Institutsthema

Autismus

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Andreas
Eckert
Titel
Prof. Dr.
Funktion
Professor für Kommunikation und Partizipation bei Autismus-Spektrum-Störungen

Forschungsbericht zur Elternbefragung «Schule und Autismus – Was können wir aus der Corona-Krise lernen?». Die in der Schweiz aufgrund der Corona-Pandemie erfolgten Schulschliessungen in den Monaten März bis Mai 2020 führten viele Kinder und Jugendliche mit Autismus und ihre Familien in eine bis anhin unbekannte Situation. In Kooperation mit dem Elternverein autismus deutsche schweiz wurde anlässlich dieser Situation im Juni 2020 ein Online-Elternfragebogen konzipiert, der sich dem Erleben aus der Perspektive der Eltern widmet. Der Forschungsbericht (PDF) präsentiert die Ergebnisse der Elternbefragung. Neben Fragen zur familiären Ausgangssituation und zum regulären Schulbesuch stehen dabei die Zeit der Schulschliessungen, die Gestaltung des Lernens im häuslichen Umfeld, die Kontaktgestaltung zu den schulischen Fachpersonen sowie das Erleben der Situation im Vordergrund. Der Bericht schliesst mit einem Blick auf Anregungen für die Zukunft.

Fachstelle Autismus. Die dem Institut zugehörige Fachstelle Autismus wurde im Jahr 2016 gegründet und bietet primär Fachpersonen aus heilpädagogischen Arbeitskontexten eine vielfältige Palette an Beratungs-, Dienstleistungs- und Weiterbildungsangeboten. Die «Erweiterung der Autismuskompetenzen im Schulhaus» fördert beispielsweise die autismusspezifische Kompetenzerweiterung auf verschiedenen schulischen Handlungsebenen. Mit der Autismus-Sprechstunde besteht zudem ein niederschwelliges Beratungsangebot für Fachpersonen.

Autismus und Kommunikation – Erfolgreiche Förderung. Diesem Thema widmete sich die Tagung an der Hochschule für Heilpädagogik. Renommierte Fachpersonen, mit und ohne Autismus, referierten in diesem Rahmen in Vorträgen und Workshops über die Besonderheiten der Kommunikation bei Kindern und Jugendlichen mit einer Autismus-Spektrum-Störung sowie verschiedene Ansätze der Förderung kommunikativer Kompetenzen. Im Interview gibt Brita Schirmer, Dozentin und Fachbuchautorin, Einblick in die vielfach besondere Kommunikation und klärt über die Bedeutung der Geheimsprache Mimik auf.

Brita Schirmer im Video-Interview

Aus der Innenperspektive berichten der Psychologe Matthias Huber, der mit dem Asperger-Syndrom lebt, gemeinsam mit Heike Meyer, Dozentin an der PH Bern, über das individuelle Erleben von Autismus und «Neurotypismus», dem Leben ohne Autismus.

Matthias Huber und Heike Meyer im Video-Interview

Welche Entwicklungsbereiche sind für die Diagnose von ASS charakteristisch? In der letzten Überarbeitung der DSM 5 (Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders / Diagnostischer und statistischer Leitfaden psychischer Störungender American Psychiatric Association) werden zwei zentrale Charakteristika einer Autismus-Spektrum-Störung beschrieben. Es sind dies:

  • Anhaltende Defizite in der sozialen Kommunikation und sozialen Interaktion über verschiedene Kontexte hinweg (z.B.: sozial-emotionale Gegenseitigkeit; nonverbales Kommunikationsverhalten; Aufnahme, Aufrechterhaltung und Verständnis von Beziehungen)
  • Eingeschränkte, repetitive Verhaltensmuster, Interessen oder Aktivitäten (z. B.: stereotype oder repetitive motorische Bewegungsabläufe, stereotyper oder repetitiver Gebrauch von Objekten oder von Sprache; Festhalten an Gleichbleibendem, unflexibles Festhalten an Routinen oder an ritualisierten Mustern verbalen oder nonverbalen Verhaltens; hochgradig begrenzte, fixierte Interessen; Hyper- oder Hyperaktivität auf sensorische Reize).

Aktuelles Forschungsprojekt «Qualitätsmerkmale und professionelle Kompetenzen in der Sprachtherapie bei Autismus». Das aktuelle Forschungsprojekt des Instituts widmet sich folgenden Forschungsfragen:

  • Welche Qualitätsmerkmale charakterisieren eine qualitativ hochwertige Sprachtherapie für Kinder und Jugendliche mit Autismus?
  • Welche Kompetenzen werden dafür benötigt?
  • Welche methodischen Ansätze haben sich aus der Sicht von Logopädinnen bewährt?
  • Wie sieht aus der Perspektive von Selbstbetroffenen eine hilfreiche Sprachtherapie aus?

Anhand von Fokusgruppeninterviews mit Logopädinnen und Logopäden sowie Selbstbetroffenen mit Autismus und eigener Sprachtherapieerfahrung findet eine mehrperspektivische Annäherung an diese Thematik statt. Diese wird um eine darauf aufbauende Fragebogenuntersuchung ergänzt. Erkenntnisse für die Ausbildung von Logopädinnen und Logopäden sowie die Optimierung der aktuellen Praxis zu liefern, stellt ein zentrales Anliegen des Forschungsprojektes dar.

Dokumente

Erweiterung der Autismuskompetenzen im Schulhaus
Forschungsbericht zur Elternbefragung «Schule und Autismus – Was können wir aus der Corona-Krise lernen?»