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19.01.2019

Abschlussfeier des ersten FAGS-Lehrganges 2016-2018

Gruppenfoto FAGS

Bewusstsein für Kultur der Gehörlosen

Begrüsst wurden die Diplomierten, ihre Angehörigen, Dozierende und Interessierte von Dr. Tatjana Binggeli, Präsidentin des Schweizer Gehörlosenbunds SGB-FSS Link zur Webseite des Schweizer Gehörlosenbunds SGB-FSS. Sie betonte die Dringlichkeit und immer grössere Nachfrage nach kompetenten gehörlosen Fachpersonen. Das Bewusstsein für die Bedürfnisse von Gehörlosen vergrössert sich bei der hörenden Gesellschaft immer mehr. Dies zeigt der Hintergrund der Gebärde des Jahres 2018 «Alain Berset» Link zum Bericht über die Gebärde des Jahres 2018. Diese etablierte sich unter den Schweizer Gebärdensprechenden seit seiner Rede zum Nationalfeiertag am 1. August 2018 auf dem Rütli. Zum ersten Mal in der Geschichte wurden die Ansprachen und die Landeshymne nämlich auch für Gehörlose gedolmetscht.

 Das Berufsfeld von Fachpersonen Gebärdensprache ist sehr breit, und es soll in Zukunft noch weiterwachsen, wenn die Gebärdensprachen auch in der Schweiz voll anerkannt sind. Diese Anerkennung ist ein wichtiges strategisches Ziel des Schweizerischen Gehörlosenbundes. Und die Fachpersonen für Gebärdensprache sind ein Schlüssel zur Beendigung der Diskriminierung von Menschen mit einer Hörbehinderung, wie Ruedi Graf, Regionalleiter Deutschschweiz, sagt: «Wir brauchen qualifizierte Fachpersonen, die die Gebärdensprache in alle Bereiche der Gesellschaft tragen, um die rechtliche Gleichstellung endlich umzusetzen.»

Solidarität und Ameisenvölker

Carmela Zumbach, Projektleiterin FAGS, und Dr. Harry Witzthum, Geschäftsführer SGB, zogen in der Einleitung der Diplomfeier einen symbolischen Vergleich zwischen Fachpersonen Gebärdensprache und Ameisenvölkern. Beide Gruppen besässen eine ausgeprägte Solidarität. Ameisen seien von Natur aus solidarisch und fleissig – gemeinsam sorgen sie für das ganze Volk. Auch Fachpersonen Gebärdensprache sind solidarisch und fleissig unterwegs. Gemeinsam bauen sie Brücken zwischen der hörenden und gehörlosen Welt. Durch ihre individuelle und gemeinsame Arbeit stärken sie die Gebärdensprachgemeinschaft.

In der anschliessenden Rede zeigte sich Prof. Dr. Barbara Forrer, Leiterin Zentrum Weiterbildung an der HfH, von den bereits mitgebrachten «Kompetenz-Rucksäcken» beeindruckt. So gab es FAGS-Teilnehmende mit Eidgenössischen Fähigkeitszeugnis, Matura oder Studium. Mit ihren neu erlernten Kompetenzen kommen die frischgebackenen Fachpersonen Gebärdensprache überall dort zum Einsatz, wo die Gebärdensprache vermittelt oder erforscht wird. Sie unterrichten in Gebärdensprachkursen, sie unterstützen Lehrkräfte in Regelklassen mit gehörlosen Schülerinnen und Schülern, sie sensibilisieren öffentliche Einrichtungen für die Bedürfnisse gehörloser Menschen oder sie engagieren sich in der Gebärdensprachforschung.

Gebärdensprach-Poesie

Ausbildungsleiterin Prof. Patty Shores, Ed.M. Link zur Kontaktübersicht Prof. Patty Shores, blickte auf den ersten Tag der Ausbildung zurück, den streckenweisen herausfordernden Weg und die grossartige Gruppendynamik. Danach wurden in kurzen, kreativen Porträts die Erfahrungen und Erlebnisse der vergangenen zweieinhalb Jahre filmisch wiedergegeben. Rund zehn Minuten dauerte die Gebärdensprachpoesie in schwarz-weiss. Ein gelungener Einblick für alle Anwesenden. Im Anschluss an die Zertifikatsübergabe konnte unter blauem Himmel der erfolgreiche Abschluss gefeiert werden.