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Justisigns - Gerichtsdolmetschen und Gebärdensprache

Ausgangslage und Ziele

Die Direktive 2010/64/EU des Europäischen Parlaments und des Europäischen Rates vom 20. Oktober 2010 legt für die EU-Länder minimale verbindliche Regeln fest bezüglich des Rechts auf Verdolmetschung und Übersetzung sowohl in Strafrechtsprozessen als auch bei einem europäischen Haftbefehl. Dieses Recht betrifft auch das Verdolmetschen zwischen gesprochenen Sprachen und Gebärdensprachen.

Das EU-Projekt Justisigns folgende Ziele:

  • Entwicklung eines Online-Kurses zum Gerichtsdolmetschen als Weiterbildung für Gebärdensprachdolmetscher/innen und für Studierende in der Ausbildung zum/zur Gebärdensprachdolmetscher/in (Umfang: 5 ECTS-Punkte)
  • Entwicklung eines Online-Kurses zum Thema Gehörlosigkeit, Gebärdensprache und Gehörlosenkultur für unterschiedliche Berufsgruppen, die im Gerichtswesen tätig sind (z.B. Polizei, Anwälte, Richter) (Umfang: 5 ECTS-Punkte)
  • Erstellung von Materialien in Gebärdensprache für Gehörlose und Hörbehinderte über das Gerichtswesen

Methodisches Vorgehen

Zuerst werden mögliche Themen der Online-Kurse identifiziert. Es wird Themen geben, die generischer Natur sind, also länderübergreifend und spezifische Themen, die ein bestimmtes Rechtssystem widerspiegeln. Da es nicht möglich sein wird alle Themen in dem Projekt abzudecken, werden bestimmte Themen zusammen mit Vertretern der drei Zielgruppen (Dolmetscherinnen und Dolmetscher, unterschiedliche Berufsgruppen im Gerichtswesen und Gehörlose) priorisiert werden.

Danach werden konzeptionelle Überlegungen angestellt, wie die definierten Inhalte umgesetzt werden können. Hier wird auch auf bereits existierende Ressourcen (z.B. vorhandene Unterrichtsmaterialien) zurückgegriffen. Im Anschluss werden die Online-Kurse erstellt, durchgeführt und evaluiert. Das Endprodukt steht am Schluss den jeweiligen Partnerländern für die Aus- und Weiterbildung zur Verfügung.

Es gilt auch zu überprüfen, inwiefern sich dieser Online-Kurs in der Bildungssystematik der unterschiedlichen Partnerländer anerkennen lässt.

Publikationen

  • Napier, J., & Haug, T. (2016). Justisigns: A European overview of sign language interpreting provision in legal settings. Law, Social Justice & Global Development: An Interdisciplinary Journal, 16(2), 1–16.
  • Boyes Braem, P., Bucher, B., & Haug, T. (2016). Gebärdensprachdolmetschen vor Gericht und Polizei – Justisigns. Seismograph, 39, 14–16. PDF
  • Krähenbühl F., Bucher, B., Diaz, B. & Haug, T. (2016). Justisigns: Zwischenstand. Visuell Plus, 26, 8.
  • Haug, T., & Maurer, F. (2015). Justisigns - Dolmetschen für gehörlose Menschen im Kontext Gericht und Polizei. Dolmetscher- und Übersetzervereinigung, Bulletin 2/2015, 13–14. PDF