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Zuweisung zu sonderpädagogischen Massnahmen in der Oberstufe Bäretswil

Ausgangslage und Ziele

In der Schulgemeinde Bäretswil ist eine bemerkenswert hohe Quote von Lernenden in Sonderschulen, Kleinklassen und Privatschulen zu verzeichnen. Die Finanzierung dieser Massnahmen wird nicht im bisherigen Umfang fortgeführt, was die Umstellung und Schliessung von Angeboten nach sich zieht. Die hohe Quote der Sonderschulung in Bäretswil rückt dadurch akut in den Blickpunkt.

In dieser Situation wurde der Bereich Forschung & Entwicklung der Hochschule für Heilpädagogik Zürich damit beauftragt, die Entwicklung der Sonderschulungsquote zu untersuchen und wenn möglich Gründe für sie aufzuzeigen.

Fragestellung

Folgenden sechs Fragen wurden im Rahmen der Analysen nachgegangen:

  1. Lässt die Entwicklung der Bäretswiler Schülerzahlen Besonderheiten gegenüber anderen Gemeinden erkennen?
  2. Lässt der Anteil bildungsferner Familien in Bäretswil Besonderheiten gegenüber anderen Gemeinden erkennen?
  3. Weist Bäretswil einen ungewöhnlich hohen Anteil von Schülerinnen und Schülern mit besonders hohem Förderbedarf auf?Erfolgen Zuweisungs- und Aufnahmeverfahren in Bäretswil vornehmlich niederschwellig?
  4. Aus welchen Gründen und mit welchem Ziel wurden die Sekundarabteilung C und die Kleinklassen ursprünglich eingerichtet?
  5. Gibt es Besonderheiten in den Einstellungen der Lehrpersonen, die einen Einfluss auf den Umgang mit Heterogenität haben und sich auf die Sonderschulungsquote auswirken?
  6. Die Zielsetzung der Studie ist es daher, Gründe für die vergleichsweise hohe Quote von Schülerinnen und Schülern in Sonderschulung aufzuzeigen und wenn möglich Lösungs- oder Entwicklungshinweise darzulegen.

Methodisches Vorgehen

Aufgrund der übergreifenden Bedeutung der Fragstellung war für die Studie ein
vertieftes, zweistufiges Verfahren vorgesehen:

  • Statistische Analysen: Verallgemeinernde Schlüsse hinsichtlich der relativen innerkantonalen Position der Schulgemeinde Bäretswil
  • Interviews und Exploration, Dokumentenanalyse, Einstellungsanalyse: Auswirkungen des bestehenden Schulprofils der Schulgemeinde Bäretswil

Bildungsplanung und Bildungsstatistik des Kantons Zürich unterstützten die Bereitstellung von Datenmaterial für die statistischen Analysen.

Ergebnisse

Bezüglich der sechs Fokuspunkte der Analyse zeigen sich folgende Ergebnisse.

  1. Die fraglichen Bäretswiler Schülerzahlen liegen im Vergleich mit anderen Gemeinden im erhöhten Bereich, wobei solche Gemeinden, die wie Bäretswil Standort von heil- und sonderpädagogischen Einrichtungen sind, allesamt höhere Verläufe verzeichnen.
  2. Gleichzeitig ist das Bildungsniveau der Familien in Bäretswil, gemessen an den höchsten erzielten Ausbildungsabschlüssen, vergleichsweise tief, was ebenfalls zu einer höheren Zahl von Sonderschülerinnen und -schülern beitragen kann.
  3. Dass es in Bäretswil ungewöhnlich viele Schülerinnen und Schülern mit besonders hohem Förderbedarf gibt, war nicht festzustellen, doch spielt – wie die Studie aufzeigt – die Nähe zu heil- und sonderpädagogischen Einrichtung für deren Zahloffenkundig eine Rolle.
  4. Dass das Zuweisungs- und Aufnahmeverfahren in Bäretswil vornehmlich niederschwellig gehandhabt wird, konnte nicht bestätigt werden.
  5. Als Beweggrund für die ursprüngliche Einrichtung der Sek C sowie der Kleinklassen wird ein verstärktes Bemühen um integrative Lösungen angegeben.
  6. Die Einstellungen der Lehrpersonen weisen insofern Besonderheiten auf, als Integration mit Massnahmen der äusseren Differenzierung als vereinbar gesehen wird, individualisierende und differenzierende Ansätze scheinen nicht flächendeckend etabliert zu sein, zugleich ist die Haltung gegenüber der Umsetzung des VSG auffallend kritisch.

Insgesamt relativiert sich der exzeptionelle Eindruck Bäretswils, wenn strukturell vergleichbare Gemeinden betrachtet werden.

Fakten

Laufzeit
08/2009-07/2010
Nr.
5_19

Projektleitung

Projektteam

Kontakt

Zentrum Forschung und Entwicklung
Tel: +41 44 317 11 46

zfe[at]hfh.ch zfe