsmittel für eine Einleitung einer eventuellen logopädischen Intervention sein. Er stellt in der Zusammenarbeit Kindergarten – Logopädie eine Gesprächsgrundlage in der Förderplanung dar. Er wurde für Kinder mit Deutsch als Erstsprache konzipiert.

SchreiberwerbsKompass

Der SchreiberwerbsKompass (SEK) ist das Produkt einer interdisziplinären Entwicklung (Logopädie und Psychomotorik) und stellt eine Entscheidungshilfe für Erstklassenlehrpersonen dar. Der SEK soll entscheiden helfen, ob bei Auffälligkeiten im Schreiberwerb in der ersten Klasse eine weiterführende Abklärung oder Beratung bei einer

Fachperson einzuleiten ist. Bei der Entwicklung von Beobachtungsitems wurden logopädische und psychomotorische Aspekte des beginnenden Schreiberwerbs berücksichtigt.

LesekompetenzKompass

Der LesekompetenzKompass ist eine Entscheidungshilfe für Lehrpersonen von 1. Klassen. Er erleichtert die Entscheidung, ob eine Beratung bzw. Abklärung bei der zuständigen Fachperson (Logopädin, Legasthenietherapeutin) einzuleiten ist. Im Sinne der sekundären Prävention ist es das Ziel, Kinder mit einem Risiko im Leseerwerbsprozess früh zu erkennen. Weiter dient der Kompass als Kommunikationsbasis für den Austausch von Lehrpersonen, Fachpersonen und Eltern über Leseleistungen des Kindes.

Der Kompass enthält Beobachtungskriterien zu Voraussetzungen des Lesens, dem Leselernprozess und weiteren auf das Lesen einwirkenden Faktoren. Die Kriterien können allesamt im Unterricht beobachtet oder bei der Kindergartenlehrperson oder den Eltern erfragt werden.

Der LesekompetenzKompass ist für Kinder mit Erstsprache Deutsch konzipiert. Wir möchten Lehrpersonen dazu ermutigen, frühzeitig eine Fachperson zur Beratung oder Abklärung beizuziehen. Die sensible Phase des Leseerwerbs sollte möglichst reibungslos und mit Freude erfolgen. Rechtzeitige Beratung und Unterstützung bei Mühen sind unerlässlich.

SchweigeKompass

Der SchweigeKompass ist eine Entscheidungshilfe für Fachpersonen zur Früherkennung von selektiv mutistischen Kindern im Alter zwischen 3;0 und 7;6 Jahren. Es liegt ein Beobachtungsbogen mit 14 Items vor, die eine Abklärung oder Beratung bekräftigen. Der ‚SchweigeKompass’ gibt Auskunft darüber, ob das Schweigen eines Kindes weiterer Abklärung oder Beratung bedarf. Die Anwendung des ‚SchweigeKompasses’ richtet sich an die folgenden Fachpersonen: Kindergärtnerinnen, Lehrpersonen der 1. Klasse sowie Logopädinnen.

PolterKompass

Der PolterKompass ist ein Ersterfassungsinstrument für sprachtherapeutische Fachpersonen zur Erkennung und ersten Einschätzung von Poltern bei Kindern ab 5 Jahren.

Mit Hilfe des PolterKompasses soll die Frage geklärt werden, ob Poltern vorliegen könnte und weitere diagnostische Massnahmen notwendig sind.

Der PolterKompass versteht sich als ein orientierendes Hilfsinstrument zur Erkennung und ersten Einschätzung von Poltern und nicht als ein evaluiertes Diagnostikmaterial. Das Tool geht konzeptionell davon aus, dass es sich bei Poltern um eine Kommunikationsstörung

mit Leit-, Kern- und Begleitsymptomen handelt.

Neben dem Poltern gibt es weitere sprachliche Phänomene, welche die für Poltern entscheidenden Merkmale aufweisen. Die Abgrenzung ist wichtig und wird in dem Instrument bearbeitet.

Ziel des PolterKompasses ist es, für das Störungsbild Poltern zu sensibilisieren und Fachpersonen ein ökonomisches Instrument für die Erkennung und Ersterfassung von Poltern an die Hand zu geben.

 

Kontakt

HfH Wolfgang G. Braun, Prof.
HfH Jürgen Steiner, Prof. Dr. habil.
logopaedieundpraevention[at]hfh.ch E-Mail schreiben an Logopädie und Prävention