Übergang Schule–Beruf

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Jugendliche mit fragendem Ausdruck und Fragezeichen über ihrem Kopf

Übergang Schule–Beruf

Der Übergang von der Schule in die Berufswelt ist für Jugendliche mit Behinderungen oft mit Schwierigkeiten und Enttäuschungen verbunden. Gerade in dieser Phase benötigen sie deshalb besondere Begleitung und Unterstützung. Rechtlich gesehen liegt die Verantwortung für die Berufsfindung bei den Jugendlichen und den Eltern. Trotzdem übernimmt die Schule seit langem die Aufgabe, ihre Schülerinnen und Schüler zu begleiten. Eine gute Berufswahlvorbereitung kann für den gelungenen Übergang von der Volksschule in die Sekundarstufe II entscheidend sein.

An der HfH befasst sich seit über zehn Jahren ein Forschungsbereich mit dem Übergang Schule–Beruf. Eine aktuelle Studie mit dem Titel «EIL - Enhanced Inclusive Learning» zeigt beispielsweise, dass jeder 5. Jugendliche auf Sekundarstufe II Probleme im kognitiven, sozialen oder emotionalen Bereich aufweist. Auf dieser Schulstufe gibt es verglichen mit Sekundarstufe I deutlich weniger integrative Massnahmen (v.a. der Nachteilsausgleich; siehe auch Factsheet des Forschungsprojekts links).

Auf der Basis von verschiedenen Forschungsprojekten sind unterstützende Angebote entstanden: Zum einen das neue Arbeitsmittel «meine Berufswahl und ich», welches sich an Lehrpersonen aus integrativen Regelklassen und Sonderschulen richtet. Es wurde speziell für Jugendliche mit kognitiven Beeinträchtigungen sowie Problemen im Bereich Sprache und Verhalten entwickelt. Zum anderen wurde ein Portal www.schuleberuf.hfh.ch Link ILIAS Portal öffnen: Schule–Beruf erstellt, auf welchem nach unterstützenden Angeboten zum Übergang Schule–Beruf gesucht werden kann. Seit neustem besteht nun ausserdem auch die Möglichkeit, sich bei konkreten Fragen zur Berufswahl und Unterrichtsplanung an ein Beratungsteam der HfH zu wenden (siehe Flyer «Drehscheibe Schule–Beruf» links sowie die aktuellen Beratungszeitfenster in der rechten Spalte). 

«Meine Berufswahl und ich»: Ein neues Arbeitsmittel für den berufsvorbereitenden Unterricht

 

Das Forschungsprojekt «Fit für die Berufslehre – Berufswahlvorbereitung an der Schule bei Jugendlichen mit einer Behinderung» (Schellenberg & Hofmann, 2016) hat gezeigt, dass Lehr- und Arbeitsmittel, welche in der Schule zur Berufswahlvorbereitung verwendet werden, für die Bedürfnisse von Jugendlichen mit besonderem Förderbedarf (z. B. kognitive Beeinträchtigungen) nicht angepasst sind. 60% der befragten Lehrpersonen aus Sonderschulen und integrativ geführten Regelklassen wünschen sich angepasste neue Arbeitsmittel. Die Interkantonale Hochschule für Heilpädagogik und der Schulverlag haben zusammen nun ein Arbeitsmittel herausgegeben, welches diese Anliegen aufnimmt.

Das Arbeitsmittel «Meine Berufswahl und ich» orientiert sich am Fünf-Phasen-Modell der Berufswahl (Jungo & Egloff, 2009), an welchem sich auch andere Lehrmittel wie das «Berufswahltagbuch» orientieren. Es kann somit parallel zu bestehenden Berufswahllehrmitteln eingesetzt werden, was den Bedürfnissen von Regelklassenlehrpersonen entgegenkommt. Andererseits richtet sich das Arbeitsmittel aber auch speziell an Lehrpersonen der Sonderschule, welche mit nur einem Lehrmittel arbeiten wollen.

Das Arbeitsheft nimmt speziell Themen auf, welche bei Jugendlichen mit Beeinträchtigungen eine Rolle spielen; z.B. Informationen zu Ausbildungsgängen, welche nur mit Unterstützung der IV absolviert werden können (PrA-Ausbildung) oder durch einen Job Coach begleitet werden. Verschiedene Kapitel des Lehrmittels richten sich jedoch grundsätzlich an alle Jugendlichen: Verschiedene Arbeitsblätter können im Sinne von «Tests» ausgefüllt werden, um Interessen und Fähigkeiten bei den Jugendlichen zu eruieren, Schnuppereinsätze zu reflektieren oder ein persönliches Berufsprofil mit Stärken und Schwächen zu erstellen; diese Auseinandersetzungen sollen die Reflexionsfähigkeit und das Selbstvertrauen stärken. Neben Selbstbeurteilungen durch die Jugendlichen gibt es auch Arbeitsblätter, welche von Begleitpersonen (Eltern, Berufsbildende) ausgefüllt werden können.

Das Arbeitsmittel ist im Herbst 2018 beim Schulverlag auf den Markt gekommen und kann im HfH-Shop Im Shop öffnen: Meine Berufswahl und ich bezogen werden. Eine Evaluation mit ausgewählten Klassen ist geplant

Unterstützungsangebote für Jugendliche im Übergang Schule–Beruf


Nebst niederschwelligen Ausbildungsangeboten (eidgenössischem Berufsattest EBA oder Praktische Ausbildung PrA nach Insos) spielen für Jugendliche mit Unterstützungsbedarf Begleitangebot eine wichtige Rolle. Damit sind Angebote gemeint, welche die Jugendlichen während ihrer Schulzeit, Ausbildung oder beim Schritt in die Erwerbstätigkeit nach einer Ausbildung unterstützen. Die fachkundige individuelle Begleitung (fiB) oder das Konzept der «Supported Education» sind solche Gefässe. Da der Erfolg bei beruflichen Übergängen von verschiedenen Einflussbereichen abhängt, setzen die verschiedenen Unterstützungsangebote an den unterschiedlichsten Stellen an. Denn nicht nur schulische Leistungen sind wichtig, um einen Übergang erfolgreich zu meistern. Persönliche Merkmale wie berufliche Motivation sowie familiäre Verhältnisse und nicht zuletzt auch der Berufswahlunterricht an der Schule spielen ebenfalls eine entscheidende Rolle.

Auf der Website www.schuleberuf.hfh.ch ILIAS Portal öffnen: Schule–Beruf sind rund 70 erfolgsversprechende Unterstützungsangebote aus verschiedenen Deutschschweizer Kantonen zu finden. Darunter sind Mentoringprogramme, Brückenangebote, begleitete Ausbildungsplätze, Lehrbetriebsverbunde und viele weitere. Die Zusammenstellung richtet sich an Lehr- und Fachpersonen sowie an Eltern von Jugendlichen mit speziellem Förderbedarf. Die Angebote können nach Phasen (Berufsfindung, Berufseinstieg und Arbeitsleben), Zielgruppen (verschiedene Arten von Beeinträchtigungen) und nach Kantonen sortiert abgefragt werden. Die Webseite wird laufend erweitert.

Aktuelles Beratungszeitfenster

14-tägig, Donnerstag von 16.30–18.00 Uhr
Beginn ab 4. April 2019

Nächste Termine: 19.9, 3.10, 24.10, 7.11, 21.11.
Telefon: +41 44 317 11 57
Kontakt: schuleberuf[at]hfh.ch E-Mail schreiben

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