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Psychomotorik und Prävention

Ausgangslage und Ziele

Prävention – Entwicklungsförderung – Bewegung in pädagogischen Institutionen -

Psychomotorik als präventives Arbeiten im frühen Bildungsbereich

Im Bildungs- sowie im Gesundheitswesen erhält das Thema Prävention im Kindesalter zurzeit einen hohen Stellenwert, da man spätere Entwicklungsstörungen vermeiden und dem Anstieg der Therapiekosten Einhalt gebieten will. Kinder, die rechtzeitig gefördert werden, haben dadurch eine bessere Chance, die Primarschule ohne sonderpädagogische Fördermassnahmen durchlaufen zu können. Dieser Ruf nach Prävention ist auch in den pädagogisch-therapeutischen Berufen hörbar, impliziert aber zugleich Fragen zur Zielgruppe, zur Wirksamkeit, zur Umsetzung und zur Koordination dieser Massnahmen. In der Praxis der Psychomotorik finden sich vermehrt Projekte in diesem Bereich, die auf Eigeninitiative der Psychomotoriktherapeutinnen erfolgen. Demgegenüber stehen Anordnungen zur Prävention in der Psychomotorik, die zunehmend im Arbeitsauftrag der Fachpersonen definiert sind. Aktuell zeigt sich, dass die Projekte und Umsetzungen der präventiven Psychomotorik aus der Praxis heraus entstehen. Es besteht ein wissenschaftlicher Handlungsbedarf, da das Feld der Prävention für die Psychomotorik ein weites Arbeitsfeld ist und es bisher an evaluierten Programmen, den empirischen Nachweisen und der Einbettung in ein Theoriegebäude fehlt.

Ziel des Forschungsvorhabens

Entsprechend war das Ziel dieses Forschungsprojektes eine Bestandsaufnahme der präventiven Arbeitsweisen von Psychomotoriktherapeutinnen sowie die Erhebung der zugrunde liegenden Theoriemodelle.

Fragestellung

Im Zentrum stand dabei folgende Frage: Wie arbeiten Psychomotoriktherapeutinnen im Bereich der Prävention?

Methodisches Vorgehen

Es wurden 22 Leitfadeninterviews mit Psychomotoriktherapeutinnen aus verschiedenen Kantonen der Deutschschweiz geführt, die anschliessend qualitativ ausgewertet wurden. Die Auswertung umfasste eine qualitative Inhaltsanalyse (deduktive sowie induktive Kategorienbildung) in Anlehnung an Mayring sowie die Bildung einer Typisierung.

Ergebnisse

Die Resultate zur Umsetzung der Prävention zeigen, dass die präventiven Massnahmen überwiegend im schulischen Setting und in der Zusammenarbeit mit den Lehrpersonen umgesetzt werden. Weiterhin zentral bei der Umsetzung des Auftrags zur Prävention ist die Arbeit mit den Bezugspersonen (z.B. Eltern, Lehrpersonen, andere Fachpersonen), die u.a. folgende Bereiche umfasst: spezifische Beratung, Weiterbildung und Informationsveranstaltungen. Ferner lässt sich aus den Ergebnissen erkennen, dass die Früherkennung als wichtiger Aspekt der Prävention eine grosse Bedeutung erfährt. Insgesamt kann festgehalten werden, dass die Umsetzung des Auftrags zur Prävention sich zwar sehr individuell und variantenreich gestaltet, aber in folgenden Aspekten weitgehend übereinstimmt: Anhand einer Bedürfnisanalyse, der Bestimmung der Zielgruppe und der Planung der fachlich-inhaltlichen Schwerpunkte wird die Konzeption der präventiven Massnahme entworfen. Die Umsetzung erfolgt im Rahmen der Möglichkeiten, die bzgl. der Kooperation, der räumlichen Situation, der zeitlichen Koordination etc. gegeben sind. Abschliessend erfolgt eine Reflexion bzw. Dokumentation, die wiederum in Folgeprojekte einfliessen kann.

Fakten

Laufzeit
08/2010-07/2011
Nr.
2_6

Projektleitung

Prof.  Amft

Leiterin Institut für Verhalten, sozio-emotionale und psychomotorische Entwicklungsförderung

Kontakt

Zentrum Forschung und Entwicklung
Tel: +41 44 317 11 46

zfe[at]hfh.ch zfe