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GER Gebärdensprachen-Vorprojekt

Ausgangslage und Ziele

Für die Gebärdensprachen der Schweiz gibt es noch keine Anbindung an den Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen (GER; engl.: CEFR). Die Kompetenzen einer Person, die Gebärdensprache verwendet, können daher noch nicht mittels eines GER-standardisierten Rasters qualifiziert und beurteilt werden. Der Schweizerische Gehörlosenbund (SGB-FSS) hat ein vorbereitendes Projekt finanziert. Ziele dieses Vorprojektes waren:

  • Überprüfung der vorliegenden Lehrmaterialien der Deutschschweizer Gebärdensprache (DSGS) bezüglich ihrer Kompatibilität mit den vorliegenden Kann-Deskriptoren im GER-Globalraster;
  • Erhebung des Standes der Arbeiten im Vergleich zu anderen europäischen Gebärdensprachen;
  • Aufbau einer Basis für Austausch und Kooperation zwischen Stakeholdern (SGB-FSS, Gebärdensprachausbildner und -ausbildnerinnen, HfH-Studiengang Gebärdensprachdolmetschen und Weiterbildung AGSA) und wissenschaftlicher Öffentlichkeit (HfH, ZHAW, europäische Projekte zur CEFR/GER-Adaptation)

Methodisches Vorgehen

Der Fokus des Vorprojektes lag auf der Deutschschweiz. In einer ersten Arbeitsphase wurde das vorhandene Lehrmaterial gesichtet, um die mögliche Zuordnung zu den Stufen A1 bis C1 des GER zu klären. Im September 2011 fand der ESF-Workshop „Development of Theoretical and Practical Guidelines for the Adaptation of the Common European Framework of Reference (CEFR) to Sign Languages" statt, um die bestehenden europäischen Projekte zur Adaptation des GER/CEFR für Gebärdensprachen zu vernetzen und Ideen auszutauschen.

Ergebnisse

  • Die Expertenschulungen dienten dazu, die stakeholder für die Mitarbeit im Projektteam zu schulen. Ziel ist eine weitere, enge Zusammenarbeit zwischen den überwiegend gehörlosen geschulten Expertinnen und den Sprachwissenschaftlern und Sprachwissenschaftlerinnen in einem Folgeprojekt. In den Expertenschulungen wurde ein gemeinsames Verständnis des GER und der ihm unterliegenden Annahmen und Konzepte erarbeitet.Ein zentraler milestone war der Aufbau eines motivierten, gut zusammenarbeitenden Teams aus gehörlosen und hörenden Mitarbeitenden.
  • Die Sichtung der DSGS-Lehrmaterialien SGB-FSS und der HfH-Materialien ergab, dass die Materialien des SGB-FSS im Wesentlichen den Referenzniveaus A1 und A2 entsprechen. Die Materialien des Studiengangs Gebärdensprachdolmetschen und der Ausbildung für Gebärdensprachausbildende AGSA der HfH konnten bislang noch nicht gesichtet werden. Dies steht in einem nächsten Schritt an. Aufgrund der bisherigen Arbeiten ist zu vermuten, dass diese Materialien den Referenzniveaus B1 und B2, eventuell in Teilen C1, entsprechen.
  • Ausserdem wurden sprach- und kulturspezifische Abweichungen der Gebärdensprache von der lautsprachlichen Ausrichtung des GER festgehalten; sie sollen in einem anschliessenden SNF-Projekt bearbeitet werden.

Der Auftraggeber des Vorprojektes, SGB-FSS plant weitere Entwicklungsprojekte für alle drei Gebärdensprachen der Schweiz innerhalb der nächsten zehn Jahre. Dieses Jahr (2013) soll die Implementierung von drei Arbeitsgruppen für die drei Sprachregionen starten. Die Interkantonale Hochschule für Heilpädagogik (HfH) und die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW), Departement Angewandte Linguistik entwickeln derzeit das Forschungsprojekt "Deutschschweizer Gebärdensprache (DSGS): Empiriebasierte Grundlagen für pragmatische und linguistische Deskriptoren des GER". Für dieses Projekt sollen Fördergelder beim Schweizerischen Nationalfonds beantragt werden. Im Projekt ist auch die Zusammenarbeit mit weiteren europäischen Projekten zur GER-Adaptation für Gebärdensprachen angelegt.

  • Gesamtschweizerische Tagung für Gebärdensprachlehrende bzw. -Ausbildende (GSL/GSA) in Olten im November 2012.
  • Aktive Vertretung des GER-Vorprojektes am Workshop des EMCL ProSign Projekts in Graz im April 2013.
  • Verstärkte Zusammenarbeit mit anderen Forschungsgruppen in Europa, insbesondere Vernetzung und Austausch mit dem webbasierten Netzwerk „CEFR for Signed Languages European Programme", das seit September 2012 online ist.

Publikationen

  • Boson, V.,  Hohenstein, C. und Shores, P. (2014) GER wird konkreter. Visuell Plus, 18, 11.
  • Shores, P.A.,  Hohenstein, C. & Keller, J. (2014). Deaf and non-deaf research collaboration on Swiss German Sign Language (DSGS) interpreter training in Switzerland. The International Journal of Translation & Interpreting, 6(1), 47-59.
  • Shores, P., Haug, T., Hohenstein, C. & Keller, J. (2012). D.23 GER Gebärdensprachen-Vorprojekt (2011-2012) Schlussbericht. Zürich: Interkantonale Hochschule für Heilpädagogik. PDF

Fakten

Laufzeit
08/2011-07/2012
Nr.
4_15

Projektleitung

Prof.   Hermann-Shores, Ed.M

Dozentin

Projektteam

Kontakt

Zentrum Forschung und Entwicklung
Tel: +41 44 317 11 46

zfe[at]hfh.ch zfe

Wichtige Dokumente