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G-FiPPs – Grafomotorische Förderung in Präventiver Psychomotorik

Ausgangslage und Ziele

Im Forschungsprojekt „G-FIPPS" stehen präventive und integrative Aspekte der Psychomotorik im Mittelpunkt des Forschungsinteresses.  Es handelt sich um die Untersuchung von Effekten einer präventiv ausgerichteten, psychomotorischen Förderung auf fein- und grafomotorische Leistungen.

Fragestellung

In der Praxis der Psychomotorik standen lange Zeit lediglich diejenigen Kinder im Vordergrund, die eine Therapieindikation haben. Bis anhing war die typische Form der Intervention in der Schweiz die fallbezogene Einzel- oder Kleinstgruppentherapie, welche im Therapieraum ausserhalb des Klassenverbandes stattfand. Durch neue Vorgaben im Bildungssystem, welche Theorien von Inklusion, Integration und Prävention wesentlich stärker berücksichtigen, treten Förder- und Therapiearrangements in den Vordergrund, die den neuen Herausforderungen Rechnung tragen. Zwar haben auch Einzel- und Kleinstgruppentherapie präventiven und unter bestimmten Voraussetzungen integrierenden und auch inklusiven Charakter, es besteht jedoch explizit die Erwartung, dass sich Psychomotoriktherapeutinnen und –therapeuten im Sinne einer fachbezogenen Intervention neuen Herausforderungen bezüglich Angeboten für grössere Gruppen oder gar ganzer Klassen stellen. 

Methodisches Vorgehen

Durchgeführt wurde ein Versuchs-Kontrollgruppenexperiment in 12 Kindergärten des Kantons Zürich mit insgesamt 188 Versuchspersonen und begleitenden Messungen, bei welchem

  • Kinder der Versuchsgruppe ein Treatment mit einem eigens entwickelten, psychomotorisch geprägten, grafomotorischen Förderkonzept erhalten,
  • Kinder einer Kontrollgruppe ein anderes grafomotorisches Treatment erhalten
  • Kinder einer weiteren Kontrollgruppe kein Treatment erhalten.

Es handelt sich somit um ein gekreuztes 3x3-Studiendesign. Folgende Fragestellungen wurden im Rahmen der Studie operationalisiert:

  • Verbessern Kinder im Kindergartenalter, die an einem psychomotorisch geprägten grafomotorischen Förderprogramm teilnehmen, ihre Leistungen im Bereich der Fein- und Grafomotorik
  • im Vergleich zu den Kontrollgruppen, die keine Förderung erhalten und/oder
  • im Vergleich zu den Kontrollgruppen, die eine andere grafomotorische Förderung erhalten?

Ergebnisse

Aus den Ergebnissen wird deutlich, dass die G-FIPPS-Förderkonzeption im Bereich der Grafomotorik nachhaltige Effekte erzielen konnte. So verbesserten die Kinder der Experimentalgruppe, also derjenigen Gruppe, welche mit der G-FIPPS-Förderkonzeption gefördert wurde, ihre Leistungen im Bereich der Grafomotorik signifikant gegenüber beiden Kontrollgruppen.

Die Ergebnisse entsprechen nahezu idealtypisch angestrebten Zielen in der Psychomotoriktherapie: Es ist intendiert, Kindern nicht Fertigkeiten im Sinne isolierter Leistungsverbesserungen zu vermitteln, sondern ihnen die Grundlagen zu geben, Anforderungen und Aufgaben selbsttätig zu bewältigen. Somit kann behauptet werden, dass die G-FIPPS Förderkonzeption nicht nur wirksame Effekte erzielt, sondern die individuellen Verbesserungen der Leistungen offensichtlich in einer Art und Weise erworben werden, die einer übergreifenden Zielsetzung in der Psychomotorik sowie ihrer Didaktik und Methodik absolut entsprechen.

Vor dem Hintergrund inklusiver und integrativer Bestrebungen im Bildungssystem legen die Ergebnisse die Behauptung nahe, dass das vorhandene Setting in der Experimentalgruppe G-FIPPS, welches integrativen und inklusiven Bedingungen weitgehend entspricht, angestrebte Verbesserungen in den untersuchten Dimensionen nach sich zieht, und dies vor allem bei Kindern mit dem offensichtlich grössten Unterstützungsbedarf. Somit kann anhand der vorliegenden Studie ein erster Beleg dafür angebracht werden, dass integrativ und inklusiv ausgerichtete Psychomotoriktherapie wirksam sein und damit einen berechtigten Platz im modernen, inklusiv ausgerichteten Bildungssystem einnehmen kann.

Weitere Informationen und Ergebnisse sind im unten angegebenen Link zum Abschlussbericht zu finden.

Publikationen

  • Vetter, M., Kranz, I., Sammann, K., Amft, S. (2009) G-FIPPS: Zur Wirksamkeit grafomotorischer Förderung in integrativ und präventiv ausgerichteter Psychomotorik. Abschlussbericht, Interkantonale Hochschule für Heilpädagogik. Zürich. PDF
  • Vetter M., Amft S., Sammann K., Kranz I. (2010) G-FIPPS: Grafomotorische Förderung: Ein psychomotorisches Praxisbuch. Borgmann Media Dortmund. PDF

Fakten

Laufzeit
08/2006-07/2009
Nr.
2_1

Projektleitung

Projektteam

Kontakt

Zentrum Forschung und Entwicklung
Tel: +41 44 317 11 46

zfe[at]hfh.ch zfe