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Eritreische Kinder im Zürcher Bildungssystem (EKiZ)

Ausgangslage und Ziele

In den nächsten Jahren werden in der Schweiz mehrere tausend Kinder eritreischer Herkunft eingeschult. Es gibt Anhaltspunkte dafür, dass viele dieser Kinder den Übertritt ins schweizerische Bildungssystem nur mit besonderer Unterstützung schaffen bzw. aufgrund von Problemen im Lernen und im Verhalten nach relativ kurzer Zeit ausgesondert und in Sonderschulen und/oder Heime platziert werden. Die meisten eritreischen Eltern sind durch ihre besondere Herkunftssituation und ihre Fluchterfahrungen im Unterschied zu anderen Migrantengruppen stärker belastet, teilweise sogar traumatisiert. Nur wenige Eltern sind erwerbstätig. Diese Konstellation erschwert die Integration aller Familienmitglieder. .Bisher gibt es noch keine umfassende systemische Forschung über eritreische Familien in der Schweiz und darüber, wie die Bildungschancen der Kinder ggf. besser gewahrt werden könnten.

Fragestellung


    • Welche Mechanismen der Zuweisung zu sonderpädagogischen Massnahmen und zu Sonderschulen oder Heimen liegen vor? Wann, wo und wie entsteht zum Beispiel das Urteil „lernbehindert“ oder „verhaltensauffällig“ und wer entscheidet worüber in diesem Procedere?
    • Welche Integrations- und möglicherweise Segregationsprozesse werden sichtbar?
    • Gibt es intrafamiliale Prozesse, die die Integration in der Schule bzw. generell in die schweizerische Gesellschaft erleichtern oder erschweren?

    Methodisches Vorgehen

    A. Deskriptiver Teil

    Deskription der schulischen Situation eritreischer Kinder anhand von eigenen Auswertungen der Bildungsstatistik (bista) der Bildungsdirektion des Kantons Zürich.

    B. Explorativer Teil: Qualitative Einzelfallstudien

    Gestützt auf Interviews mit ca. fünf eritreischen Familien, die nach dem Verfahren der Fallkontrastierung ausgewählt werden, will das Forschungsteam die Wirklichkeit dieser Familien „von innen her“ verstehen und sogenannte Fallstrukturhypothesen erstellen (Hildenbrand, 1999). Die Grounded Theory nach Glaser & Strauss (1998), die Objektive Hermeneutik (Oevermann et al., 1979) und die ethnobiographische Fallrekonstruktion mit der Analyse von Genogrammen (Lanfranchi, 1994; Hildenbrand, 2005) bilden den methodologischen Rahmen.

    Ergebnisse

    Erste Ergebnisse werden im Herbst 2015 erwartet.

    Publikationen

    • Burkhardt, S.C.A. & Lanfranchi, A. (2016). Eritreische Flüchtlingskinder in der Schweiz. Schweizerische Zeitschrift für Heilpädagogik, 22(1), 20-26. PDF
    • Lanfranchi, A. (2016). Kinder aus Kriegsgebieten in der Schule. Schulblatt Aargau und Solothurn, 2, 11-12.
    • Burkhardt, S.C.A. (2015). Eritreische Kinder in der Schweiz. Heilpädagogik aktuell, 16, 6.
    • Lanfranchi, A. (2015). Tipps für die Schule. Umgang mit Schülerinnen und Schülern aus Kriegsgebieten. Heilpädagogik aktuell, 16, 6.

    Kontakt

    Forschung und Entwicklung
    Tel: +41 44 317 11 81

    wfd[at]hfh.ch wfd

    Wichtige Dokumente