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Frühe Förderung ab Geburt: ZEPPELIN 0-3

Ausgangslage und Ziele

Angesichts der nach wie vor sehr engen Verknüpfung von familialer Herkunft und Bildungslaufbahn in der Schweiz soll das Grundproblem der ungleich verteilten Bildungschancen von Beginn an, das heisst ab Geburt des Kindes bei der Familie als Bildungsort angegangen werden. Zu diesem Zweck wird in der longitudinal angelegten Interventionsstudie ZEPPELIN die Frage untersucht, ob Massnahmen der selektiven Prävention ab Geburt die Bildungschancen von Kindern aus Familien in psychosozialen Risikokonstellationen erhöhen.

ZEPPELIN ist ein Interventionsprojekt der Hochschule für Heilpädagogik Zürich (HfH) in Zusammenarbeit mit der Bildungsdirektion des Kantons Zürich (Amt für Jugend und Berufsberatung, AJB). Erstes Ziel im Rahmen der Intervention ist die interdisziplinäre Früherkennung von Kindern, die aus psychosozialen Gründen in ihrer Entwicklung gefährdet und insofern von Behinderung bedroht sind. Das zweite Ziel ist die frühe Förderung dieser Kinder, um ihre Bildungschancen langfristig zu erhöhen.

Fragestellung

In Anlehnung an das PPCT-Design nach Bronfenbrenner und Morris (2006) – in welchem Entwicklung als Interaktion zwischen Person und Umwelt im Kontext sozialräumlicher und zeitlicher Bedingungen aufgefasst wird – steht bei ZEPPELIN 0-3 folgende Frage im Zentrum: Welche Effekte haben Massnahmen der frühen Förderung auf die Entwicklung von 0 bis 3-jährigen Kindern aus Familien in psychosozialen Risikokonstellationen und über welche Wirkmechanismen im Bildungsort Familie kommen allfällige Effekte zum Tragen?

Methodisches Vorgehen

Intervention: Aufbauend auf den Erfahrungen aus der Machbarkeitsstudie ZEPPELIN/M (siehe A.14) soll in der Hauptstudie ZEPPELIN 0-3 zur Früherkennung von Familien in psychosozialen Risikokonstellationen ein interdisziplinäres Netzwerk implementiert werden, das sich aus Akteuren aus dem medizinischen und psychosozialen Versorgungsfeld zusammensetzt. Zur frühen Förderung dieser Familien haben wir das Programm „PAT –Mit Eltern lernen“ gewählt, das die wichtigsten Kriterien wirksamer FBBE-Programme erfüllt: a) frühzeitiger Beginn, b) Kontinuität, c) Individualisierungsmöglichkeiten, d) Professionalität des Personals, e) Berücksichtigung der Sprachförderung und f) niederschwelliger Zugang mittels Hausbesuchen.

Forschung: Um obige Fragestellung zu beantworten und die Zielerreichung zu überprüfen, ist ZEPPELIN längsschnittlich angelegt. In einer randomisiert kontrollierten Versuchsanordnung (RCT) werden mittels Vergleichen zwischen Interventions- (N=132) und Kontrollgruppe (N=120) Effekte auf die Entwicklung der Kinder und die Wirkmechanismen im Bildungsort Familie evaluiert. Folgende Instrumente sind bei ZEPPELIN 0-3 geplant: Im 4. Lebensmonat eine Einschätzung der Belastungs- und Schutzfaktoren und – mit wiederholten Messungen rund um die ersten drei Geburtstage der Kinder – Videoanalysen zur Ermittlung der Qualität der Eltern-Kind-Interaktionen (CARE-Index), Entwicklungstests, Skalen zur Einschätzung der elterlichen Versorgungskompetenz, der Erziehungseinstellung und des Anregungsgehalts im häuslichen Umfeld. Es ist vorgesehen, die Studie longitudinal weiterzuführen und Messungen bis in die SEK I vorzunehmen (ZEPPELIN 6-7; 12-13).

Ergebnisse

Zwischenergebnisse in aller Kürze, Stand 1.2.2015:

Zurzeit (Februar 2015) befindet sich ZEPPELIN im 40. Von 46. Studienmonaten. Die ältesten Kinder der Stichprobe sind seit September 2014 3-jährig (Messung t3, im Gang). Die jüngsten Kinder sind etwas älter als 2-jährig. Bei ihnen wurde die 2 Messung (t2) in September 2014 abgeschlossen. Die Stichprobengrösse beträgt aktuell N=222: Interventionsgruppe (IG) N=119; Kontrollgruppe (KG) N=103; Drop-outs N=29, d.h. 4% pro Jahr.

Die Resultate der ersten vollständigen Messung (t1) zeigen, dass im 12. Lebensmonat Kinder aus der IG einen höheren Entwicklungsquotienten aufweisen (global und spezifisch in der Skala der rezeptiven Sprache). Im Vergleich zur Baseline zeigen sich im Weiteren positive Effekte im Anregungsgehalt des häuslichen Umfelds.

Die Resultate der zweiten Messung (t2) bestätigen einen signifikanten Vorsprung der Kinder mit dem Programm PAT gegenüber den Kindern ohne Programm. Aufgeholt haben vor allem die Mädchen im Bereich Sprache. Auch die soziale Unterstützung (Selbsteinschätzung der Eltern) hat für die Gruppe mit PAT deutlich zugenommen.

Für detailliertere Angaben siehe Externer Link: www.zeppelin-hfh.ch. www.zeppelin-hfh.ch

Forschungsbeirat

  • Prof. Dr. Ute Ziegenhain, Universitätsklinikum Ulm
  • Prof. Dr. Margrit Stamm, Universität Fribourg
  • Dr. Heidi Simoni, Marie-Meierhofer-Instituts für das Kind Zürich
  • Prof. Dr. Ulrich Trautwein, Universität Tübingen
  • PD Dr. med. Oskar Jenni, Kinderspital Zürich, Entwicklungspädiatrie.

Publikationen

Weitere Informationen finden Sie: www.zeppelin-hfh.ch.

Kontakt

Forschung und Entwicklung
Tel: +41 44 317 11 81

zfe[at]hfh.ch zfe

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