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Zuweisung zu Heilpädagogischen Tagessonderschulen im Kanton Zürich

Ausgangslage und Ziele

Im Kanton Zürich besuchen Kinder mit geistiger Behinderung in der Regel eine heilpädagogische Tagessonderschule. Zwischen 1989 und 2000 sind die Bestände dieser Schulen um rund 40 Prozent gewachsen, während die Schülerzahlen insgesamt nur um rund 13 Prozent anwuchsen.

Fragestellung

Diese Tatsache bewog die Bildungsdirektion des Kantons Zürich, eine Untersuchung in Auftrag zu geben, die folgenden Fragen nachgehen sollte:

  • Wer sind die Schülerinnen und Schüler der Heilpädagogischen Tagessonderschulen überhaupt?
  • Welches sind die Ursachen für den überproportionalen Zuwachs?
  • Wie sehen die Laufbahnen von Kindern aus, die aus der Normalschule in eine Heilpädagogische Tagessonderschule übergetreten sind?

Methodisches Vorgehen

Die Antworten der Forschungsequipe auf diese Fragen beruhen auf Sekundärauswertungen schulstatistischer Daten, auf Dokumentenanalysen und auf Interviews mit Verantwortlichen sowohl von Schulen wie auch von zuweisenden Institutionen. Der vollständige Schlussbericht enthält Daten, die aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes als vertraulich klassifiziert sind, und wird wohl nicht publiziert werden; eine Kurzfassung mit den wichtigsten Ergebnissen ist indes zugänglich.

Ergebnisse

Der Bericht lässt etwa erkennen, dass sich die Schulen in sehr unterschiedlichen Richtungen entwickeln. So unterscheiden sie sich hinsichtlich Rollenverständnis, Angebot und insbesondere auch Zielklientel. Diese Unterschiede sind bemerkenswert, ist es doch das Ziel der entsprechenden kantonalen Politik, durch Dezentralisierung überall das gleiche oder zumindest ein vergleichbares Angebot zu schaffen. Der Migrantenanteil ist in den Heilpädagogischen Tagessonderschulen seit Jahren annähernd konstant; die Vermutung, es würden vermehrt Kinder ausländischer Herkunft in diese Schulen eingewiesen, hat sich nicht bestätigt. Auch scheint der Anteil von Kindern mit geistigen Behinderungen an der Gesamtzahl der Schülerinnen und Schüler nicht gewachsen zu sein. Die Zunahme der Bestände scheint vor allem im erweiterten Aufgabenverständnis der Schulen zu wurzeln, die sich neuen Publika öffnen, so etwa Kindern mit Entwicklungsverzögerungen, Konzentrations-, Wahrnehmungs- und Verhaltensstörungen oder sozial-emotionalen Belastungen. Die Kinder, die das Wachstum der Schulen in erster Linie verursachen, sind somit im Grenzbereich zur geistigen Behinderung angesiedelt. – Der vollständige Schlussbericht schlägt auch mögliche Massnahmen vor; diese sind aber, zumindest bisher, nicht veröffentlicht worden.

Publikationen

  • Lienhard, Peter; Boveland, Brigitte; Forrer, Esther; Tarnutzer, Rupert (2002). Wissenschaftliche Evaluation über die Zuweisung zu Heilpädagogischen Tagessonderschulen im Kanton Zürich. Schlussbericht, Kurzversion. Zürich: Hochschule für Heilpädagogik (HfH). PDF
  • Lienhard-Tuggener, Peter (2002): Unaufhaltsam mehr geistig behindert Kinder im Kanton Zürich? Schweizerische Zeitschrift für Heilpädagogik, 10/2002, 13-16. PDF

Fakten

Laufzeit
08/2001-07/2002
Nr.
5_1

Projektleitung

Prof. Dr.  Lienhard

Dozent

Projektteam

Kontakt

Zentrum Forschung und Entwicklung
Tel: +41 44 317 11 46

zfe[at]hfh.ch zfe