Morphologische Bewusstheit im Kindergartenalter: Ergebnisse der Pilotierung, Forschungskolloquium
Kategorie Event
Datum
Wie lässt sich morphologische Bewusstheit schon im Kindergarten erfassen? Eine Pilotstudie entwickelt und erprobt erstmals ein Testverfahren für Deutschschweizer Kinder – mit vielversprechenden ersten Befunden für Diagnostik und Förderung.
Referentin
Britta Massie, Prof., Dr. rer. biol. hum., Professorin für Sprachförderung und Sprachdidaktik in heterogenen Lerngruppen (in Stellenteilung), HfH
Abstract
Morphologische Bewusstheit (MB), die Fähigkeit, Morpheme zu erkennen, zu analysieren und gezielt zu manipulieren, gilt als wichtige Voraussetzung für den Schriftspracherwerb (Carlisle, 1995). Ihre frühe Entwicklung im Kindergartenalter ist jedoch kaum erforscht und es fehlte bislang ein Verfahren zur differenzierten Erfassung. Auf Basis eines zweidimensionalen Modells (Bewusstheitsgrad × morphologische Operation) wurde das Testverfahren MB-KG 4-7 entwickelt und in einer Pilotstudie an 39 monolingual deutschsprachigen Kindergartenkindern (4;3–6;9 Jahre) zu zwei Messzeitpunkten im Abstand von sechs Monaten erprobt. Die Testaufgaben waren unterschiedlich anspruchsvoll und machten die Leistungsunterschiede zwischen den Kindern sichtbar. In allen Teilbereichen verbesserten sich die Leistungen über die sechs Monate. Zugleich blieb die Reihenfolge der Kinder hinsichtlich der Leistungen stabil. Die Ergebnisse sprechen dafür, dass sich die MB bereits im Kindergartenalter differenziert erfassen lässt. Für die Praxis könnte ein genauer Blick auf die verschiedenen Teilfähigkeiten helfen, diagnostische Einschätzungen und Förderangebote besser auf einzelne Kinder abzustimmen.
Anmeldung
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Im Forschungskolloquium werden aktuelle Ergebnisse aus Forschungs- und Entwicklungsprojekten der HfH vorgestellt und diskutiert. Das Kolloquium ist für alle an der Hochschule Tätigen, für Studierende und Fachleute aus der Praxis offen und findet online via Zoom statt.
Eine Veranstaltung des Zentrums Forschung und Wissenstransfer.