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Zusammenarbeit von Fachpersonen mit Eltern in der Schule

Ausgangslage und Ziele

Die Zusammenarbeit mit den Eltern ist heute selbstverständlich und Standard sonderpädagogischer Förderung. In der fachlichen Diskussion wird sie als einer der schulischen Arbeitsbereiche beschrieben, der durch viele Hindernisse gekennzeichnet ist und eine hohe Theorie-Praxis-Differenz aufweist. Aktuell ist wenig Wissen darüber vorhanden, wie sich die Zusammenarbeit in der Schulpraxis tatsächlich gestaltet und wie diese von den beteiligten Fachpersonen und Eltern bewertet wird. Mit dem Forschungsprojekt sollen Erkenntnisse darüber gewonnen werden, wie die Zusammenarbeit von Fachpersonen (Schulische Heilpädagoginnen, Regelschullehrpersonen, Logopädinnen, Psychomotoriktherapeutinnen und Deutsch-als-Zweitsprache-Lehrpersonen) mit Eltern von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf in den Schulen umgesetzt wird und in welchen Bereichen Verbesserungspotenziale erkennbar werden. Diese Fragestellung soll aus der Perspektive von Fachpersonen und Eltern beantwortet werden.

Fragestellung

  • Wie ist die Praxis der Zusammenarbeit von Fachpersonen (SHP, LP, Logopädie, Psychomotorik) mit Eltern von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf in Schulen?
  • Entspricht die abgebildete Praxis den aus der Theorie abgeleiteten Gelingensbedingungen?
  • Wie wird die Praxis der Zusammenarbeit von Fachpersonen (SHP, LP, Logopädie, Psychomotorik) mit Eltern von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf (umfasst die Abdeckung des sonderpädagogischen Grundangebots (Eidgenössische Konferenz der Erziehungsdirektoren, 2007, Art. 4)) in Schulen bewertet?
  • Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Grad des Erfüllens der Gelingensbedingungen und der Bewertung der Zusammenarbeit?
  • Gibt es Gemeinsamkeiten bzw. Unterschiede zwischen den Berufsgruppen?
  • Gibt es Gemeinsamkeiten bzw. Unterschiede zwischen den Schulen?

Methodisches Vorgehen

Die Untersuchung ist als Fragebogenerhebung an Schulen in den Kantonen Zürich und Aargau durchgeführt worden. Die Fragebogenentwicklung basiert auf einer Literaturanalyse der deutsch- und englischsprachigen Fachveröffentlichungen zu den Gelingensbedingungen der Kooperation zwischen Fachpersonen und Eltern in Schulen. An der Befragung nahmen 381 Fachpersonen und 31 Eltern teil. Die Auswertung erfolgte mit dem Statistikprogramm SPSS mit schliessenden und deskriptiven Methoden.

Ergebnisse

Die Kooperation mit Eltern gelingt den sonderpädagogischen Fachpersonen in den Kantonen Zürich und Aargau gemäss eigener Einschätzungen in den erfragten Feldern der Zusammenarbeit (Grundlagen, Inhalte, Gestaltung, Haltungen) gut bis sehr gut. In einzelnen Bereichen besteht ein geringer Optimierungsbedarf. Gewünscht werden insbesondere mehr Zeit für die Zusammenarbeit sowie eine Erweiterung der fachlichen Kompetenz für die Kooperation. Es zeigen sich keine signifikanten Unterschiede zwischen den Berufsgruppen. Eine breite Streuung der Mittelwerte lässt aber auf hohe interindividuelle Diskrepanzen schliessen.

Auch die Eltern sind weitgehend mit der Praxis der Zusammenarbeit zufrieden und bewerten sie als wichtig bis sehr wichtig. Genauso wie die Fachpersonen wünschen sie mehr Kooperationszeit. Veränderungsbedarf sehen sie - anders als die Fachpersonen - bezüglich der Regelmässigkeit der Gespräche, der konkreten Hilfestellung durch die Fachpersonen beim Lernen zuhause sowie der Beratung in allgemeinen Erziehungsfragen. Sie erwarten, dass ihnen mehr Kontaktmöglichkeiten mit gleichbetroffenen Eltern vermittelt werden und sie stärker in die schulische und therapeutische Arbeit einbezogen werden.

Insgesamt wird die Zusammenarbeit zwischen Eltern und Fachpersonen an Schulen in den Kantonen Zürich und Aargau von allen Beteiligten gut bis sehr gut beurteilt. Die aufgedeckten Veränderungswünsche und die diskrepanten Einschätzungen von Eltern und Fachpersonen sollen Anlass zur genaueren Evaluation dieser Bereiche in den einzelnen Schulen geben.

Publikationen

  • Eckert, A.; Sodogé, A. & Kern, M. (2012). Zusammenkommen ist ein Beginn, Zusammenarbeiten ein Erfolg. Kriterien für eine gelingende Zusammenarbeit von Eltern und sonderpädagogischen Fachkräften im schulischen Kontext. Sonderpädagogische Föderung heute, 57 (1), 76-90.
  • Sodogé, A., Eckert, A. & Kern, M. (2012). Kooperation von Eltern und sonderpädagogischen Fachkräften in der Schule - Ergebnisse einer Fragebogenuntersuchung. Heilpädagogische Forschung, 1, 66-78.
  • Sodogé, A. & Eckert, A. (2012). Kooperation mit Eltern als Qualitätsmerkmal inklusiver Bildungsprozesse. In Berufsverband der Heilpädagogen (BHP) (Hrsg.). Gemeinsame Wege – Inklusion als Auftrag und Anspruch der Heilpädagogik! (97-104). Berlin.
  • Sodogé, A., Eckert, A. & Kern, M. (2012). Zusammenarbeit von Schule und Eltern aus der Sicht der schulischen Fachpersonen. Ein Forschungsbericht für die teilnehmenden Schulen. Kurzbericht. Züich: Interkantonale Hochschule für Heilpädagogik. PDF
  • Kurzbericht Kern, M., Sodogé, A. & Eckert, A. (2012). Die Sicht der Eltern von Kindern mit besonderem Förderbedarf auf die Zusammenarbeit mit den heilpädagogischen Fachpersonen. SZH (18)10,36-42. PDF

Fakten

Laufzeit
08/2010-07/2012
Nr.
5_26

Projektleitung

Prof. Dr.  Sodogé

Kontakt

Forschung und Entwicklung
Tel: +41 44 317 11 81

zfe[at]hfh.ch zfe