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Bericht zur Ringvorlesung Arbeitswelt 5.0 – neue Nischen für Menschen mit Behinderung? Mit Prof. Dr. Stephan Böhm

Digitalisierung, Automatisierung und Roboter sind die Merkmale der aktuellen Arbeitswelt 4.0. Doch die nächste Revolution steht bereits vor der Tür. Anlässlich der Ringvorlesung vom 28. Februar 2018 an der HfH warf der Ökonom Prof. Dr. Stephan Böhm von der Universität St. Gallen deshalb schon einen Blick in die Arbeitswelt 5.0 – und verriet exklusiv, welche berufliche Nischen Menschen mit Behinderung darin besetzen könnten.

Menschen mit einer Behinderung wird es vermutlich auch in zwanzig Jahren noch geben. Deren heutigen Arbeitsplätze aber zum grossen Teil nicht mehr. Denn bis ins Jahr 2038 könnten laut Studien fast die Hälfte aller heutigen beruflichen Tätigkeiten durch Maschinen übernommen werden. «Die Digitalisierung ist mittlerweile in allen Berufen angekommen», sagte Stephan Böhm, Professor an der Universität St. Gallen: «Mein Job ist da keine Ausnahme.» Doch wie genau müssen wir uns diese Arbeitswelt 5.0 vorstellen? Böhm skizzierte drei Szenarien. Bei Szenario 1 nehmen Mega-Trends wie Globalisierung, Digitalisierung und Automatisierung künftig weiter an Intensität zu. «Für Menschen mit sensorischen und körperlichen Behinderungen hätte dies Vorteile», erläuterte Böhm und begründete dies mit biotechnologischen Möglichkeiten wie bionischen Augen, 3D-gedruckten Prothesen oder Eingriffen mittels Genomsequenzierung. Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen hingegen würden unter dem erhöhten Konkurrenzkampf eher leiden.

Beschleunigt sich der Wandel jedoch in den nächsten Jahren zusätzlich, wie dies bei Szenario 2 der Fall ist, entstehen neben hoch-spezialisierten Job-Profilen auch geschützte Nischen. «In der Arbeitswelt 5.0 verläuft die Bruchlinie möglicherweise nicht nur zwischen intellektuellen, sondern vielmehr entlang sozialen Fähigkeiten», sagte Böhm. Roboter würden in diesem kreativ-sozial-schöpferischen Spektrum vermutlich immer Schwachstellen haben, was wiederum gute Nachrichten für Fachkräfte in der Heilpädagogik, Pädagogik oder Pflege seien – aber auch für Menschen mit einer Behinderung, die über (besondere) soziale und kommunikative Stärken verfügen. Böhm erwähnte etwa Menschen mit einer Trisomie 21, die in Schulen oder Verkaufsläden assistieren könnten.

Bleibt noch Szenario 3. Danach würde eine künstliche Super-Intelligenz unsere Arbeitsplätze und Gesellschaft radikal verändern. Behinderungen und Krankheiten würde es schon bald nicht mehr geben. Letztlich würden die Machtgelüste dieser Super-Intelligenz das Schicksal der ganzen Menschheit bestimmen: «Im schlimmsten Fall ist das dann die letzte Generation, die lebt – im besten Fall die erste Generation, die nicht stirbt», so Böhm. Bis dahin vergehen noch ein paar Jahre.

Die Ringvorlesung können Sie hier in voller Länge nachhören: Zum Audiopodcast Link Youtube

Anlässlich der Tagung "Menschen mit Behinderung in der Welt von morgen" vom Juni 2017 wurde ein Interview mit Dr. Stephan Böhm geführt. Sie finden das Interview hier: Video Link Youtube 

Bis zur nächsten Ringvorlesung an der HfH sind es nur wenige Wochen: Am Mittwoch, 23. Mai 2018 spricht Dr. phil. Monika T. Wicki zum Thema «Mit dem Handy barrierefrei unterwegs – BlueAssist». Save the date!

 

Dr. Dominik Gyseler, Wissenschaftskommunikation
Dr. Steff Aellig, Wissenschaftskommunikation

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