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HfH-Forschung: Intervention für Menschen mit Parkinson

Übung im Kurs «Bewegung und Stimme» für Parkinsonbetroffene an der HfH Im kreativen, unbeschwerten Gruppensetting erfahren die Kurs-Teilnehmenden Bewegung und Stimme neu. (Foto: Ursina Degen/Erika Hunziker)

In der Schweiz leiden 15'000 Menschen unter der neurodegenerativen Erkrankung Morbus Parkinson, die zu motorischen Problemen und Veränderungen des Sprechens führt. Die Folgen dieses Störungsbildes sind weitreichend und die Auswirkungen im Alltag vielfältig. Ein selbstentwickeltes ressourcenorientiertes Kurskonzept «Bewegung und Stimme» bewährte sich in der Stabilisierung der Situation der von diesem progressiven Krankheitsbild betroffenen Menschen. Sie haben ihr Vertrauen aufgebaut, Ressourcen wiederentdeckt und Sicherheit im Alltag gewonnen.

Dies ist eine zentrale Einsicht des Forschungsprojektes, das Erika Hunziker, Dr. phil. Link Mitarbeiterübersicht Erika Hunziker, Co-Leiterin des Bachelorstudiengangs Logopädie und Ursina Degen, lic. phil., ehemalige HfH-Dozentin, in einem Kolloquium am 29. Oktober 2019 an der HfH vorstellten. Das Forschungsprojekt ist bei dem Institut für Verhalten, sozio-emotionale und psychomotorische Entwicklungsförderung Link Institutsseite angesiedelt.

Vertrauen in eigene Fähigkeiten (wieder) gewinnen
Die Symptomatik der Erkrankung belastet die Betroffenen psychisch stark und es ist davon auszugehen, dass das subjektive Wohlbefinden und die Lebensqualität reduziert sind. Ausgehend von der Erkenntnis, dass unterstützende aktivierende Massnahmen stabilisierend auf den progressiven Verlauf wirken, haben die Autorinnen das interdisziplinäre Kurskonzept «Bewegung und Stimme» der beiden Fachbereiche Psychomotorik und Logopädie entwickelt. Um die Auswirkungen dieses Angebots auf das subjektive Wohlbefinden von Menschen mit Morbus Parkinson zu untersuchen, haben sie eine empirische Untersuchung durchgeführt.

Die Daten wurden qualitativ und quantitativ erhoben, was einem Mixed Methods-Design (Kuckartz 2014) entspricht. Als Untersuchungsinstrumente wurden drei Fragebogen eingesetzt und um differenziertere Aussagen zu erhalten, wurde in der Experimentalgruppe ein Leitfadeninterview durchgeführt.
Die Ergebnisse der erhobenen Daten zeigen Auswirkungen der Intervention «Bewegung und Stimme» auf das subjektive Wohlbefinden und ermöglichen Aussagen zum Stellenwert des Gruppensettings und des multimodalen Angebotes. In der Experimentalgruppe gab es in einem der Fragebögen eine signifikante Verbesserung des subjektiven Wohlbefindens. Gemeinsam mit den Zuhörerinnen und Zuhörern wurde im Plenum über die Ursachen der Verbesserung des subjektiven Wohlbefindens durch das interdisziplinäre Gruppenkonzept diskutiert.

Die positiven Ergebnisse der Studie zeigen, dass sich das ressourcenorientiere Gruppenkonzept bewährt und dass es weiterentwickelt werden sollte. Weiter könnte diese Form der multimodalen Herangehensweise, die Bewegung und Stimme verbindet, durch Kurse und Veröffentlichungen verbreitet werden. Eine erste Publikation erscheint in der Zeitschrift «motorik» des Reinhardt-Verlages in der ersten Ausgabe 2020. Weitere Publikationen sind geplant. 

Forschungskolloquien
In den HfH-Forschungskolloquien werden jeweils aktuelle Ergebnisse aus Forschungs- und Entwicklungsprojekten der HfH vorgestellt und diskutiert. Das Kolloquium findet in der Regel einmal monatlich dienstags oder donnerstags über Mittag statt und ist für alle an der Hochschule Tätigen, für Studierende und Fachleute aus der Praxis offen. Das nächste Kolloquium findet am 5. November 2019 statt: Sprachhandlungen im bilingualen Bildungssystem Link Agenda Forschungskolloquium, Dr. Mireille Audeoud.

Autorin: Nora Kasper, BSc Link Mitarbeiterübersicht Nora Kasper

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