Neurodiversität verstehen: Wege zu einer inklusiven Hochschullehre

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Am Diversity Lunch Talk zum Thema «Neurodiversität in der Hochschullehre» ging Simone Tuena-Küpfer, Expertin für Neurodiversität in der Bildung, der Frage nach, wie die Hochschullehre inklusiver für neurodivergente Personen gestaltet werden kann – und wie dadurch eine Lernumgebung entsteht, die allen Menschen zugutekommt.

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Chantal Deuss Titel lic. rer. soc.

Funktion

Senior Consultant

Vielfalt als Chance. Im Referat betonte Simone Tuena-Küpfer, dass es eine natürliche Vielfalt neurologischer und kognitiver Funktionen gibt. Keine zwei neurodivergenten und keine zwei neurotypischen Personen sind gleich. Werden Lehrmethoden flexibel gestaltet, profitieren nicht nur neurodivergente, sondern auch neurotypische Studierende.

Wie kann die HfH Neuroinklusion in der Lehre unterstützen?

  • Sensibilisierung: Neurodivergenz ist meist unsichtbar/ nicht hörbar
  • Haltung: Wir sind/ lernen alle unterschiedlich
  • Kollaboration: Dozierende mit Stabstellen
  • Individueller Nachteilsausgleich
  • Flexibles Teilzeitstudium
  • Befreiung von Präsenzpflicht
  • Reizarme, geruchsneutrale, zentrale Ruhezonen
  • Erlaubnis für Begleithunde im Hörsaal

Blended-Learning als Schlüssel. Diese Massnahmen ermöglichen es neurodivergenten Personen, ihre individuellen Energieressourcen so einzusetzen, dass eine erfolgreiche Teilnahme am Studium möglich wird. Eine pauschale Lösung gibt es nicht – gerade bei Neurodivergenz.

  • Theorie asynchron-autodidaktisch – adaptives Lernen
  • Praxis/Elaboration synchron-hybrid
  • Formative/asynchrone Leistungsbeurteilung (multimediale Feedbackformen)
  • Constructive Allignement/ Strukturierung/ Sequenzierung
  • Bestmögliche Vorhersehbarkeit
  • Barrierefreie, transparente Kommunikation
  • Flexibilität bezüglich Gruppenarbeiten

Diskussion und Ausblick. Während des Referats wurde die Frage gestellt, wie viele Personen wohl neurodivergent sind. Allein im Hörsaal lag die Selbsteinschätzung der Teilnehmenden bei über 40%. Zwar konnte die Referentin keine exakten Daten zu dieser Frage liefern, da es solche Zahlen nicht gibt, sie betonte jedoch, dass die Zahl vermutlich höher liegt, als viele vermuten. Im Anschluss konnten die Teilnehmenden Fragen stellen und Wünsche an die HfH äussern, um neurodivergente Personen mit ihren Anliegen besser zu unterstützen.

Der Diversity Talk vom 6. November 2025 war eine Kooperation von Chantal Deuss, Beauftragte für Diversity und Gleichstellung, und Prof. Dr. Andreas Eckert, Professor für Kommunikation und Partizipation bei Autismus, im Rahmen des von swissuniversities finanzierten Projekts im Programm Chancengerechtigkeit – Förderung der Gleichstellung, Diversität und Inklusion auf allen Ebenen der Hochschulen. Das Interesse an der Veranstaltung war gross. Rund 150 Personen nahmen vor Ort und online teil.