144 Absolvent:innen erhalten Diplom an gemeinsamer Feier für Masterstudiengänge
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144 Studierende aus den Masterstudiengängen der Heilpädagogischen Früherziehung (4), der Schulischen Heilpädagogik (133) und der Logopädie (7) haben diesen Frühling ihr Studium erfolgreich abgeschlossen. An der Feier im Kunsthaus Zürich durften sie ihre Diplome entgegennehmen. Herzlichen Glückwunsch!
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«Bildung für alle – dafür stehen Sie ein», mit diesen Worten eröffnete Prof. Dr. Claudia Ziehbrunner, Leiterin Zentrum Ausbildung und Weiterbildung, die Diplomfeier vom 25. März 2026 und stellte diese zugleich in den Kontext des 100-jährigen Engagements der Interkantonalen Hochschule für Heilpädagogik. Seit einem Jahrhundert setzt sich die HfH dafür ein, Menschen mit Behinderung einen gleichberechtigten Zugang zu Bildung und gesellschaftlicher Teilhabe zu ermöglichen. Diesen Auftrag tragen die Absolventinnen und Absolventen nun weiter.
Zeit für Reflexion im Berufsalltag. In ihrer Ansprache nahm Ziehbrunner das Publikum mit in ihre eigene Berufsgeschichte. Sie erzählte von einem Praktikum im Jahr 2004 und von einem Kind, das sie in Gedanken bis heute begleitet. Die Entscheidung über dessen schulischen Weg habe sie nie ganz losgelassen – sie hingen zwischen Regelschule, Sonderschule oder ein weiteres, drittes Jahr im Kindergarten. «Haben wir damals richtig entschieden?», fragte sie rückblickend. Solche Fragen, so Ziehbrunner, seien Teil der professionellen Verantwortung und würden Fachpersonen oft ein Leben lang begleiten. Sie ermutigte die Absolventinnen und Absolventen, sich im Berufsalltag bewusst Zeit für Reflexion zu nehmen und auch in herausfordernden Situationen innezuhalten.
Beziehung ist zentral. Die Festrede hielt Prof. Dr. Moritz Daum, Professor für Entwicklungspsychologie an der Universität Zürich. Er würdigte die Berufswahl der Absolventinnen und Absolventen als eine der bedeutendsten überhaupt. In seinen Ausführungen zeigte er auf, dass menschliche Entwicklung stets aus dem Zusammenspiel von genetischen Voraussetzungen und Umweltfaktoren entsteht. Doch besonders entscheidend sei dabei die Beziehung: «Kinder lernen dann am besten, wenn sie sich gesehen, gehört und ernst genommen fühlen.» Daum betonte er drei zentrale Bedürfnisse, die Lernen ermöglichen: das Gefühl von Kompetenz, das Erleben von Autonomie und die Erfahrung von Zugehörigkeit. Fachpersonen im heilpädagogischen Bereich seien zentrale Bezugspersonen, die genau diese Voraussetzungen schaffen. Statt grosse Visionen in den Vordergrund zu stellen, plädierte Daum für sogenannte «Micro-Ambitionen» – kleine, erreichbare Ziele im Hier und Jetzt. Gerade im heilpädagogischen Kontext seien es diese scheinbar kleinen Schritte, die Wirkung entfalten. «Tragen Sie das Gelernte in die Welt hinaus», gab er den Absolventinnen und Absolventen mit auf den Weg.
Prämierte Diplomarbeiten. Im Anschluss an die Reden wurden die Diplome feierlich überreicht. Zudem wurden zwei Masterarbeiten prämiert: die Arbeit von Heidi Eismann, die Denkroutinen zur Förderung des vertieften Lernens entwickelt hat sowie die Arbeit von Daniel C. Kaiser, der ein Musiklehrmittel für individuelles und gemeinsames Musizieren mit Hilfestellungen für Menschen mit ASS und/oder ADHS erstellt hat.
Herzliche Gratulation! Beim Apéro bot sich Gelegenheit, den Studienabschluss gemeinsam zu feiern und aufeinander anzustossen. Mit ihrem Abschluss sind die Absolventinnen und Absolventen bestens vorbereitet, um einen wichtigen Beitrag zur Bildung und Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigung zu leisten. Die HfH gratuliert herzlich und wünscht viel Erfolg für die berufliche Zukunft in einem gesellschaftlich zentralen Berufsfeld.