Bildungsplanung bei kognitiver Beeinträchtigung, Tagung

Event

An der Tagung stehen Gelingensbedingungen und Praxisbeispiele für die Umsetzung einer befähigungsorientierten Förder- und Bildungsplanung im Zentrum.

Kontakt

Leitung

Ariane
Bühler
Titel
lic. phil.

Funktion

Senior Lecturer

Cornelia
Müller Bösch
Titel
Prof.

Funktion

Professorin für Bildung bei kognitiver Beeinträchtigung

Überblick

Mit Einführung und Verabschiedung der «Anwendung des Lehrplans 21» wurden für die Bildung von Lernenden mit kognitiven und komplexen Beeinträchtigungen klare Vorgaben getroffen. Die Umsetzung bietet Chancen und Herausforderungen mit Fokus auf Teilhabe aller Schülerinnen und Schüler.

Grundlage bildet eine Diagnostik mit Blick auf die Befähigung (wer), eine Förderplanung, welche auf Sinnstiftung und kompetenzorientierte Förderziele fokussiert (was, wozu), und eine didaktische Planung, welche sich mit Fragen der Kontextualisierung und methodischen Entscheidungen auseinandersetzt (wo und wie).

In drei Impulsreferaten werden Gelingensbedingungen zu den Themen der Befähigung, der Diagnostik und der Partizipation aufgezeigt. Anschliessend erhalten die Tagungsteilnehmer:innen in Workshops Einblicke in Praxisbeispiele und Umsetzungen. Ziel der Tagung ist es, den Teilnehmer:innen Einblicke in aktuelle Entwicklungen zu ermöglichen und den professionellen Diskurs zur Umsetzung des Lehrplans 21 weiterzuführen.

Zielgruppen

Die Tagung richtet sich an Schulische Heilpädagogen und Heilpädagoginnen, Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen, Logopädinnen und Logopäden, Psychomotoriktherapeutinnen - und therapeuten, Schulleitungen und Schulbehörden.

Fakten

  • Ort: HfH und online
  • Maximale Anzahl Teilnehmende vor Ort: 180
  • Anmeldeschluss: 1. Mai 2023
  • Kosten:
    • vor Ort: CHF 250
    • online: CHF 190 (keine aktive Teilnahme möglich)

Diese Tagung ist ein Anlass des Instituts für Behinderung und Partizipation.

Detailprogramm und Anmeldung

Das Detailprogramm sowie die Anmeldung, werden voraussichtlich im Dezember 2022 aufgeschaltet. Wenn Sie über die Öffnung der Anmeldung infomiert werden wollen, dann melden Sie sich gerne für das Infomail an.
 

Programm

Samstag, 3. Juni 2023

  • 8.30–9.00 Uhr, Empfang mit Kaffee und Gipfeli
  • 9.00–9.10 Uhr, Begrüssung: Barbara Fäh, Prof. Dr., Rektorin HfH und Carlo Wolfisberg, Prof. Dr, Leiter Institut für Behinderung und Partizipation HfH
  • 9.10–9.20 Uhr, Thematische Einführung: Cornelia Müller Bösch, Prof., HfH und Ariane Bühler, lic. phlil., HfH
  • 9.20–9.50 Uhr, Referat 1: Bildung und Befähigung, Judith Hollenweger Haskell, Prof. Dr., PHZH
  • 9.55–10.25 Uhr, Referat 2: Diagnostik mit der Zielperspektive Befähigung, Holger Schäfer, Dr. phil, Schulleiter und Förderschulrektor 
  • 10.25–11.00 Uhr, Erfrischungspause
  • 11.00–12.15 Uhr, Workshop Runde 1 (Workshops 1-6)
  • 12.15–13.45 Uhr, Stehlunch (sowie Tische mit Software für den Bildungsbereich)
  • 13.45–14.15 Uhr, Referat 3: Lerncoaching und Partizipation, Cornelia Müller Bösch, Prof., HfH und Lucien Le, Assistent mit pädagogischem Profil und Experte in eigener Sache
  • 14.15–15.00 Uhr, World-Café als Austausch- und Netzwerkplattform
  • 15.00–15.30 Uhr, Erfrischungspause
  • 15.30–16.45 Uhr, Workshop Runde 2 (Workshops 7-12)
  • 16.45 Uhr, Apéro
  • 17.15 Uhr Ende der Tagung

Referate

Referat 1: Bildung und Befähigung, Judith Hollenweger Haskell, Prof. Dr.

Der Lehrplan 21 ist ein Lehrplan für Alle; er «gilt im Grundsatz auch für Schüler:innen mit besonderen pädagogischen Bedürfnissen» (vgl. Verbindlichkeiten, Lehrplan 21). Dies bietet eine grosse Chance, Inklusion aus der Perspektive der Schüler:innen statt als schulorganisatorisches Problem aus der Perspektive der Schule zu denken.

Im Zentrum sollen nicht Schulort, zusätzliche Stunden oder die Anzahl verfügbarer Fachpersonen stehen, sondern Fragen dazu, wie Bildungsprozesse gestaltet werden, um die im Lehrplan angestrebte Befähigung zu ermöglichen. Können die Grundansprüche voraussichtlich bis Ende des 3. Zyklus nicht erreicht werden, bieten dabei die Bildungsziele des Lehrplans Orientierung.

Im Referat wird ausgeführt, wie die Bildungsziele operationalisiert und für eine befähigungsorientierte Förderplanung verwendet werden können. Im Schulalltag stehen dabei nicht Leistung oder Verhalten im Vordergrund, sondern für die Schüler:innen bedeutsame Lernerfahrungen.

Judith Hollenweger Haskell, Prof. Dr., Professur Bildung und Diversity, PHZH

Referat 2: Diagnostik mit der Zielperspektive Befähigung, Holger Schäfer, Dr. phil.

Mit dem Ziel einer angemessenen und spezifischen Bildungsplanung für Schüler:innen mit schwerster Beeinträchtigung ist ein umfänglicher und kontinuierlicher Diagnoseprozess von Bedeutung, der im Dialog mit der beeinträchtigten Person und den unmittelbaren Bezugspersonen des Umfeldes grundlegend vorhandene methodische, soziale und personale Fähigkeiten erkennen und Entwicklungsbereiche (bspw. Kommunikation) in diesem Kontext identifizieren kann.

Der Vortrag schildert nach einem kurzen historischen Exkurs zur Entstehungsgeschichte der Förderdiagnostik (Fröhlich & Haupt 1983 bis 2004) die aktuelle Fortschreibung unter Einbezug der Fähigkeitsbereiche einschliesslich spezifischer Beobachtungsbereiche bei Lernenden mit schwerster Beeinträchtigung (Schäfer, Zentel, Manser & Fröhlich 2022) und beschreibt schliesslich konkrete Zugänge zur Bildungsplanung auf der Grundlage der Erkenntnisse aus Diagnoseprozess und der grafischen Zusammenführung im sogenannten Notationszirkel.

Holger Schäfer, Dr. phil., Förderschulrektor und Schulleiter SGE (Schule mit dem Förderschwerpunkt ganzheitliche Entwicklung), Rosenberg-Schule

Referat 3: Zukunftsvisionen entwickeln und Partizipation stärken, Cornelia Müller Bösch, Prof. und Lucien Le

Zukunftsvisionen zu entwickeln und Kinder sowie Jugendliche in den Prozess der Bildungsplanung miteinzubeziehen ist eine herausfordernde Aufgabe für Schulische Heilpädagoginnen, Eltern und weitere beteiligte Personen. Im dialogisch gestalteten Referat werden Gelingensbedingungen aus Sicht des Referenten und der Referentin herausgearbeitet.

Der Referent Lucien Le hat nach einer abgeschlossenen Schulzeit an einer heilpädagogischen Schule und der Arbeit in einer Institution für Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung den Schritt ins Studium an der Pädagogischen Hochschule Zürich am Institut Unterstrass im Projekt écolsiv gewagt. Lucien Le arbeitet nach erfolgreich abgeschlossenem Studium am Institut Unterstrass in Zürich als Assistent mit pädagogischem Profil an einer Primarschule. Die Referentin Cornelia Müller Bösch ist Professorin an der HfH und hat zwanzig Jahre lang Lernende mit kognitiver Beeinträchtigung unterschiedlicher Stufen – von Kindergarten bis Hochschule – in der Bildungsplanung begleitet.

Cornelia Müller Bösch, Prof., Professorin für Bildung bei kognitiver Beeinträchtigung, HfH und Lucien Le, Assistent mit pädagogischem Profil und Experte in eigener Sache

Workshops

Workshop 1: Befähigungsorientierte Förderplanung an den Heilpädagogischen Schulen im Kanton Aargau, Priska Gloggner und Stefanie Fink

Die Umsetzung der Bildungsplanung bei kognitiver Beeinträchtigung ist eine komplexe Aufgabe. Zur zeitnahen Bewältigung schlossen sich die Schulleitungen von fünf Heilpädagogischen Schulen im Kanton AG zusammen. Unter fachkundiger Beratung der Entwicklerinnen (Judith Hollenweger Haskell, Prof. Dr., PHZH und Ariane Bühler, lic. phil, HfH) wurde in einer ersten Etappe ein einheitlicher Ablauf für den förderdiagnostischen Zyklus mit den dazugehörigen Dokumenten (relevante Informationen, Förderplanung und Lernbericht) erarbeitet. In der zweiten Etappe werden in Zusammenarbeit mit dem Kanton die vorgeschlagenen Dokumente auf «LehrerOffice» implementiert. Dieser Workshop zeigt das strategische Vorgehen der Schulleitungen auf und demonstriert an einem Beispiel, wie die Lehrpersonen mit den Instrumenten auf «LehrerOffice» arbeiten.

Priska Gloggner, Schulleiterin und Stefanie Fink, Schulische Heilpädagogin, HPS Zofingen

Workshop 2: Stärkung der Regelschule bei der integrativen Beschulung von Kindern mit kognitiver Beeinträchtigung, Elisabeth Schweiger, Rahel Vontobel und Noemi Hurtado-Koch

Der LP 21 unter Einbezug der «Anwendung des LP21» bietet grosse Chancen, Kinder mit einer kognitiven Beeinträchtigung vermehrt in die Regelschule zu integrieren und weiter beschulen zu können. Im Kanton Aargau wird von den Heilpädagogischen Schulen seit 2020 Behinderungsspezifische Beratung zur Unterstützung für die Schulung von Kindern und Jugendlichen mit kognitiven Beeinträchtigungen angeboten. Dieses kann beansprucht werden, wenn bei einem Kind aus Sicht der Beteiligten eine kognitive Beeinträchtigung vorliegt.

Weiterführende Abklärungen müssen zu diesem Zeitpunkt noch nicht erfolgt sein. In diesem Workshop berichtet die Beratungsstelle aus den Bezirken Aarau und Kulm aus dem Alltag und zeigt Beispiele gelungener Integration dank des LP 21 auf.

Folgende Fragen werden thematisiert:

  • Wie können im Regelschulunterricht Befähigungsziele formuliert werden?
  • Mit welchen einfachen Hilfsmitteln können Regellehrpersonen und Schulische Heilpädagoginnen beraten werden?

Elisabeth Schweiger, Schulleiterin HPS Aarau, sowie Rahel Vontobel und Noemi Hurtado-Koch, Schulische Heilpädagoginnen von der Beratungsstelle «Behindertenspezifische Beratung für kognitiv beeinträchtigte Schülerinnen und Schüler (BBk)».

Workshop 3: Kompetenzentwicklung der Kinder in Sonderschulen im Hinblick auf den Lehrplan 21 sichtbar machen, Fabian Engi

Mit der Einführung des Lehrplans 21 sind die besonderen Volksschulen (Heilpädagogische Schulen) aufgefordert die individuellen Lernprozesse der Kinder im Hinblick auf den Lehrplan 21 (und der damit verbundenen Anwendungsbroschüre) zu reflektieren und sichtbar zu machen, wo sie in Ihrem Entwicklungsprozess stehen. In diesem Workshop gibt Fabian Engi Einblick wie dies gelingen kann und zeigt auf, wie die individuelle Förderplanung mit praktischen Lernmomenten der Kinder verknüpft und die individuelle Kompetenzentwicklung grafisch sichtbar gemacht werden kann. Der Workshop ist so aufgebaut, dass genügend Raum für Austausch und Fragen ist.

Fabian Engi, Praxislehrperson PHBern, Kernmitglied mirrocco, Kanton Bern

Workshop 4: Befähigungsorientierter Förderzyklus als Grundlage für die Umsetzung des LP21, Ariane Bühler, lic. phil. und Judith Hollenweger Haskell, Prof. Dr.

Im Zentrum des Workshop stehen die zahlreichen Fragen, die sich bei einer konsequenten Befähigungsorientierung in der Förderung von Schüler:innen mit komplexen Behinderungen stellen.

Die Landkarte «befähigungsorientierten Förderzyklus» gibt Schulischen Heilpädagog:innen, Schulleitungen und weiteren interessierten Personen einen Überblick und Orientierung zum Förderprozess. Gemeinsam werden entlang des Förderzyklus Antworten entwickelt zu zentralen Herausforderungen bei der Umsetzung des Lehrplans 21 in der Praxis.

Ariane Bühler, lic. phil, Senior Lecturer, HfH, und Judith Hollenweger Haskell, Prof., Dr., PHZH

Workshop 5: (Interdisziplinäre) Elterngespräche im Kontext der Befähigungsperspektiven, Roderick Gentinetta

Mit der befähigungsorientierten Bildungs- und Förderplanung stellt sich die Frage, wie die Eltern und weitere Beteiligte «mit ins Boot» des Befähigungsgedanken genommen werden können.

Im Workshop wird ein auf Alltagsbeobachtungen (Aktivitäten und Partizipation) basierenden ressourcenorientierten Zugang zu den Befähigungsbereichen aufgezeichnet und eine mögliche Gesprächsmethode für Eltern- oder Fachgespräche vorgestellt, welche den Bogen zum befähigungsorientierten Denken schlägt.

Am Beispiel des «Interdisziplinären Fördergesprächs» (Heilpädagogisches Zentrum Hagendorn) wird aufgezeigt, wie allen Beteiligten eine aktive und gleichberechtigte Rolle in der Formulierung von überfachlichen Zielsetzungen zukommt. Alle Teilnehmer:innen dieses Gesprächs, auch die Eltern, gehen mit zielgerichteten «Hausaufgaben» für ihr Fachgebiet nach Hause.

Roderick Gentinetta, Schulleiter HPSZ Grenchen

Workshop 6: Umsetzung befähigungsorientierter Bildung in der integrativen Schulung und im Sonderschulheim, Tobias Arnold und Eliane Seiler

Das Heilpädagogische Zentrum Hagendorn hat in den letzten fünf Jahren den gesamten Bildungsprozess anhand der lehrplanorientieren Bildungsplanung verändert. Die daraus neu entstandene Verbindung der Entwicklungs- und der Lehrplanorientierung im Rahmen der Befähigungsperspektive erweist sich als Chance für ein gemeinsames, interdisziplinäres Verständnis von Bildung für alle Schüler:innen.

Dieser Prozess beinhaltet die Bereiche Separative Schulung und Wohnen sowie Integrative Schulung. Anhand von konkreten Bildungsplanungsumsetzungen wird aufgezeigt, wie man über die verschiedenen Berufsfelder hinweg befähigungsorientiert zusammenarbeitet und welche Faktoren sich im Veränderungsprozess als herausfordernd und unterstützend erweisen.

Tobias Arnold, Geschäftsleiter und Eliane Seiler, Bereichsleiterin IS, Heilpädagogisches Zentrum Hagendorn

Workshop 7: Die Rolle der ICF in der befähigungsorientierten Förderplanung, Chris Piller, lic. phil.

Das Erheben von diagnostischen Daten und Informationen rund um das Kind und dessen schulisches und familiäres Umfeld spielt auch in der befähigungsorientierten Förderplanung eine zentrale Rolle. Die Behinderungs- und Beteiligungssituation können mit der Begrifflichkeit und Systematik der ICF differenziert erfasst und dargestellt werden. Mit der Erfassung und Beschreibung der Bildungssituation wird die bisherige Analyse um einen neuen Aspekt erweitert.

Im Workshop wird ein fokussierter Blick auf die in vielen Institutionen verbreitete «Förderplanung nach ICF» und die neue Ausrichtung der» befähigungsorientierten Förderplanung» geworfen.

  • Was ist gleich?
  • Was ist ähnlich?
  • Wo liegen die Unterschiede?
  • Und wo sollen Schulen und Teams in Zukunft ihre Schwerpunkte setzen?

Chris Piller, lic. phil., Senior Lecturer, HfH

Workshop 8: Selbstbestimmung im Schulalltag als «aktive Partizipation», Lars Mohr, Dr. phil.

Selbstbestimmung ist in der Pädagogik bei kognitiver Beeinträchtigung eine weithin anerkannte Leitidee. In pädagogischen Institutionen wie der Schule kann die Realisierung von Selbstbestimmung allerdings starken Spannungen unterliegen. Fach- und Lehrpersonen sollten daher sensibel dafür sein, solche Spannungen in ihren Interaktionen mit den Lernenden wahrzunehmen und gegebenenfalls abzubauen. Dazu hilft Ihnen eine Analyse der alltäglichen Interaktionsverhältnisse mit ihren Schüler:innen, insbesondere in Hinsicht auf die kommunikative Beteiligung (Partizipation) und den Einfluss (Aktivität) der beeinträchtigten Person.

Je nachdem, wie diese Faktoren ausgeprägt sind, lassen sich verschiedene Interaktionsverhältnisse der «aktiven Partizipation» (nach Simon Christian Meier ) benennen und deren Bedeutung für die Selbstbestimmung erkennen. Das öffnet den Blick dafür, wie sich die Selbstbestimmung der Lernenden im Alltag weiterentwickeln kann.

Lars Mohr, Dr. phil. , Senior Lecturer, HfH

Workshop 9: Zukunftsvisionen entwickeln und Partizipation stärken, Cornelia Müller Bösch, Prof. und Lucien Le

Kinder und Jugendliche mit kognitiver Beeinträchtigung im Prozess der befähigungsorientierten Bildungs- und Förderplanung miteinzubeziehen ist nicht immer einfach - birgt aber grosse Chancen. Im Workshop wird anhand der Umsetzung der fokussierten Zukunftsplanung im Projekt écolsiv und dem Lerncoaching in einer inklusiven Primarschule aufgezeigt, wie die Teilhabe von Lernenden in der befähigungsorientierten Bildungs- und Förderplanung gestärkt werden kann.

Gemeinsam wird der Frage nachgegangen, wie einzelne Elemente in die aktuelle Schulpraxis übertragen werden können und wie sich das auf die Biographie von Lernenden auswirken kann.

Cornelia Müller Bösch, Prof., Professorin für Bildung bei kognitiver Beeinträchtigung, HfH mit Lucien Le, Assistent mit pädagogischem Profil und Experte in eigener Sache

Workshop 10: Förderdiagnostik mit Kindern und Jugendlichen mit schwerster Beeinträchtigung, Holger Schäfer, Dr. phil.

Der Workshop schliesst thematisch an den Vortrag des Morgens an und stellt die Durchführung der Förderdiagnostik (Schäfer, Zentel, Manser & Fröhlich 2022) konkret vor. Nach Erläuterungen zur Validierungsstudie im Entwicklungsprozess an 35 Schulen wird die Durchführung mit konkreten Hinweisen aus der Praxis beschrieben, unter anderem mit Anmerkungen zum Zeitaufwand, zur Wiederholung und den örtlichen und personellen Rahmenbedingungen, zum Einbezug der Eltern sowie zur Notation und schliesslich Interpretation der Ergebnisse.

Auf der Grundlage bildungstheoretischer Perspektiven werden zur Vorbereitung der Bildungsplanung Vorschläge zu den Fähigkeitsbereichen beispielhaft beschrieben und nach einer konkreten Fallschilderung in einer Arbeitsphase erste Ideen einer Bildungsplanung entwickelt. Lektürematerial und Förderplanauszüge werden zur Verfügung gestellt.

Holger Schäfer, Dr. phil., Förderschulrektor und Schulleiter SGE (Schule mit dem Förderschwerpunkt ganzheitliche Entwicklung), Rosenberg-Schule und Roman Manser, lic. phil., Senior Lecturer, HfH

Workshop 11: Gelindende Kooperation mit Eltern in der Bildungsplanung, Rita Baumann, lic. phil. und Linda Bastian-Korn, lic. phil.

Familien von Kindern und Jugendlichen mit kognitiver und komplexer Beeinträchtigung besser verstehen, um kooperative Bildungsplanung zu ermöglichen!

Eltern und allenfalls weitere Familienmitglieder von Kindern und Jugendlichen aktiv und kooperativ in den Bildungsprozess miteinzubeziehen ist ein relevanter Aspekt des heilpädagogischen Berufsauftrags und gleichzeitig eine Herausforderung. Das eigene Vorgehen als SHP sowie auch das Konzept der (heilpädagogischen) Schule wird in Frage gestellt.

Kenntnisse über Herausforderungen und Bewältigungsstrategien im familiären Alltag von Kindern und Jugendlichen mit kognitiver und komplexer Beeinträchtigung bilden eine Grundlage, um Zusammenhänge zu erkennen, geeignete Kooperationsformen zu finden und die Rolle der Schule als Ressource, bzw. Belastung zu situieren.

Wir werden diese Zusammenhänge sichtbar? Mit Hilfe eines bestehenden Leitfadens werden Zusammenhänge aufgezeigt und Lösungsansätze für eine geeignete Kooperation konkretisiert und diskutiert.

Rita Baumann, lic. phil., Senior Lecturer, HfH und Linda Bastian-Korn, lic. phil., Advanced Lecturer, HfH

Workshop 12: Marktplatz - Konkretionen aus der Praxis, Ehemalige und aktuell an der HfH studierende Schulische Heilpädagoginnen

Familien von Kindern und Jugendlichen mit kognitiver und komplexer Beeinträchtigung besser verstehen, um kooperative Bildungsplanung zu ermöglichen!

Alle Schüler:innen sollen lehrplanorientiert unterrichtet werden. Wie dies ganz konkret umgesetzt werden kann, wird in Form eines Marktplatzes von Kolleg:innen vorgestellt, die die Produkte ihrer Masterarbeiten präsentieren. Es werden Unterrichtsmaterialien, -reihen und Lehrmittel für inklusiven Unterricht mit besonderem Fokus auf Schüler:innen mit kognitiven Beeinträchtigungen vorgestellt, die zur Erprobung bereit sind, wie z. B. Magnetismus, Mein Körper & Co, Was kann Wasser alles? (Aggregatszustände), Programmieren.

Ehemalige und aktuell an der HfH studierende Schulische Heilpädagoginnen (Martina Woodgate, Tabea Marti & Valerija Michel-Zebic, Isabelle Léchenne, Carmen Stark und NN)

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