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Vortrag von Prof. Dr. Martin Meyer, Uni Zürich

Am 3. April fand an der HfH eine Veranstaltung zum Thema "Dolmetschen von Gebärdensprache – eine besondere Herausforderung für das Gehirn" statt.

Bekanntlich sind Gebärdensprachen linguistisch komplex und haben eine den Lautsprachen vergleichbare Evolutionsgeschichte.

Daher ist es auch nicht überraschend, dass Gebärdensprachen im Gehirn ähnlich wie Lautsprachen verarbeitet werden. Abgesehen von modalitätsabhängigen Unterschieden hat sich gezeigt, dass höhere linguistische Ebenen der Gebärdensprache eine linkshemisphärische Dominanz haben. Dabei zeigen sich graduelle Abstufungen in Abhängigkeit davon, ob man gehörlose oder hörende Nutzer der Gebärdensprache untersucht. Auch anatomische Unterschiede zeigen sich zwischen Nutzern je nach Häufigkeit und Gebrauch der Gebärdensprache oder nach Alter bei Erwerb und Flüssigkeit.

Weniger ist bekannt über die neuropsychologische Implementierung der Gebärdensprache im Gehirn von Gebärdensprach-Dolmetschern. Natürlich ist nicht davon auszugehen, dass sich die primäre Organisation der Gebärdensprache im Gehirn prinzipiell zwischen hörenden Dolmetschern und Gehörlosen unterscheidet, aber bekanntlich ist Dolmetschen noch einmal eine andere Herausforderung als der blosse Gebrauch von Gebärdensprache zum Zweck der Kommunikation.

Von Lautsprach-Dolmetschern weiss man, dass neben den sprachlich relevanten Hirnregionen primär auch Areale in besonderem Masse aktiviert sind, die exekutive Funktionen (Arbeitsgedächtnis, Inhibition, Aufgabenwechsel) beherbergen. Ebenfalls zeigen sich Merkmale veränderter Konnektivität in der weissen Substanz, welche verschiedene subkortikale Kerne miteinander verbinden.

Die Resultate lassen sich dahingehend interpretieren, dass beim Dolmetschen - sei es zwischen Laut- oder zwischen Gebärdensprachen nicht nur auf Flüssigkeit in der Sprache, sondern in besonderem Masse kognitive, primär nicht linguistische Funktionen im Vordergrund stehen. Auch wenn über die neurale Signatur des Dolmetschens von Laut- in Gebärdensprache (und umgekehrt) wenig bekannt ist, darf man davon ausgehen, dass die Relevanz kognitiver Funktionen sogar noch bedeutsamer einzuschätzen ist.

Organisatoren:
Tobias Haug, Prof. Dr., Leiter Studiengang Gebärdensprachdolmetschen
und
Daniela Nussbaumer, Prof. Dr., Dozentin Pädagogik für Schwerhörige und Gehörlose im Studiengang Sonderpädagogik/ SHP, HfH

Die Folien aus dem Vortrag von Prof. Dr. Martin Meyer sind hier Folie Vortrag Prof. Dr. Martin Meyer, Universität Zürich zu finden.

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