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Kinder und Jugendliche mit Autismus-Spektrum-Störungen im Fokus SHP

Ausgangslage und Ziele

Kinder und Jugendliche mit Autismus-Spektrum-Störungen (ASS) sind für das Schweizer Bildungssystem eine grosse Herausforderung. Denn im Lernen und Verhalten sind diese Kinder und Jugendlichen sehr heterogen und die Vielfalt an Schulformen, an denen sie pädagogische Förderung erhalten, verweisen auf einen möglichen Handlungsbedarf hinsichtlich der Klärung adäquater Formen und Orte schulischer Förderung. Ziel des Forschungsprojektes war es, die Praxis schulischer Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Autismus-Spektrum-Störungen zu erfassen und zu evaluieren.

Fragestellung

Folgende Fragestellungen wurden verfolgt:

  • Wie werden die Angebote der schulischen Förderung von Kindern und Jugendlichen mit ASS gegenwärtig gestaltet bzw. bewertet?
  • Welche Prioritäten werden in Bezug auf die schulische Förderung der Kinder und Jugendlichen mit ASS benannt?
  • Welche Erfahrungen und Bedarfe hinsichtlich einer gelingenden schulischen Förderung werden von Fachpersonen und Eltern formuliert?

Methodisches Vorgehen

Den Ausgangspunkt bildete die Entwicklung eines Rahmenmodells zur schulischen Förderung von Kindern und Jugendlichen mit ASS (Eckert & Sempert 2012). Danach fand eine Online-Befragung von Schulischen Heilpädagoginnen und Heilpädagogen (SHP) zur aktuellen Praxis der schulischen Förderung von Kindern und Jugendlichen mit ASS statt. Anschliessend wurden sechs Fokusgruppeninterviews mit gemischten Gruppen (bestehend aus SHP, weiteren pädagogischen Fachkräften und Eltern) durchgeführt. Schwerpunkte der Interviews bildeten die Erfassung von Gelingensbedingungen schulischer Förderung sowie die Validierung der Ergebnisse der Onlinebefragung.

Ergebnisse

Die schriftliche Befragung zeigt, dass die aktuelle Situation der schulischen Förderung von zwei Dritteln der befragten SHP positiv bewertet wird. Dabei schätzen SHP, die in integrativen Schulformen tätig sind, die aktuelle Fördersituation tendenziell kritischer ein als SHP, die in Sonderschulen bzw. Heilpädagogischen Schulen arbeiten.

Folgende Punkte werden von den SHP als gelingend und förderlich bewertet: die Bereitstellung strukturierter Lernumgebungen und autismusspezifischer Förderangebote (Interaktion, Kommunikation, Interessen) sowie die Kooperation mit den Eltern.

Weniger gut gelingen die Förderung der Beziehungen und Kontakte zu Gleichaltrigen und der systematische Umgang mit Verhaltensauffälligkeiten.

Die Ergebnisse der Fokusgruppeninterviews bestätigen diese Erkenntnisse. Sowohl aus der Perspektive der Eltern als auch der verschiedenen Berufsgruppen wird die Professionalisierung der Fachkräfte sowie die Kooperation mit den Eltern als besonders wichtig hervorgehoben. Einen weiteren Diskussionspunkt stellt die besondere Situation der schulischen Förderung von Kindern und Jugendlichen mit ASS in integrativen Schulformen dar. Zahlreiche Aussagen lassen erkennen, dass in diesem Arbeitsfeld einerseits bereits viele positive Erfahrungen gemacht wurden, andererseits jedoch ebenso viele Unklarheiten und Handlungsbedarfe bestehen.

Konsequenzen für die Praxis

Die Untersuchungsergebnisse zeigen, dass sich die Weiterentwicklung schulischer Förderung für Kinder und Jugendliche mit ASS in der deutschsprachigen Schweiz positiv bemerkbar macht. Gleichzeitig weisen sie auf einen bestehenden Bedarf an erweiterten autismusspezifischen Angeboten und auf die Notwendigkeit einer spezifischen Professionalisierung der beteiligten Fachkräfte hin.

Publikationen

  • Eckert, A. & Sempert, W. (2013). Checkliste zur schulischen Förderung von Kindern und Jugendlichen mit einer Autismus-Spektrum-Störung (ASS). Autismus, 2, 27-30.
  • Eckert, A. & Störch Mehring, S. (2013). Autismus-Spektrum-Störungen (ASS) in der Adoleszenz: Übergänge und Herausforderungen. Schweizerische Zeitschrift für Heilpädagogik, 3, S. 24-32.
  • Eckert, A. & Sempert, W. (2012). Kinder und Jugendliche mit Autismus-Spektrum-Störungen in der Schule - Entwicklung eines Rahmenmodells der schulischen Förderung. Vierteljahresschrift für Heilpädagogik und ihre Nachbardisziplinen, 3, 221-233.
  • Eckert, A. & Störch Mehring, S. (2012). Gelingensbedingungen schulischer Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Autismus-Spektrum-Störungen. Ergebnisse einer Befragung von Eltern und Fachkräften. Zeitschrift für Heilpädagogik, 63, 422-433.

Kontakt

Forschung und Entwicklung
Tel: +41 44 317 11 81

zfe[at]hfh.ch zfe

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