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Entwicklungsbeeinträchtigungen schulisch unterforderter Schülerinnen und Schüler

Ausgangslage und Ziele

Im Gegensatz zur schulischen Überforderung wird der Unterforderung von Schülerinnen und Schülern von der Forschung wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Dabei ist eine schulische Unterforderung ein relativ häufiges Phänomen, gerade bei Kindern mit einer Hochbegabung. Und nicht nur das: Schaut man sich die Praxis genauer an, kann man beobachten, dass etwa 20% der Hochbegabten in Folge einer länger andauernden Unterforderung in ihrer Entwicklung beeinträchtigt werden. Dies zeigt sich in Form von Verhaltensproblemen, emotionalem Leidensdruck oder, wie in der vorliegenden Studie im Zentrum stehend, in Form schulischer Minderleistungen. Dabei gilt jedoch: Eine schulische Unterforderung kann, muss aber nicht zu schulischen Minderleistungen führen. Was genau aber unterscheidet hochleistende von minderleistenden Hochbegabten?

Fragestellung

Ziel der Studie ist es, Persönlichkeitsmerkmale zu identifizieren, die hochbegabten Schülern einen förderlichen Umgang mit schulischer Unterforderung ermöglichen (im Falle der hochbegabten Hochleistenden) bzw. den Umgang mit schulischer Unterforderung erschweren (im Falle der hochbegabten Minderleistenden).

Methodisches Vorgehen

Die Studie umfasst einen psychologischen und einen neurowissenschaftlichen Teil. Mit der ganzen Stichprobe (N=168) wurden Fragebogen zu verschiedenen Themenbereichen (Emotionsregulation, Attribution, Leistungsmotivation, allgemeine Zufriedenheit, Leidensdruck) durchgeführt. Darüber hinaus wurde ein Teil (n=20) der Gruppe mittels funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRT) untersucht, und zwar im Hinblick auf die Verarbeitung negativer Emotionen. Im Rahmen dieser Teilstudie wurden auch neuroanatomische Messungen mittels Diffusion Tensor Imaging (DTI) durchgeführt.

Ergebnisse

  1. Hochbegabte Minderleister weisen tendenziell mehr graue Substanz u.a. im limbischen System auf, unserem Emotionszentrum im Gehirn.
  2. Das könnte ein Beleg für ein Phänomen sein, das in der Psychologie als Über-Sensitivität bezeichnet wird, sprich: Hochbegabte Minderleister leiden stärker unter einer schulischen Unterforderung.
  3. Darüber hinaus bringen sie Fehler und Misserfolge auch stärker als andere mit sich selber in Verbindung, denken also, dass sie verantwortlich sind dafür („ich bin nicht gut genug“, „ich hätte mehr lernen müssen“).
  4. Sie haben aber kaum Strategien, mit diesen Emotionen umzugehen, sondern stehen ihnen vielmehr hilflos gegenüber.
  5. Die Folge: ein Teufelskreis, der meistens mit Unterforderung beginnt und zu länger anhaltenden schulischen Minderleistungen führt.

Publikationen

  • Gyseler, D. (2011). Hochbegabt und minderleistend – wie passt das zusammen? DU Sonderedition – Besondere Begabung (S. 13-14). Zürich: DU Kulturmeiden AG. PDF
  • Brunner, E. & Gyseler, D. (2013). Heilpädagogische Förderung auch für hochbegabte Schülerinnen und Schüler? Schweizerische Zeitschrift für Heilpädagogik (SZH), 19(6), 36-41. PDF

Fakten

Laufzeit
10/2010-12/2014
Nr.
1_9.1

Projektleitung

Dr. phil.  Gyseler

Dozent

Finanzielle Unterstützung

Kontakt

Zentrum Forschung und Entwicklung
Tel: +41 44 317 11 46

zfe[at]hfh.ch zfe