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Evaluation Nachdiplomkurs „Fördern in Schriftsprache und Mathematik"

Ausgangslage und Ziele

An der Pädagogischen Hochschule Rorschach (PHR) ist ein neuer Nachdiplomkurs „Fördern in Schriftsprache und Mathematik" entwickelt worden. Im August 2005 begann der erste Kurs mit 25 Teilnehmenden. Er umfasst 40 Ausbildungstage und erstreckt sich über 1 ½ Jahre. Es ist geplant, den Kurs mindestens zwei weitere Male durchzuführen.

Der Pilotkurs wird durch die Interkantonale Hochschule für Heilpädagogik (HfH) evaluiert. Gegenstand der Evaluation ist die Wirkung, welche die Ausbildung auf das berufliche Handeln der Kursteilnehmenden hat. Damit wird das Berufsfeld zur Referenzgrösse für die Untersuchung.

Fragestellung

Im Einzelnen interessieren die folgenden Fragen:

  1. Lassen sich Veränderungen bei den Teilnehmenden bezüglich der Problemdefinition, der Intervention und der Reflexion auf die eigene Arbeit feststellen?  
  2. Inwiefern lassen sich diese Veränderungen auf die Ausbildung zurückführen?
  3. Wie verändern sich die Kompetenzen qualitativ und quantitativ (wie gut/wie differenziert verfügen die Teilnehmenden über Wissensbestände und wie breit ist dieses Wissen)?
  4. Wie verändert sich die Umsetzung der Kompetenzen im Berufsalltag (Performanz)?

Methodisches Vorgehen

  1. Schriftliche, teilstandardisierte Befragung von allen 25 Kursteilnehmenden zu Beginn (2005) und nach Abschluss der Weiterbildung (2007). Inhalt: Berufsalltag, Arbeitsschwerpunkte, Beschreibung der Schülerinnen und Schüler.
  2. Qualitative Analyse schriftlicher Fallbeschreibungen bei 6 ausgewählten Kursteilnehmenden (Problembeschreibung, Vorgehen, Lösungswege, Einschätzung der Wirksamkeit).
  3. Qualitative Gruppendiskussionen mit 6 ausgewählten Teilnehmenden plus jeweils zwei weiteren Personen aus der Schule (in der Regel Klassenlehrperson und Schulleiterin oder Schulleiter), in der sie tätig sind. Mit den so zusammengesetzten Dreiergruppen werden – wiederum zu zwei Zeitpunkten (Beginn und Ende der Weiterbildung) – Gruppendiskussionen durchgeführt.

Ergebnisse

Die Analyse der Fallbeschreibungen zeigt eine Steigerung der Reflexionsfähigkeit bei den Kursteilnehmenden. Nach Abschluss des NDK fliessen vermehrt Modelle und Theorien in die Argumentation ein, die zur Begründung diagnostischer Aussagen und zur Reflexion von pädagogischen Interventionen verwendet werden.

Der Zugewinn an Reflexionskraft kann als Ausbildungsleistung des NDK interpretiert werden. Das vermehrte Nachdenken über pädagogisches Handeln hat neben der rein quantitativen Zunahme auch einen qualitativen Aspekt: Die stark individuumszentrierte Problemsicht zu Beginn des NDK weicht einer mehr interaktionistisch orientierten, welche vermehrt Informationen aus den Bereichen Schule sowie Elternhaus integriert.

Die zentrale Ausbildungsleistung des NDK liegt im Bereich didaktisch-methodischer Kompetenzen. Die Teilnehmenden erweitern diesbezüglich ihr Know-how und schätzen die Bedeutung der erworbenen Handlungskompetenzen am Schluss des Kurses höher ein als zu Beginn.
Defizite des NDK liegen vor allem im Modul „soziale Auffälligkeit", sowie in den beiden komplementären Bereichen „Leitung" und „Legitimation". Zum einen zeigen sich in diesem Ergebnis enttäuschte Erwartungen, im NDK etwas zum Umgang mit verhaltensauffälligen Schüler und Schülerinnen zu lernen, zum anderen kommen wohl enttäuschte Karrierewünsche sowie enttäuschte Erwartungen bezüglich Übernahme von spezialisierten Funktionen zum Ausdruck.

Auf der Ebene der Umsetzung zeigt sich, dass Kursteilnehmende, welche in ihrer Schuleinheit eine zentrale und anerkannte Förderfunktion innehaben, nach dem NDK nicht nur differenzierter über ihr pädagogisches Handeln nachdenken, sondern auch die Variationsbreite möglicher Interventionen erweitert haben. Umgekehrt bleibt bei Kursteilnehmenden, in deren Schuleinheit die Förderfunktion entweder peripher ist oder von anderen Leuten realisiert wird, das differenziertere Nachdenken über heilpädagogische Problemstellungen ohne Folgen für das Handeln.

Fakten

Laufzeit
08/2005-07/2008
Nr.
1_4

Projektleitung

Dr. phil.  Barth

Dozent

Projektteam

Finanzielle Unterstützung

Pädagogische Hochschule Rorschach (PHR)

Kontakt

Zentrum Forschung und Entwicklung
Tel: +41 44 317 11 46

zfe[at]hfh.ch zfe

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