Die Stadt Wetzikon entwickelt ihre Schule der Vielfalt

Voneinander wissen, voneinander lernen

Die Schule Wetzikon will sich konsequent inklusiv ausrichten. Dazu hat sie eine Reihe von Methoden definiert, mit denen der Vielfalt der Kinder und Jugendlichen Rechnung getragen werden kann. Impulskarten spielen dabei eine zentrale Rolle.

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Peter Lienhard Titel Prof. Dr.

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Emeritiert/Pensioniert

Zehn Schuleinheiten, 3'000 Schülerinnen und Schüler, 500 Lehrpersonen und weitere Mitarbeitende: Die Schule Wetzikon hat eine beachtliche Grösse. Wie kann es gelingen, eine Entwicklung hin zu mehr pädagogischer Tragfähigkeit und Inklusion anzustossen und fortwährend weiterzuentwickeln?

Die Schule Wetzikon hat sich dafür mehrere Jahre Zeit genommen. Nach der Verankerung einer gemeinsamen Zielsetzung wurden verschiedene Schulen in der Deutschschweiz besucht, die von sich selbst sagen, auf diesem Weg bereits gut unterwegs zu sein. Die Erfahrungen dieser Besuche wurden in Form von «Impulskarten» zusammengefasst. Aufgrund dieser Karten kann nun jede Schuleinheit Entwicklungsschwerpunkte auswählen.

Das Video gibt Einblick in konkrete pädagogische Entwicklungen in drei Schulen Wetzikons mit den Fokuspunkten «Selbstorganisiertes Lernen», «Coachinggespräche» sowie «Dialogisches Lernen».

In Wetzikon hat man sich auf den Weg gemacht: weg vom klassischen Unterricht, hin zur Kompetenzorientierung.

Schule ist auf Kurs. «Wir sind stark unterwegs», zieht Thomas Ruppaner bei der Filmvorführung am 27. März 2024 in Wetzikon eine erste Zwischenbilanz: «Das Projekt hat eine Eigendynamik entwickelt», ergänzt der Leiter Bildung der Schule Wetzikon. Wie man sich die Umsetzung vorstellen kann, erläutert Andrea Zemp, welche die Schule Robenhausen leitet: «Ich war auf Schulbesuchen und habe gesehen, wo die Stolpersteine liegen», schildert sie die Wichtigkeit des Austauschs: «Diese haben wir dann in der Steuergruppe aufgenommen und Schwerpunkte gesetzt.» So etwa aktuell das projektorientierte Lernen. Ist das nicht ein zusätzlicher Mehraufwand, wo es doch gerade darum geht, die Belastung der Lehrpersonen zu verringern? «Ja, aber langfristig bietet es einen klaren Mehrwert», sagt Michael Trachsler, der eine Primarklasse unterrichtet. Als Beispiel nennt er das klassenübergreifende Arbeiten. «Weil alle denselben Fokus haben, kann ich viel besser Beziehungen zu Parallelklassen aufbauen.» Damit die Schule Wetzikon in Zukunft weiter auf Kurs bleiben kann, braucht es jetzt «einen langen Schnuuf», wie Jürg Schoch am Schluss der Veranstaltung betont: «Die grosse Gefahr bei solch innovativen Projekten besteht darin, die Motivation zu verlieren», sagt der Präsident der Initiative Allianz Chance+ und bekräftigt: «Damit die Energie nicht nachlässt, ist es wichtig, immer wieder die Erfolge hervorzuheben und gemeinsam zu feiern.» Wie es an diesem Anlass vor ausverkauftem Haus gemacht wurde.

Videoreihe. Alle 13 Trägerkantone und das Fürstentum Liechtenstein befinden sie auf dem Weg zu einer Schule für Alle. Die Videoreihe «Voneinander wissen, voneinander lernen» porträtiert aufschlussreiche Projekte und regt zur Diskussion an. Zur Übersicht