Detail Page

Skipnavigation

Forschung Aktuelle Seite Projekte

Inhalt

Hier beginnt der Seiteninhalt:

Grundbildung mit Berufsattest und Arbeitsmarktfähigkeit

Ausgangslage und Ziele

Eine Längsschnittstudie über die berufliche Laufbahn von leistungsschwächeren Jugendlichen

Die im Berufsbildungsgesetz verankerte zweijährige berufliche Grundbildung mit eidgenössischem Berufsattest (EBA), die auf Ausbildungsbeginn 2005/2006 in den zwei Berufsfeldern Verkauf und Gastgewerbe die bisherige Anlehre ersetzt, soll insbesondere eine gesteigerte Arbeitsmarktfähigkeit der jungen Berufsleute sowie eine verbesserte Durchlässigkeit zu weiterführenden Ausbildungen – beispielsweise den Übertritt in die Ausbildung mit Eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ) gewährleisten.

Die Studie setzt sich zum Ziel, im Rahmen einer Längsschnittuntersuchung die berufliche Entwicklung von Absolventinnen und Absolventen der unter den neuen Bildungsverordnungen geregelten beruflichen Grundbildung mit eidgenössischem Berufsattest zu verfolgen.

Fragestellung

Die Studie liefert durch einen Längsschnitt- sowie vergleichenden Ansatz sowohl Daten zur Beschäftigungssituation, Mobilität und Flexibilität von Personen mit der neuen zweijährigen beruflichen Qualifikation, aktuelle Informationen über die berufliche Laufbahn von schulleistungsschwächeren Jugendlichen, sowie erste Erkenntnisse über die neue Ausbildungsform.

Methodisches Vorgehen

Im Zentrum der Studie standen die Perspektiven von Absolventinnen und Absolventen des letzten Durchganges einer Anlehre sowie der ersten Runde der zweijährigen beruflichen Grundbildung mit eidgenössischem Berufsattest

  • erhoben am Ende und ein Jahr nach Abschluss der Ausbildung, von Berufsbildnerinnen und Berufsbildnern aus Berufsfachschulen und Betrieben
  • erhoben am Ende der Ausbildung, sowie von Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern
  • erhoben ein Jahr nach Ausbildungsende.

Ergebnisse

Die Ergebnisse der Studie zeigen auf, dass der zweijährigen Grundbildung im Detailhandel und im Gastgewerbe eine erhöhte Durchlässigkeit zu weiterführenden Ausbildungen, im Besonderen zur dreijährigen Grundbildung, die zu einem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis (EFZ) führt, attestiert werden kann.

Bezüglich verbesserter Arbeitsmarktfähigkeit im Vergleich zur Anlehre ist aufGrund der vorliegenden Daten keine abschliessende Beurteilung möglich: Rund 88 Prozent der befragten jungen Leute mit Berufsattest sind ein Jahr nach Ausbildungsende erwerbstätig oder in weiterführender Ausbildung. Sie verdienen durchschnittlich höhere Löhne und weisen eine grössere Mobilität in Form von Betriebswechseln auf als Personen mit einem Anlehrabschluss in denselben Berufsfeldern. Die restlichen zwölf Prozent sind jedoch auch ein Jahr nach Ausbildungsende (immer noch) erwerbslos, was noch keiner statistisch signifikanten Verbesserung im Vergleich zur Anlehre entspricht.

Ergebnisse zur Schnittstelle am Beginn der Ausbildung, zum Ausbildungsverlauf und zum unmittelbaren Übertritt in den Arbeitsmarkt am Ende der Ausbildung weisen darauf hin, dass die zweijährige berufliche Grundbildung von allen Beteiligten positiv beurteilt wird. Kritisch zu betrachten gilt es jedoch die erste Schwelle beim Ausbildungseintritt, an welcher sich die Problematik von Jugendlichen mit Migrationshintergrund sowie von jungen Lernenden des unteren Leistungsspektrums manifestiert. Besondere Aufmerksamkeit muss zudem der Förderung und Unterstützung der Jugendlichen mit gefährdetem Ausbildungserfolg gewidmet werden: diese sollte sich idealerweise über beide Übertrittsschwellen hinweg erstrecken. Hier ist eine gute Koordination und Kooperation der unterschiedlichen Begleitmassnahmen wie Case Management und fachkundige individuelle Begleitung gefragt.

Publikationen

  • Kammermann, M. (2009). Well Prepared for the Labour Market? Employment Perspectives and Job Careers of Young People after a two-Year Basic Training Course with Swiss Basic Federal VET-Certificate. In F. Rauner, E. Smith, U. Hauschildt & H. Zellroth (Eds.). Innovative Apprenticeships. Promoting Successful School-to-Work Transitions. Berlin: LIT-Verlag, 127-130.
  • Kammermann, M., Hofmann, C. & Amos, J. (2009). Zweijährige berufliche Grundbildung und Arbeitsmarktfähigkeit - Eine Längsschnittstudie über die berufliche Laufbahn von schulisch schwächeren Jugendlichen. Vierteljahresschrift für Heilpädagogik und ihre Nachbargebiete (1), 73-74.
  • Hofmann, C. & Kammermann, M. (2009). Die zweijährige berufliche Grundbildung - ein Erfolgsmodell? Schweiz. Zeitschrift für Heilpädagogik, 6, 27-34. PDF
  • Kammermann, M. (2008). Anlehrlinge: woher kommen sie, wie beurteilen sie ihre Ausbildung, wohin gehen sie? In K. Häfeli (Hrsg.). Berufliche Integration für Menschen mit Beeinträchtigungen - Luxus oder Notwendigkeit?, 131-141. Luzern: Ed. SZH/SPC.
  • Kammermann, M. & Hofmann, C. (2008). Chancen und Risiken der zweijährigen Grundbildung mit Attest. Panorama (5), 27-28. PDF
  • Kammermann, M. & Hofmann, C. (2008). Chances et risques de la formation initiale de deux ans avec attestation fédérale. Panorama (5), 25-26. PDF
  • Hofmann, C. & Kammermann, M. (2008). Die zweijährige berufliche Grundbildung aus Sicht der Ausbildungsverantwortlichen in Berufsfachschule und Betrieb. Schweizerische Zeitschrift für Heilpädagogik (6), 43-50. PDF

Fakten

Laufzeit
08/2005-07/2009
Nr.
1_5

Projektleitung