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Pilotstudie «BlueAssist»

BlueAssist-Karte «BlueAssist» ist ein einfaches System, das Menschen mit einer Behinderung die Kommunikation mit anderen unterwegs erleichtert (Foto: HfH)

Mit der App «BlueAssist» soll die Mobilität von Menschen, die Schwierigkeiten in der Kommunikation haben, erhöht werden. Wie die Pilotstudie der HfH zeigt: Es könnte funktionieren – mit Einschränkungen. Dies stellte Prof. Dr. Monika T. Wicki im Forschungskolloquium vom 7. November 2019 vor.

Anwendung
Zürich, Bahnhofquai. Sie sitzen im Tram. Eine Frau, die neu zugestiegen ist, kommt direkt auf Sie zu, zückt ihr Handy und zeigt Ihnen wortlos den blau eingerahmten Bildschirm. Darauf steht ein Satz, den die Frau zusammen mit ihrer Bezugsperson vorher eingegeben hat: «Ich muss bei der Station Berninaplatz aussteigen. Können Sie mir ein Zeichen geben, wenn wir dort ankommen? Vielen Dank.» Sie nicken zur Bestätigung und machen der Frau knapp zehn Minuten später ein klares Handzeichen, damit sie sich rechtzeitig zum Aussteigen bereit machen kann.
Das wäre ein Beispiel eines erfolgreichen Einsatzes der Handy-App «BlueAssist»: Menschen, die Schwierigkeiten in der Kommunikation haben oder kognitiv beeinträchtigt sind, sollten damit wieder mobiler und selbständiger werden. Die App wurde 2011 in Belgien von der Stiftung für Geschütztes Wohnen «vzw Ithaka» in Oostend entwickelt. Sie wird derzeit in Belgien, England, Kanada, in den Niederlanden und in der Schweiz eingesetzt.

Forschung
Im Rahmen der Pilotstudie Link zur Forschungsprojektseitein Zürich und Genf zeigte sich, dass die App von den angesprochenen Personen im öffentlichen Raum akzeptiert und begrüsst wurde. Zudem wurden die Menschen mit Einschränkungen tatsächlich mobiler. Aber, und das ist die eine Einschränkung: «Sie brauchen weiterhin die Unterstützung ihrer Bezugspersonen», so Monika Wicki Link Mitarbeiterübersicht Monika T. Wicki, die konstatierte: «Die App allein löst keine Probleme.»
Die weitaus gewichtigere Einschränkung betrifft allerdings die wissenschaftliche Ebene. Um wirklich belastbare Ergebnisse zu erhalten, wäre eine Studie mit deutlich grösserer Stichprobe erforderlich – für die Pilotstudie konnten lediglich 17 Personen mit Beeinträchtigungen gewonnen werden. Es wurde eine an mehreren Zeitpunkten Befragungen zur Nutzung und Wirkung des Apps durchgeführt. Darin wurde unter anderem die Selbstständigkeit in der Mobilität, Unterstützungsbedarf, Aktivitäten, Soziale Kontakte und die Belastung der Unterstützungspersonen abgefragt. Nur wenige der Teilnehmende haben die App während der Studie genutzt und die Studie wurde vorzeitig abgebrochen.
Die Stichprobe geschweige denn die Zielgruppe zu erweitern dürfte knifflig werden: «Die Verbreitung der App in der Schweiz hat sich als enorm schwierig erwiesen», sagte Monika Wicki und führte aus: «BlueAssist unterstützt eine sehr enge Zielgruppe, die nur schwer erreichbar ist».

Zur Schweizer «BlueAssist»-Website

 

Autor: Dominik Gyseler, Dr. phil. Link Mitarbeiterübersicht Dominik Gyseler und Nora Kasper, BSc Link Mitarbeiterübersicht Nora Kasper

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