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Heterogenität im Berufsfachschulunterricht in EBA- und PrA-Klassen (LUNA II)

Ausgangslage und Ziele

Die Berufsbildung hat sich in der Schweiz im letzten Jahrzehnt stark gewandelt: Für Lernende mit besonderem Bildungsbedarf sind mit der zweijährigen beruflichen Grundbildung mit Berufsattest (EBA) und mit der praktischen Ausbildung nach INSOS (PrA) neue Ausbildungsgefässe geschaffen worden. Beide richten sich an Jugendliche, die einer anspruchsvolleren Ausbildung aus unterschiedlichen Gründen nicht gewachsen sind. Erste Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt Lernende in Übergangssituationen im niederschwelligen Ausbildungsbereich (LUNA) weisen darauf hin, dass die Lernenden oft sehr unterschiedliche Voraussetzungen für die Ausbildung mitbringen (z. B. aufgrund der bisherigen schulischen Laufbahn oder eines Migrationshintergrundes). Der Unterricht in den Berufsfachschulen und Ausbildungsinstitutionen ist unter diesen Umständen gemäss ersten Rückmeldungen von Lehrpersonen herausfordernd. Ziel des geplanten Projekts ist es, diese Erfahrungen von Lehrpersonen im Berufsfachschulunterricht systematisch zu erfassen.

Fragestellung

Wie gehen die Lehrpersonen mit der Heterogenität in den EBA- und PrA-Klassen im Rahmen des Unterrichts um und wie können sie gewährleisten, dass die verschiedenen Gruppen in den Bildungsprozess integriert werden? Im Einzelnen sollen unter anderem folgende Fragen geklärt werden:

  • Wie nehmen die Lehrpersonen die Lernenden wahr und welche Probleme stellen sich konkret im Unterricht?
  • Welche Strategien und Instrumente stehen den Lehrpersonen in diesen Situationen zur Verfügung und wie werden diese eingesetzt? Wo sehen sie ihre Grenzen unter den gegebenen Bedingungen?
  • Wie wird der Unterricht von Seiten der Lernenden erlebt?

Methodisches Vorgehen

In einem ersten Schritt werden explorative Erhebungen mittels Fokusgruppeninterviews in vier Berufsfachschulen beziehungsweise Ausbildungsinstitutionen durchgeführt. Aus den Ergebnissen wird ein erster Überblick über die Problematik und die Grundlage für eine systematische Erfassung mittels Leitfadeninterviews abgeleitet. Die Auswahl von 20 Berufsfachschullehrpersonen geschieht auf der Basis von Sekundäranalysen aus dem Forschungsprojekt LUNA (z.B. Lehrpersonen aus Klassen mit grosser Heterogenität bezüglich bestimmter Merkmale). Zusätzlich sind in einigen ausgewählten Klassen teilnehmende Beobachtungen während einer Unterrichtsstunde geplant.

Ergebnisse

Da bisher noch wenig darüber bekannt ist, wie Lehrpersonen mit der Heterogenität der Lernenden im Berufsschulunterricht umgehen, kann dieses Projekt eine systematische Bestandsaufnahme und Situationsanalyse liefern. Der Fokus soll dabei nicht primär auf dem «Problem» liegen, denn in ersten Analysen des LUNA Projekts. zeigte sich, dass die Zufriedenheit der Lernenden mit dem Berufsfachschulunterricht insgesamt hoch ist. Dies deutet darauf hin, dass es vielen Lehrpersonen gut gelingt mit der Situation umzugehen. Im Hinblick auf eine Valorisierung interessieren insbesondere die positiven Erfahrungen von Berufsschullehrpersonen, ihre Strategien und die Rahmenbedingungen, die diese ermöglichen. Hieraus lassen sich Ausmass des Handlungsbedarfs und Ansatzpunkte ableiten.

Fakten

Laufzeit
08/2017-12/2019
Nr.
1_21.2

Projektleitung

Dr. phil.  Hofmann

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Kontakt

Zentrum Forschung und Entwicklung
Tel: +41 44 317 11 46

zfe[at]hfh.ch zfe