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Gemeinsam forschen – gemeinsam lernen

Referentin Prof. Dr. Annett Thiele (Mitte), Carl von Ossietzky Universität Oldenburg (D), zusammen mit dem Team des SNF-Forschungsprojekts «Zwischen Anerkennung und Missachtung (erd-zam)» der HfH. (Foto: HfH)

Einblick in die Partizipative Forschung und die Besonderheiten dieses Forschungsprozesses. Ein Referat von Prof. Dr. Annett Thiele von der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg (D)

Am Forschungskolloquium vom 18. Februar 2020 gab die Referentin Prof. Dr. Annett Thiele von der Carl von Ossietzky  Universität Oldenburg (D), Institut für Sonder- und Rehabilitationspädagogik, einen Einblick in die Partizipative Forschung und die Besonderheiten dieses Forschungszugangs. Die Partizipative Forschung ist als Oberbegriff für Forschungsansätze zu verstehen, die sich zum Ziel setzen, die soziale Wirklichkeit mit den beteiligten Akteur*innen partnerschaftlich zu erforschen. Durch die Teilhabe an Forschung sollen Menschen mit Beeinträchtigungen und chronisch-progredienten Erkrankungen selbstermächtigt werden und somit auch auf diesem Gebiet gesellschaftliche Teilhabe erfahren. Sie stellt den Versuch dar, einen Erkenntnisprozess zu initiieren und zu gestalten, an dem im Prinzip alle Personen und Gruppen die soziale Wirklichkeit partnerschaftlich erforschen und beeinflussen. Das heisst die wissenschaftlichen Expert*innen forschen gemeinsam mit den Expert*innen der Lebenswelten.

«In der partizipativen Forschung gibt es kein privilegiertes Erkenntnissubjekt, sondern alle Beteiligten gewinnen Erkenntnisse (Bergold, 2013, S.1).»

Im Vortrag von Annett Thiele wurden ausgewählte partizipative Ansätze vorgestellt, Komponenten des Forschungsdesigns beschrieben und Besonderheiten des Forschungsprozesses diskutiert. Das Spektrum der partizipativen Forschung ist breit und umfasst verschiedene Grade der Beteiligung. Als Beispiel wurde der nordamerikanische Ansatz des «Community-Based Participatory Research (CBPR)» vorgestellt. Beim CBPR-Ansatz werden Nutzergruppen ausgewählt, häufig sind es sozial und gesundheitlich benachteiligte Communities, wo dringlicher Handlungsbedarf besteht. Sie greifen die Forschungsfragen der realen Anliegen der Community auf. Das Vertrauen in die Forschung wird vergrössert und die Forschungsergebnisse können dadurch besser kommuniziert werden.

Herausforderungen und Stärken

Besondere Aufmerksamkeit wurde den Herausforderungen im Forschungsprozesses geschenkt, zum Beispiel dem damit verbundenen erheblichen Zeitbedarf mit Auswirkungen auf die Planung und Durchführung, die unterschiedlichen, berechtigten Erwartungen und Interessen oder auch die Rollenfindung und Rollenkonflikte, die entstehen können. Als Stärke des Partizipativen Forschungsprozesses zählt klar, dass sich die Erkenntnisinteressen und Forschungsfragen auf der Konvergenz von zwei Perspektiven, Wissenschaft und Praxis, entwickeln. Ebenso bedeutsam sind die persönlichen Entwicklungschancen sowie Veränderungen der institutionellen Bedingungen durch die Teilnehmenden. Der Forschungsprozess wird im besten Fall zum Gewinn für beide Seiten.

Anhand dieser Grundlage wurden gemeinsam Empfehlungen für die Ausgestaltung von Forschungspartnerschaften erarbeitet. Am Schluss der Veranstaltung wurde über die Möglichkeiten der partizipativen Forschung als forschenden Lernens im Rahmen der Lehre diskutiert.

Referentin: Annett Thiele, Prof. Dr., Link Profil Annett Thiele Universität Oldenburg Carl von Ossietzky Universität Oldenburg (D), Institut für Sonder- und Rehabilitationspädagogik, Pädagogik und Didaktik bei Beeinträchtigungen der körperlichen und motorischen Entwicklung sowie bei chronischen und progredienten Erkrankungen

Forschungsprojekt HfH: Zwischen Anerkennung und Missachtung (erd-zam) Link Forschungsprojekt erd-zam

Autorin: Sabrina Demergi, Mitarbeiterin Kommunikation Link Who-is-Who Sabrina Demergi

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